MigrÀne: Ingwer kann akute Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden lindern
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kopfschmerzen und MigrÀne gehören zu den weitverbreiteten Leiden in der Bevölkerung. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zÀhlt MigrÀne zu den zehn Erkrankungen weltweit, die das Leben der Betroffenen am stÀrksten einschrÀnken.
WÀhrend rund 80 Prozent der Menschen zumindest zeitweise unter gewöhnlichen Kopfschmerzen leiden, sind nach unterschiedlichen Erhebungen zwischen zehn und etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung von MigrÀne betroffen.
Frauen leiden dabei ĂŒberproportional oft an den Attacken: Statistiken weisen je nach Erhebung eine doppelt so hohe bis hin zu einer vierfach höheren Betroffenheit von Frauen im Vergleich zu MĂ€nnern aus. Angesichts dieser Belastung thematisieren Fach- und Gesundheitsratgeber zunehmend pflanzliche Mittel als BehandlungsansĂ€tze.
Pflanzliche Wirkstoffe in der Prophylaxe
Im Fokus pflanzlicher Anwendungen stehen vor allem zwei GewĂ€chse: Mutterkraut (Tanacetum parthenium) und Ingwer. Mutterkraut, das im Jahr 2017 zur Arzneimittelpflanze des Jahres gewĂ€hlt wurde, verfĂŒgt ĂŒber den Inhaltsstoff Parthenolid, welcher die Freisetzung von Serotonin hemmt.
Untersuchungen zeigen, dass eine regelmĂ€Ăige Einnahme von Mutterkraut sowohl die Anzahl als auch die Schwere von MigrĂ€neattacken verringern kann. Ein spĂŒrbarer therapeutischer Effekt setzt allerdings erst nach einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen ein.
Schnellere Effekte werden Ingwer zugeschrieben. Entsprechende Studien deuten darauf hin, dass Ingwer akute Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden lindern kann. Wird er vorbeugend eingenommen, kann er zudem HĂ€ufigkeit und IntensitĂ€t kĂŒnftiger MigrĂ€neanfĂ€lle mindern.
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Gleichzeitig weisen Fachberichte darauf hin, dass nicht jede alternative Methode fĂŒr jeden Betroffenen geeignet ist. So ist beispielsweise eine Aromatherapie-Massage mit verdĂŒnnten Duftölen kontraindiziert, wenn eine DuftstoffsensibilitĂ€t, eine Allergieneigung oder eine durch GerĂŒche ausgelöste MigrĂ€ne vorliegt.
Medikamentöse Therapien und Lebensstil
Die Bedeutung prÀventiver und alternativer Optionen spiegelt sich auch im Umgang mit konventionellen Arzneimitteln wider. Eine Auswertung des TK-Gesundheitsreports 2019 auf Basis von Daten aus dem Jahr 2018 verdeutlichte das GeschlechtergefÀlle bei verschreibungspflichtigen Akutmedikamenten: Damals erhielten im Schnitt 25 Frauen je 1.000 Versicherte Triptane, wÀhrend es bei MÀnnern lediglich 5 je 1.000 waren.
Am stĂ€rksten ausgeprĂ€gt war der Unterschied in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren mit 32 Frauen gegenĂŒber 6 MĂ€nnern je 1.000 Versicherten. Bei den 60- bis 64-JĂ€hrigen bezogen 19 Frauen und 4 MĂ€nner je 1.000 Versicherte diese PrĂ€parate, in der Gruppe der 15- bis 19-JĂ€hrigen rund 20 Frauen im Vergleich zu 5 MĂ€nnern.
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Neuere medikamentöse Entwicklungen wie die sogenannte MigrĂ€nespritze, die das Neuropeptid CGRP hemmt und inzwischen auch in Tablettenform vorliegt, sind zwar verfĂŒgbar, gelten jedoch als sehr kostspielig und können Nebenwirkungen mit sich bringen.
Als wirksame nicht-medikamentöse MaĂnahme gilt hingegen gezielte Bewegung: Dreimal wöchentlich 30 Minuten Ausdauersport reduzieren MigrĂ€neattacken nach ExperteneinschĂ€tzung ebenso effektiv wie ein medikamentöses Prophylaktikum.
Zur UnterstĂŒtzung des Behandlungsalltags greifen Betroffene zudem auf digitale Werkzeuge zurĂŒck. Eine Untersuchung zur kostenlosen TK-MigrĂ€ne-App, die gemeinsam von der Schmerzklinik Kiel, der Kasse und Selbsthilfegruppen fĂŒr iOS und Android entwickelt wurde und rund 167.000 Downloads verzeichnete, zeigte eine Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage um rund drei Tage beziehungsweise etwa 25 Prozent. 76 Prozent der befragten Nutzer gaben an, dass ihnen die Anwendung helfe, ihren Behandlungsplan einzuhalten, wĂ€hrend 80 Prozent die App gegenĂŒber einem Papiertagebuch bevorzugten.
Vertiefende Informationen zu aktuellen Behandlungsstrategien bietet zudem ein Vortrag am Donnerstag, 8. Oktober, im Medienhaus der SchwÀbischen Zeitung in Ravensburg.
