MigrÀne-Studie: Akupunktur und Placebo zeigen gleiche Wirkung
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 12:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch die Wissenschaft liefert ein differenzierteres Bild.
Studie zeigt: Placebo-Effekt ist stark
Auf dem FENS Forum 2026 in Barcelona stellte die brasilianische Forscherin Fernanda Belle von der UniversitÀt UNISUL eine randomisierte Doppelblindstudie vor. 68 Frauen mit chronischen Kopfschmerzattacken nahmen teil. Die eine HÀlfte erhielt echte Ohr-Akupunktur, die andere eine Schein-Behandlung.
Das Ergebnis: Beide Gruppen profitierten. Der McGill-Schmerzfragebogen zeigte nach 30 Tagen einen RĂŒckgang von durchschnittlich 50,5 auf 41,0 Punkte in der echten Aurikulotherapie-Gruppe. In der Placebo-Gruppe sanken die Werte von 50,2 auf 43,9 Punkte. Ein statistisch signifikanter Unterschied? Fehlanzeige.
Die HĂ€moenzephalographie (HEG) belegte zudem Echtzeit-VerĂ€nderungen der SauerstoffsĂ€ttigung im prĂ€frontalen Kortex wĂ€hrend beider Interventionen. Beide Stimulationsformen lösen also physiologische Reaktionen aus. Nur die spezifische Ăberlegenheit der echten Akupunktur bleibt wissenschaftlich schwer nachweisbar.
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Technik statt Nadel: Vagusnerv-Stimulation
Neben invasiven Piercings rĂŒcken technologische Alternativen in den Fokus. Im Juli 2026 wurden Konzepte zur transkutanen aurikulĂ€ren Vagusnerv-Stimulation (taVNS) vorgestellt â teilweise kombiniert mit kĂŒnstlicher Intelligenz.
Systeme wie das Luna Plus von zenowell.AI oder das Nurosym stimulieren den Vagusnerv elektrisch ĂŒber die Ohrmuschel. Die wissenschaftliche Grundlage: der cholinerge antiinflammatorische Reflex (CAP), der EntzĂŒndungsprozesse regulieren soll. Die Anbieter versprechen eine bessere HerzratenvariabilitĂ€t (HRV) sowie positive Effekte auf Schlaf und Stressresistenz.
Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. FĂŒr viele dieser Neuentwicklungen fehlen noch umfassende klinische Langzeitstudien.
Akupunktur hat dennoch ihren Wert
Die Akupunktur findet ĂŒber die MigrĂ€nebehandlung hinaus Anerkennung. Bereits Ende 2023 betonte Dr. R. Handaya Dipanegara vom RS Pondok Indah in Jakarta: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Akupunktur fĂŒr die Rehabilitation nach SchlaganfĂ€llen. Die Methode kann die zerebrale Durchblutung fördern und das Nervenwachstum stimulieren â hilfreich bei Schluckbeschwerden, Sprachstörungen oder kognitiven BeeintrĂ€chtigungen.
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Auch in der Schmerztherapie tut sich was. Das EU-Projekt âxPEDitionâ der UniversitĂ€tsmedizin Oldenburg und der UniversitĂ€t Groningen startete 2026. Ziel: Die Auswirkungen chronischer Schmerzen wie Fibromyalgie in der Ems-Dollart-Region durch zweisprachige Informationskampagnen zu reduzieren.
Wer lieber zur Pharmakologie greift: Moderne Wirkstoffe wie Rimegepant (ein CGRP-Antagonist) werden zur akuten MigrĂ€netherapie eingesetzt â allerdings nicht bei schweren Leberfunktionsstörungen. Preisvergleiche aus dem Jahr 2026 zeigen deutliche Kostenunterschiede zwischen innovativen Medikamenten und klassischen Schmerzmitteln wie Sumatriptan oder Ibuprofen. Ein starkes Argument fĂŒr kosteneffiziente, nicht-medikamentöse Alternativen.
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