Migräne-Vorbeugung: Akupunktur zeigt keine Vorteile gegenüber modernen Antikörpern
25.06.2026 - 13:34:32 | boerse-global.de
Das zeigt ein Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom April 2026.
Betroffen sind vor allem Menschen, für die eine medikamentöse Therapie nicht infrage kommt oder bei denen klassische Wirkstoffe bereits versagt haben.
Nur begrenzte Vorteile gegenüber wenigen Wirkstoffen
Die IQWiG-Analyse bescheinigt der Akupunktur zwar einen Vorteil gegenüber den Wirkstoffen Flunarizin und Topiramat. Doch im Vergleich zu anderen Standardtherapien wie Betablockern, Amitriptylin oder Botulinumtoxin fehlt der Beleg. Auch gegen moderne CGRP-Antikörper konnte die Nadeltherapie nicht punkten.
Zudem sei die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext nur eingeschränkt möglich, so die Experten.
Neue Hoffnung durch Antikörper-Therapien
Während die Akupunktur an Grenzen stößt, rücken spezialisierte Antikörper in den Fokus. Auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) Ende Juni in Genf werden neue Daten zu Eptinezumab und Bocunebart erwartet.
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Die Phase-IIb-Studie PROCEED untersucht gezielt Patienten, bei denen bereits bis zu vier Therapieversuche scheiterten. Weitere Programme wie SUNRISE und RESOLUTION prüfen den Einfluss von CGRP-Antikörpern auf Begleiterscheinungen wie Angstzustände und Depressionen. Auch die Arbeitsproduktivität bei chronischer Migräne mit Medikamentenübergebrauch steht im Fokus.
Die richtige Therapie bleibt komplex
Die Wahl der Prophylaxe bleibt für Ärzte anspruchsvoll. Metaanalysen aus anderen Bereichen – etwa der Blutdruckeinstellung – zeigen: Die Verträglichkeit entscheidet oft über den Erfolg. So führen Sartane seltener zu Therapieabbrüchen als Kombinationen mit Betablockern oder Thiaziden, wie Studien im Fachmagazin JAMA Network nahelegen.
Selbsthilfe als wichtige Ergänzung
Betrifft Sie das? Wenn Akupunktur oder andere Therapien bei Ihrer Migräne nicht wirken, könnte eine Antikörper-Therapie infrage kommen. Der kostenlose Wissens-Check zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten. Wissens-Check anfordern
Neben der medizinischen Versorgung gewinnen regionale Netzwerke an Bedeutung. Ende Juni startete in Achim eine neue Selbsthilfegruppe für Migräneerkrankte. Sie bietet Austausch über Therapieerfahrungen und hilft, den Leidensdruck im Alltag abzufedern.
Die Migränetherapie bleibt ein Feld, in dem neue medikamentöse Ansätze und psychosoziale Unterstützung gleichermaßen zählen. Ein individuelles Gesamtkonzept, wie es Fachärzte auch bei anderen chronischen Erkrankungen empfehlen, scheint weiterhin der sicherste Weg zur effektiven Schmerzlinderung.
