Microsoft verschärft Insider-Regeln: Verbot für Wetten auf Kalshi
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern verschärft seine Compliance-Regeln: Mitarbeiter dürfen vertrauliche Informationen künftig nicht mehr für Wetten auf Plattformen wie Polymarket oder Kalshi nutzen. Die neue Richtlinie tritt am heutigen Samstag in Kraft.
Strengere Regeln für den Konzern
Microsoft hat seine interne Insider-Handelsrichtlinie grundlegend erweitert. Konkret benannt werden dabei die Plattformen Kalshi und Polymarket, auf denen Nutzer auf künftige Ereignisse wetten können – von Wahlergebnissen bis zu Sportereignissen. Wer über internes Wissen verfügt, etwa über Geschäftszahlen oder Übernahmen, darf daraus künftig keinen finanziellen Vorteil mehr ziehen.
Der Schritt kommt nicht von ungefähr. Die digitalen Wettbörsen boomen: Allein über Kalshi sollen Wetten im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Volumen von mehr als 27 Milliarden Dollar abgeschlossen worden sein. Das Potenzial für Missbrauch ist enorm – wer frühzeitig von Geschäftsentwicklungen weiß, kann darauf wetten und kassieren.
Justiz ermittelt gegen Insider
Die Technologiebranche steht beim Thema Vertrauensmissbrauch zunehmend unter Druck. Erst kürzlich erhob das US-Justizministerium Anklage gegen einen Google-Ingenieur. Er soll vertrauliche Daten genutzt haben, um auf Polymarket rund 1,2 Millionen Dollar Gewinn zu erzielen. Angeklagt wurde er wegen Waren- und Überweisungsbetrugs.
Auch in der Politik sorgt das Thema für Aufsehen: Gegen einen ehemaligen Abgeordneten aus New York wird wegen mutmaßlichen Insiderhandels auf Kalshi ermittelt. Die Vorwürfe: Er soll auf Basis nicht-öffentlicher Informationen Wetten platziert haben.
Milliardenschwere Zahlen aus Redmond
Die Ankündigung der neuen Richtlinie fiel mit der Vorlage der Quartalszahlen zusammen. Finanzchefin Amy Hood präsentierte starke Ergebnisse: Der Umsatz erreichte 90 Milliarden Dollar, angetrieben vor allem durch Cloud- und KI-Geschäfte. Azure wuchs um 43 Prozent, der KI-Assistent Copilot hat inzwischen mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer.
Besonders bemerkenswert: Microsoft baut seine KI-Infrastruktur massiv aus. Der Auftragsbestand (RPO) stieg um 84 Prozent auf 678 Milliarden Dollar. Für KI-Investitionen sind 175 Milliarden Dollar eingeplant. Allein im vierten Quartal investierte der Konzern 41 Milliarden Dollar in Sachanlagen, der freie Cashflow lag bei 19,6 Milliarden Dollar.
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Juristisches Sperrfeuer gegen Wettplattformen
Microsofts Kurswechsel spiegelt einen breiteren Trend wider: Die Prognosemärkte geraten zunehmend ins Visier von Aufsichtsbehörden und Politik. Am heutigen Samstag reichte der Bundesstaat New York Klage gegen Kalshi ein – mit dem Vorwurf, die Plattform betreibe illegales Glücksspiel. Gefordert werden 36 Milliarden Dollar Schadensersatz.
Auch andernorts formiert sich Widerstand. In Minnesota hat ein Bundesrichter am 27. Juli ein staatliches Verbot von Prognosemärkten vorläufig gestoppt. Das Gesetz hätte solche Wetten als Straftat eingestuft – mit bis zu fünf Jahren Haft. In Chicago und weiteren Bundesstaaten laufen ähnliche Verfahren.
In Washington mehren sich zudem Stimmen, die ein Einschreiten der Handelsaufsicht FTC fordern. Im Senat liegt ein Vorschlag vor, der Kongressabgeordneten die Teilnahme an Prognosemärkten verbieten soll.
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Branche reagiert mit Transparenzoffensive
Die Plattformen selbst versuchen, dem Druck zu begegnen. Polymarket hat eine Partnerschaft mit einer externen Blockchain-Analysefirma geschlossen, um verdächtige Handelsmuster besser zu erkennen. Im Frühjahr verzeichnete die Plattform Handelsvolumina von rund 25,7 Milliarden Dollar – ein deutliches Zeichen für das Wachstum der Branche, aber auch für den wachsenden Regelungsbedarf.
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