MikrovaskulÀre, Herzerkrankung

MikrovaskulÀre Herzerkrankung: ESC empfiehlt gezielte Flussreserve-Tests

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die ESC empfiehlt gezielte Tests und ursachenbezogene Behandlung, wenn Beschwerden trotz unauffĂ€lliger großer HerzkranzgefĂ€ĂŸe bestehen.
Ein minimalistisch gestalteter, heller medizinischer Untersuchungsraum mit Fokus auf Architektur und AtmosphÀre. Illustration mit AI erstellt.

Die koronare mikrovaskulĂ€re Erkrankung gilt in der Kardiologie als wesentliche, im klinischen Alltag jedoch hĂ€ufig unterschĂ€tzte Ursache einer MyokardischĂ€mie. Viele Patientinnen und Patienten stellen sich mit typischer Angina pectoris vor, ohne dass bei einer konventionellen Herzkatheteruntersuchung relevante Verengungen der großen HerzkranzgefĂ€ĂŸe festzustellen sind.

Fachpublikationen und die Leitlinie der EuropĂ€ischen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (ESC) aus dem Jahr 2024 betonen die Notwendigkeit, diesen Beschwerden mit einem strukturierten diagnostischen Pfad und gezielten medikamentösen AnsĂ€tzen zu begegnen.

Leitlinienorientierte Diagnostik bei unauffÀlligen Koronararterien

Mit der Leitlinie von 2024 empfiehlt die ESC erstmals ein systematisches Vorgehen bei klinischen Bildern wie Angina pectoris ohne obstruktive Koronararterien (ANOCA), IschĂ€mie bei nicht-obstruktiver koronarer Herzkrankheit (INOCA) sowie dem Myokardinfarkt ohne obstruktive Stenose (MINOCA). Die Empfehlungen stĂŒtzen sich auf eine differenzierte kardiale Bildgebung und ergĂ€nzende funktionelle Testverfahren.

Eine fehlende epikardiale Koronarstenose schließt das Vorliegen einer Mangeldurchblutung des Herzmuskels nicht aus. Als fĂŒhrende pathophysiologische Mechanismen gelten mikrovaskulĂ€re Funktionsstörungen sowie spastische Verengungen der HerzkranzgefĂ€ĂŸe.

WĂ€hrend die klassische Angiografie vorrangig Verengungen und Plaquebildungen der grĂ¶ĂŸeren Herzkranzarterien erfasst, erfordert der Nachweis mikrovaskulĂ€rer Erkrankungen spezielle Flussreserve-Tests. Diese Messungen ermöglichen es, SchĂ€den an den GefĂ€ĂŸwĂ€nden der kleinsten Verzweigungen oder krampfartige Reaktionen funktionell nachzuweisen.

Krankheitsbild, Symptome und Risikofaktoren

Im Gegensatz zur herkömmlichen obstruktiven koronaren Herzkrankheit betrifft die mikrovaskulĂ€re Form die feinen EndstrombahngefĂ€ĂŸe des Herzens. Fachberichte weisen darauf hin, dass die Erkrankung ĂŒberproportional hĂ€ufig Frauen betrifft, insbesondere in der Phase rund um die Menopause.

Das Beschwerdebild zeichnet sich durch Besonderheiten aus: Schmerzen in der Brust treten nicht allein unter körperlicher Anstrengung auf, sondern können sich auch in Ruhe manifestieren und teils ĂŒber zehn Minuten anhalten. Zu den weiteren Symptomen gehören Belastungsdyspnoe, ausgeprĂ€gte Erschöpfung sowie Schlafprobleme. Emotionaler Stress fĂŒhrt bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Verschlimmerung der Beschwerden.

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Neben den klassischen kardiovaskulĂ€ren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, HypercholesterinĂ€mie, Diabetes mellitus, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen tragen auch chronische EntzĂŒndungsprozesse zur GefĂ€ĂŸschĂ€digung bei. Autoimmunerkrankungen und rheumatologische Krankheitsbilder begĂŒnstigen nach vorliegenden Erkenntnissen das Auftreten einer mikrovaskulĂ€ren Dysfunktion.

Gezielte Therapie und differenzierte UrsachenklÀrung

Die Behandlung der mikrovaskulÀren Erkrankung basiert auf zwei SÀulen: einer konsequenten Optimierung des kardiovaskulÀren Risikoprofils und einer medikamentösen Intervention.

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FachbeitrÀge, unter anderem in der Zeitschrift internistische praxis, verweisen darauf, dass eine gezielte Pharmakotherapie mit Betablockern, ACE-Hemmern oder Kalziumantagonisten die Symptomlast wirksam reduzieren und die langfristige Prognose der Patienten verbessern kann.

Zudem dient die Diagnose unklarer IschĂ€mien, insbesondere beim MINOCA-Syndrom, als Ausgangspunkt fĂŒr eine differenzierte Ursachenforschung. Eine mechanismenabhĂ€ngige Stratifizierung soll sicherstellen, dass neben mikrovaskulĂ€ren Störungen auch alternative Ursachen wie GefĂ€ĂŸspasmen, Spontandissektionen oder kleine Plaque-Ereignisse rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

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