MigrÀne, Demenz

MigrĂ€ne schĂŒtzt vor Demenz: 30% geringeres Risiko in Studie

18.06.2026 - 08:33:38 | boerse-global.de

Kliniken in Frankfurt, Dresden und Bielefeld investieren in Spezialversorgung. Eine Studie zeigt zudem ein geringeres Demenzrisiko fĂŒr MigrĂ€ne-Patienten.

Deutsche Kliniken bĂŒndeln Kompetenzen: Neue Zentren und ĂŒberraschende MigrĂ€ne-Studie
MigrĂ€ne - Ärzte und medizinisches Fachpersonal in einem modernen Krankenhausflur, die sich angeregt unterhalten, symbolisieren interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Immer mehr Kliniken bĂŒndeln ihre Kompetenzen in interdisziplinĂ€ren Zentren, wĂ€hrend neue Forschungsergebnisse alte Annahmen infrage stellen.

Kopfschmerzzentrum zertifiziert

Das Zentrum Zegamed in Frankfurt erhielt im Mai 2026 von der Deutschen MigrĂ€ne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die offizielle Zertifizierung als Kopfschmerzzentrum – gĂŒltig bis 2030. Die Einrichtung setzt auf interdisziplinĂ€re Schmerztherapie. FĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte sind zudem Informationsangebote zu ErschöpfungsprĂ€vention und ErnĂ€hrungsmedizin geplant.

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Auch das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt baut aus. Die Klinik betreibt seit 2007 eine interdisziplinĂ€re Schmerztagesklinik und sucht derzeit verstĂ€rkt Fachpersonal fĂŒr die Spezielle Schmerztherapie. Ziel ist die FortfĂŒhrung multimodaler Behandlungskonzepte fĂŒr chronische Schmerzpatienten.

KompetenzbĂŒndelung in Dresden

Das UniversitĂ€tsklinikum Dresden grĂŒndete im Juni 2026 das UniversitĂ€tsKontinenz- und BeckenbodenCentrum (UKBC). Hier arbeiten Urologie, GynĂ€kologie und Physiotherapie zusammen. Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Inkontinenz – das neue Zentrum bietet ihnen ganzheitliche Diagnostik, etwa mittels MRT-DefĂ€kographie. Eine Zertifizierung nach den Standards der Deutschen Krebsgesellschaft ist angestrebt.

MigrĂ€ne-Forschung ĂŒberrascht

Eine Langzeitstudie des Erasmus University Medical Center in Rotterdam stellt bisherige Annahmen auf den Kopf. Die im Fachmagazin „Alzheimer’s and Dementia“ veröffentlichte Untersuchung begleitete knapp 7000 Probanden ĂŒber fast zehn Jahre. Ergebnis: MigrĂ€ne-Patienten haben ein um 30 Prozent geringeres Risiko fĂŒr Demenz und ein um 42 Prozent geringeres Risiko fĂŒr Alzheimer.

Studienleiter Kamran Ikram fĂŒhrt das auf eine potenziell bessere Hirndurchblutung und geringere Kalkablagerungen zurĂŒck. Gudrun Goßrau vom Uniklinikum Dresden nannte die Ergebnisse eine positive Nachricht, mahnte aber: Lebensstil und Medikation dĂŒrften nicht vernachlĂ€ssigt werden.

Neue Hoffnung bei Tinnitus

Die Organisation Tinnitus Quest kĂŒndigte eine neue Förderrunde an. Ein Stipendium ĂŒber 230.000 US-Dollar finanziert eine Studie an der UniversitĂ€t Oxford zur Wirkung transkranieller Ultraschallstimulation.

Gesundheitskollektiv in Dresden-Gorbitz

Im Sommer 2026 eröffnete in Dresden-Gorbitz ein Gesundheitskollektiv. Es verbindet medizinische Sprechstunden mit Community-Arbeit in einem sozial benachteiligten Stadtteil. Rund 6,9 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds fließen in das Projekt. Ziel: standardisierte Versorgungspfade fĂŒr vulnerable Patientengruppen entwickeln.

Intensivpflege neu organisiert

Das Intensivpflege- und RehabilitationsstĂ€rkungsgesetz (IPReG) zwingt zu strukturellen Änderungen. Das ZBI Berlin ĂŒberfĂŒhrt zum Juli 2026 ambulante Wohneinheiten in eine stationĂ€re Einrichtung fĂŒr Beatmung und Intensivpflege. FĂŒr die Bewohner entfĂ€llt dadurch der Eigenanteil.

60 Millionen fĂŒr neue Notfallmedizin

Das Klinikum Bielefeld eröffnete im Juni 2026 ein neues Notfall- und Intensivmedizinisches Zentrum – Investitionsvolumen: rund 60 Millionen Euro. Die KapazitĂ€ten in der Intensivpflege und der Zentralen Notaufnahme wurden personell und rĂ€umlich deutlich aufgestockt.

Berliner ErklÀrung zur PrÀvention

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Am 11. Juni 2026 unterzeichneten FachverbĂ€nde wie der VDSI und der VDBW die „Berliner ErklĂ€rung zur interdisziplinĂ€ren PrĂ€vention“. Ziel: den Arbeitsschutz stĂ€rker in Politik und Wirtschaft verankern.

App gegen Einsamkeit jetzt Kassenleistung

Das Berliner Startup platoniq erhielt fĂŒr seine App gegen Einsamkeit und Stress eine Zertifizierung als PrĂ€ventionskurs nach § 20 SGB V. Das Programm basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie. Gesetzlich Versicherte können sich die Kosten erstatten lassen. Eine Pilotstudie mit der Humboldt-UniversitĂ€t Berlin zeigte: Drei Viertel der Nutzer litten nach vier Wochen weniger unter Einsamkeit.

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