Microsoft und Commvault: Azure bekommt native KI-Resilienz
28.06.2026 - 08:35:42 | boerse-global.de
Die Branche rüstet auf: Mehrere große Technologiekonzerne haben strategische Partnerschaften und Infrastruktur-Upgrades angekündigt, um der wachsenden Nachfrage nach sicherem, KI-fähigem Datenmanagement gerecht zu werden. Hintergrund sind alarmierende Zahlen zur Cybersicherheit.
Microsoft und Commvault: Neue Allianz für native Cyber-Resilienz
Microsoft und Commvault haben eine mehrjährige strategische Vereinbarung getroffen. Ziel ist es, Commvaults KI- und Cyber-Resilienz-Technologien direkt in die Azure-Plattform zu integrieren. Commvault Cloud wird als nativer Independent Software Vendor (ISV)-Dienst auf Azure angeboten – ein öffentlicher Preview-Start ist für den Sommer 2026 geplant.
Die Integration verspricht Unternehmen ein nahtloses Azure-Erlebnis: One-Click-Provisioning und einheitliche Abrechnung über den Microsoft Marketplace. Unterstützt werden verschiedene Workloads wie Windows Server, SQL Server und Azure Virtual Desktop. Die Lösung nutzt Metallic AI für die Bedrohungserkennung und Cleanroom Recovery und arbeitet mit Sicherheitstools wie Microsoft Sentinel und Microsoft Defender zusammen.
Parallel dazu hat OVHcloud den Zugang zu Digital Realty's PlatformDIGITAL erhalten. Die Partnerschaft ermöglicht private Verbindungen mit bis zu 10 Gbit/s und unterstützt Hybrid- und Multi-Cloud-Architekturen in über 300 Rechenzentren via ServiceFabric.
Sicherheitslücken und der Aufstieg der "Neoclouds"
Ein aktueller Report von Red Hat zum Stand der Cloud-nativen Sicherheit zeichnet ein düsteres Bild: 97 Prozent der Organisationen erlebten in den letzten zwölf Monaten mindestens einen Sicherheitsvorfall. Die Hauptursache: Fehlkonfigurationen, von denen 78 Prozent der Befragten betroffen waren. Es folgen bekannte Schwachstellen und unbefugter Zugriff. Die Folge: 74 Prozent der Unternehmen verzögern aufgrund dieser Hürden die Bereitstellung von Anwendungen.
Die Studie zeigt zudem: Nur 56 Prozent der Organisationen bezeichnen ihre Sicherheitslage als proaktiv, aber lediglich 39 Prozent haben eine ausgereifte Strategie implementiert. Besonders brisant: 96 Prozent der Befragten sind besorgt über die Risiken generativer KI, doch 59 Prozent haben keine entsprechenden Nutzungsrichtlinien. Branchenexperten erwarten, dass der EU Cyber Resilience Act (CRA) im Laufe des Jahres 2026 ein wesentlicher Treiber für Sicherheitsinvestitionen sein wird.
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Vor diesem Hintergrund prognostizieren Gartner-Forscher, dass sogenannte "Neocloud"-Anbieter – spezialisierte Firmen für GPU-intensives Computing – bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent am prognostizierten 267 Milliarden Euro schweren KI-Cloud-Markt erobern werden. Treiber sind die Nachfrage nach generativer KI und das wachsende Bewusstsein für Datensouveränität.
Hochleistungsspeicher und neue Recovery-Lösungen
Auf der ISC 2026 präsentierte DDN sein neues AI400X3M-Gerät. Es bietet einen Durchsatz von bis zu 190 GB/s und eine Speicherdichte von 30 PB pro Rack. Ebenfalls offiziell vorgestellt wurde die verteilte KV-Cache-Beschleunigung, entwickelt mit Nvidia Dynamo. Sie soll das Laden von KV-Caches um bis zu das 55-Fache beschleunigen. Die allgemeine Verfügbarkeit wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
NetApp aktualisierte derweil sein Portfolio mit StorageGRID 12.1. Die neue Version führt einen Global Federated Namespace ein, der bis zu 10 Exabyte verwalten kann. Der aggregierte Durchsatz liegt bei bis zu 12 TB/s. Neu ist auch eine Multi-Admin-Verifizierung für erhöhte Sicherheit. Für seine Fortschritte im Objektspeicher wurde NetApp im zweiten Quartal 2026 von Forrester als Leader ausgezeichnet.
Da immer mehr Firmen auf Cloud-basierte KI-Lösungen setzen, wird die Einhaltung des EU AI Act zur geschäftskritischen Pflicht für IT- und Rechtsabteilungen. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen den nötigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, um Ihre Compliance sicherzustellen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Im Kubernetes-Bereich erweiterte CloudCasa auf der HPE Discover 2026 seine Partnerschaft mit HPE. Die neue Lösung CloudCasa Disaster Recovery for Kubernetes, betrieben mit HPE Alletra Storage MP B10000, nutzt native Replikation für nahezu keinen Datenverlust und schnelles Failover in containerisierten Umgebungen.
Neue Tools für Governance und Monitoring
Um die Komplexität hybrider Umgebungen zu adressieren, hat Netwrix am 23. Juni 2026 KI-Governance-Funktionen in seine 1Secure-Plattform integriert. Das Update nutzt maschinelles Lernen zur Bedrohungserkennung in Active Directory, Entra ID und Microsoft 365 und liefert erklärbare KI-Erkenntnisse für Compliance-Berichte.
ControlMonkey hat zudem Data Backup Correlation für AWS und Azure gestartet. Das Tool verknüpft den Backup-Status mit der Cloud-Konfigurationswiederherstellung und meldet Probleme wie fehlende Wiederherstellungspunkte oder Verstöße gegen Aufbewahrungsfristen.
Forscher von Unit 42 warnen derweil vor einer neuen Sicherheitslücke namens "Bucket Hijacking". Dabei rekonstruieren Angreifer gelöschte Speicher-Buckets mit demselben Namen in ihren eigenen Konten, um Datenströme abzufangen. Experten empfehlen die Implementierung von Least-Privilege-Berechtigungen und die Überwachung von API-Aufrufen zum Löschen von Buckets, um dieses Risiko bei allen großen Cloud-Anbietern zu minimieren.
