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Microsoft Teams: Deepfake-Erkennung soll auf Drittanbieter setzen

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft erwägt Schutzfunktionen für Teams, während Berichte die Grenzen automatischer Deepfake-Erkennung und steigende Phishing-Risiken aufzeigen.

Microsoft Teams: Deepfake-Erkennung mit Hilfe externer Anbieter geplant
Ein leerer, minimalistischer Konferenzraum mit modernem Mobiliar in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft bereitet Berichten zufolge die Einführung neuer Sicherheitsfunktionen für seine Kommunikationsplattform Teams vor, um der wachsenden Bedrohung durch KI-generierte Manipulationen zu begegnen.

Im Zentrum der Entwicklung steht die Erkennung von Deepfakes innerhalb laufender Besprechungen und Nachrichtenverläufe. Dabei räumt das Unternehmen ein, dass die Effektivität des Systems maßgeblich auf kollaborativen Verifikationsmethoden basieren wird.

Ein wesentlicher Aspekt der neuen Sicherheitsarchitektur ist die Auslagerung der Analysekapazitäten. Laut Branchenberichten wird die Deepfake-Erkennung nicht direkt nativ in die Teams-Anwendung integriert, sondern an spezialisierte Drittanbieter delegiert.

Bisher liegen jedoch weder ein offizielles Veröffentlichungsdatum noch eine spezifische Build-Nummer vor. Auch technische Details zur Mechanik, etwa ob die Funktion über einen manuellen Schalter aktiviert wird oder welche Plattformen unterstützt werden, hält das Unternehmen bislang unter Verschluss. Eine offizielle Ankündigung seitens Microsoft steht noch aus.

Wachsender Druck durch komplexe Angriffsketten

Der Handlungsbedarf wird durch aktuelle Erkenntnisse der Microsoft Threat Intelligence untermauert. Demnach missbrauchen kriminelle und staatlich geförderte Hackergruppen Microsoft Teams zunehmend für Messaging, Meetings und Filesharing, um sich langfristigen Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu verschaffen. Die Angriffsketten beginnen oft mit einer Ausspähung via Entra ID unter Nutzung spezialisierter Werkzeuge wie TeamsEnum oder der Microsoft Graph API.

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In dokumentierten Fällen nutzten Akteure wie Midnight Blizzard Methoden zur Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung, während Gruppen wie Storm-1811 Ransomware-Angriffe vorbereiteten. Auch der Diebstahl von Authentifizierungs-Token und Einschüchterungsversuche durch Gruppen wie Octo Tempest wurden beobachtet.

Forschungsprojekte zum Thema Social Engineering zeigen zudem, dass die Klickrate bei Phishing-Versuchen über Instant-Messaging-Dienste zwei- bis dreimal höher liegt als bei herkömmlichen E-Mails. Angreifer nutzen dabei gezielt Funktionen wie externe Kontakte, hochwertige öffentliche Teams und die Vorschau von Dateien aus.

Erweiterung des Sicherheits-Ökosystems

Parallel zu den internen Bestrebungen von Microsoft passen auch Partner ihre Sicherheitslösungen an. Der Sicherheitsdienstleister Proofpoint, der nach eigenen Angaben über 80 der Fortune-100-Unternehmen bedient, erweitert derzeit seine Analyse-Tools für Insider-Risiken. Diese ermöglichen eine Echtzeit-Anbindung an Microsoft 365, E-Mail und Teams. Dabei werden auch Interaktionen mit KI-Systemen, wie etwa hochgeladene Dokumente oder KI-Antworten, in die Untersuchungen einbezogen.

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Harry Labana, Verantwortlicher für Digital Communications Governance bei Proofpoint, verwies auf die Notwendigkeit, diese Kommunikationswege lückenlos zu überwachen.

Statistiken belegen steigende Risiken

Der Microsoft Digital Defense Report 2026 verdeutlicht die Relevanz dieser Maßnahmen. Demnach war Phishing bei 23 % der untersuchten Einbrüche in IT-Systeme der primäre Einstiegsweg, was eine deutliche Steigerung gegenüber den 7 % des Vorjahres darstellt.

Zudem nahmen Exploits gegen öffentlich erreichbare Anwendungen von 15 % auf 24 % zu. Vasu Jakkal von Microsoft Security betonte die Größenordnung der Verteidigungsanstrengungen: Das Unternehmen verarbeite täglich über 100 Billionen Signale und schütze mehr als 1,6 Millionen Kunden sowie über eine Milliarde Identitäten.

Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die zuverlässige Erkennung von Deepfakes eine Herausforderung. Wissenschaftliche Untersuchungen zu Frameworks wie XNeuro-MDeep zeigen, dass moderne Erkennungsmodelle in kontrollierten Trainingsumgebungen zwar eine Genauigkeit von 98,25 % erreichen können.

Sobald diese Systeme jedoch mit völlig unbekanntem Datenmaterial konfrontiert werden, sinkt die Zuverlässigkeit im Rahmen einer Zero-Shot-Evaluation auf 48,00 % – ein Wert, der kaum über dem Zufallsprinzip liegt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der von Microsoft angestrebten kollaborativen Verifikationsansätze.

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