MigrÀne: Studie belegt 42 Prozent niedrigeres Alzheimer-Risiko
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 18:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine ĂŒberraschende Studie stellt den Zusammenhang zwischen MigrĂ€ne und Alzheimer auf den Kopf. Parallel dazu aktualisiert die WHO ihre Empfehlungen.
Rotterdam-Studie: MigrÀne senkt Demenzrisiko
Forscher um Acarsoy veröffentlichten 2026 in Alzheimer's & Dementia unerwartete Ergebnisse. Die Rotterdam-Studie begleitete 6.888 Teilnehmer ĂŒber durchschnittlich 9,4 Jahre.
Das Ergebnis ĂŒberrascht: MigrĂ€nepatienten hatten ein um 30 Prozent niedrigeres Demenzrisiko. Bei Alzheimer lag der Wert sogar 42 Prozent niedriger. Rund 15,1 Prozent der Probanden litten unter MigrĂ€ne.
Damit widersprechen die Daten einer Metaanalyse von 2022. Diese hatte MigrĂ€nepatienten noch ein um 33 Prozent erhöhtes Risiko attestiert. Die genauen biologischen Mechanismen fĂŒr den möglichen Schutz bleiben unklar.
WHO aktualisiert PrÀventionsleitlinien
Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Mitte Juli 2026 neue Richtlinien. Weltweit leiden ĂŒber 57 Millionen Menschen an Demenz, jĂ€hrlich kommen rund zehn Millionen Neudiagnosen hinzu.
Bis zu 45 Prozent der Risiken sind durch verÀnderbare Faktoren beeinflussbar. Zu den zentralen Empfehlungen gehören:
- Lebensstil: RegelmĂ€Ăige Bewegung, Tabakverzicht, reduzierter Alkoholkonsum
- Soziales und Kognition: Soziale AktivitÀten und kognitives Training stÀrken die geistige Reserve
- Medizinische Hilfe: HörgerÀte bei Hörverlust können kognitiven Abbau verlangsamen
- Umwelt: Erstmals nennt die WHO Luftreinhaltung als Risikofaktor
Da die WHO kognitives Training zur StĂ€rkung der geistigen Reserve ausdrĂŒcklich empfiehlt, bietet dieser Ratgeber praktische UnterstĂŒtzung fĂŒr den Alltag. Erfahren Sie, wie Sie mit 11 einfachen AlltagsĂŒbungen Ihr Gehirn fit halten und Demenz gezielt vorbeugen können. 11 AlltagsĂŒbungen zur Demenz-PrĂ€vention kostenlos entdecken
Zur ErnĂ€hrung stellt die Organisation klar: VitaminprĂ€parate wie B, E oder Omega-3-FettsĂ€uren werden zur PrĂ€vention nicht empfohlen â auĂer bei nachgewiesenem Mangel. Die jĂ€hrlichen Kosten durch Demenz belaufen sich auf rund 1,134 Billionen Euro.
Bluttest sagt Alzheimer-Risiko voraus
Die AAIC 2026 prÀsentierte Fortschritte in der Diagnostik. Ein Bluttest auf das Protein p-tau217 kann bei symptomfreien Àlteren Menschen das Alzheimer-Risiko vorhersagen. Bei sehr hohen Werten lag das Risiko bei 78 Prozent, innerhalb von zehn Jahren eine kognitive BeeintrÀchtigung zu entwickeln.
Auch in der Medikamentenforschung gibt es Bewegung. SGLT2-Inhibitoren â ursprĂŒnglich gegen Diabetes und Bluthochdruck â könnten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. Die Wirkstoffe schĂŒtzen offenbar nicht nur Herz und Nieren, sondern auch den zerebralen Stoffwechsel.
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Hitze und junge Risikofaktoren
Die Forschung widmete sich 2026 verstĂ€rkt UmwelteinflĂŒssen. Eine Studie zur Langzeit-Hitzebelastung zeigte geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen wiesen bei steigenden Temperaturen stĂ€rkere VerĂ€nderungen bei Alzheimer-Biomarkern auf als MĂ€nner. Als mögliche Ursache gilt eine geringere SchweiĂproduktion, die die Thermoregulation beeintrĂ€chtigt.
Die NAKO-Studie belegt zudem: Risikofaktoren fĂŒr spĂ€tere Demenz sind bereits in jungen Jahren messbar. Der LIBRA-Index zeigt bei 20- bis 39-JĂ€hrigen einen Zusammenhang zwischen Lebensstilrisiken wie Rauchen oder Depressionen und der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit. FrĂŒhzeitige PrĂ€vention wird damit noch wichtiger.
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