Militärlogistik, US-Armee

Militärlogistik: US-Armee und Rheinmetall bauen autonome Kampfroboter

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Weltweit treiben Armeen unbemannte Systeme voran. Die Bundeswehr erhält Virtus-Drohnen, während die US-Armee auf KI-gesteuerte Fahrzeuge setzt.

Autonome Militärtechnik: Neue Kampfroboter und Drohnen für die Bundeswehr
Geländegängiges autonomes Militärlogistikfahrzeug durchquert felsiges Wüstengelände. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Militärlogistik wird zunehmend autonom: Weltweit treiben Armeen und Rüstungskonzerne unbemannte Systeme für Kampf und Versorgung voran. Auch für Deutschland ergeben sich daraus neue Perspektiven – von der Bundeswehr bis zur zivilen Schifffahrt.

US-Armee setzt auf künstliche Intelligenz im Gelände

Die US-Armee treibt die Entwicklung autonomer Kampfroboter mit Hochdruck voran. Am 4. August gab sie eine Partnerschaft mit dem Unternehmen EdgeRunner AI bekannt. Ziel ist ein „Gehirn" an Bord der Maschinen, das es ihnen ermöglicht, ihre Mission auch nach dem Verlust der Funkverbindung fortzusetzen. Firmenchef Tyler Saltsman betont die Notwendigkeit lokaler Rechenleistung: Die Abhängigkeit von Satelliteninternet wie Starlink könne die Position einer Einheit für Gegner sichtbar machen.

Parallel dazu sicherte sich der Rüstungskonzern American Rheinmetall am 3. August einen 18-Monats-Vertrag als Hauptintegrator für das Projekt Sustainment der US-Armee. Gemeinsam mit den Partnern Harbinger, Forterra und Primordial Labs liefert das Unternehmen vier hybride, autonome Bodenfahrzeuge für den taktischen Nachschub.

Die Fahrzeuge basieren auf der Harbinger-Plattform und bieten eine Nutzlast von rund 8.200 Kilogramm. Die Reichweite im Hybridbetrieb liegt bei 800 Kilometern, davon 170 Kilometer rein elektrisch. Die Roboter sind für extreme Temperaturen von minus 30 bis plus 55 Grad Celsius ausgelegt und erreichen bis zu 105 km/h. Eine Besonderheit: Die Steuerung erfolgt per Sprachbefehl. Die Integration in eine operative Einheit ist für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant.

Internationales Wettrüsten bei Kampfrobotern

Auch außerhalb der USA beschleunigt sich die Entwicklung autonomer Systeme. Thales Australia präsentierte am 4. August einen bewaffneten Bodenroboter namens „Guardian Angel" – entwickelt in nur sechs Wochen. Der Prototyp hat Schießtests absolviert und ist mit einer Fernbedienungswaffenstation mit Maschinengewehr ausgestattet.

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In Deutschland erhielt Stark Defence am 3. August den Auftrag, die Bundeswehr mit Virtus-Kampfdrohnen für ihre Brigade in Litauen zu beliefern. Das Münchner Unternehmen fährt dafür die Produktion hoch und will die Kapazität verdreifachen. Die Drohnen kosten zwischen 80.000 und 100.000 Euro, haben eine Reichweite von 130 Kilometern und können fünf Kilogramm Nutzlast tragen. Die Auslieferung soll im dritten Quartal 2026 beginnen.

Das US-Startup Foundation Future Industries meldete am 3. August Fortschritte bei Tests humanoider Roboter in der Ukraine. Der Phantom MK-1 wird dort für Aufklärung und Logistik eingesetzt. Eine zweite Version mit doppelter Nutzlast ist in Entwicklung. Firmenchef Sankaet Pathak beziffert die Forschungsaufträge des US-Militärs auf rund 24 Millionen Dollar. Auch bewaffnete Versionen seien auf Anfrage denkbar.

Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommt derweil der Sicarius UGV 1.5. Das elektrische 6x6-Fahrzeug von TAG Dynamics bietet eine modulare Architektur für Aufklärung, Logistik und Kampfunterstützung – inklusive Panzerung und Waffenstationen.

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Autonome Schiffe: Vom Torpedorohr bis zur Paketfähre

Die Autonomie-Offensive erfasst auch die Seefahrt. Die US-Marine vergab einen Auftrag über 392 Millionen Dollar an Saronic für die Entwicklung autonomer Drohnenboote der Corsair-Klasse. Die 24-Fuß-Boote schaffen eine Reichweite von 1.000 Seemeilen und transportieren 450 Kilogramm Nutzlast bei über 35 Knoten. Anduril verhandelt unterdessen über eine große Drohnenboot-Fabrik in Maryland – ein Schritt nach einer Finanzierungsrunde über fünf Milliarden Dollar, die das Unternehmen mit 61 Milliarden Dollar bewertete.

In Deutschland testeten Gabler und Flanq am 14. Juli erfolgreich den „Ranger": ein unbemanntes Überwasserfahrzeug, das aus einem Torpedorohr gestartet wird. Das könnte die U-Boot-Kriegsführung grundlegend verändern – hin zu heimlichen Angriffs- und Aufklärungsmissionen.

Auf ziviler Seite erproben Forscher der TU Berlin seit Anfang August im Westhafen ein System namens A-SWARM II. Autonome Elektroboote koppeln sich dort zu größeren Einheiten zusammen, um Pakete zu transportieren. Das Pilotprojekt läuft bis 2027 und soll den Straßenverkehr entlasten. Über dezentrale Umschlagstationen könnten so bis zu 1,8 Millionen Menschen erreicht werden.

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