MilitÀrroboter-Boom, TerMIT

MilitĂ€rroboter-Boom: 2.000 TerMIT aus Deutschland fĂŒr Ukraine

20.06.2026 - 08:23:52 | boerse-global.de

Die US-Armee schreibt unbemannte Bergesysteme aus. Parallel zeigen Liebherr und Kepler Robotics neue schwere Roboter fĂŒr militĂ€rische EinsĂ€tze.

US-Armee sucht Roboter fĂŒr autonome Fahrzeugbergung
MilitĂ€rroboter-Boom - A military recovery robot with articulated limbs prepares to rig a disabled armored vehicle on a smoky battlefield at dusk. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine entsprechende Ausschreibung wurde am 17. Juni 2026 veröffentlicht.

Das Vorhaben zielt darauf ab, Soldaten in hochintensiven Gefechtssituationen zu schĂŒtzen. Roboter sollen kĂŒnftig beschĂ€digte Fahrzeuge orten, aufnehmen und abtransportieren – ohne dass menschliche Besatzungen sich in Gefahr begeben mĂŒssen.

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Autonome Navigation unter schwierigsten Bedingungen

Die geforderten Systeme mĂŒssen sich eigenstĂ€ndig orientieren können. Besonders knifflig: Sie sollen auch dann funktionieren, wenn GPS-Signale gestört oder gar nicht verfĂŒgbar sind. Die Armee spricht von „DDIL"-Bedingungen – also Umgebungen mit gestörter, eingeschrĂ€nkter oder unterbrochener Netzabdeckung.

Interessierte Unternehmen haben bis zum 31. Juli 2026 Zeit, ihre Lösungen einzureichen. Die technischen Vorgaben orientieren sich an den Richtlinien der Army Technical Publication 4-31.

Schwere Bergungstechnik made in Germany

Parallel dazu zeigt die Industrie, was technisch bereits machbar ist. Mitte Juni prĂ€sentierte Liebherr auf der EuropĂ€ischen Verteidigungsmesse 2026 den MLTB 1025-4.1 – eine mobile Schwerbergungsplattform. Das vierachsige GelĂ€ndefahrzeug ist mit zwei synchron gesteuerten Rotzler-Seilwinden ausgestattet. Optional lĂ€sst sich die Kabine von Fahrer und KranfĂŒhrer panzern.

Die Bundeswehr setzt unterdessen auf automatisierte Nachschubkonvois. Das Forschungsprojekt InterRoC (Interoperable Robotic Convoy) soll hochautomatisierte Lkw-Kolonnen fĂŒr militĂ€rische Logistik entwickeln. Beteiligt sind Quantum Systems und Daimler Truck. Quantum Systems integriert seine KI-Software in die Lkw-Plattformen, wĂ€hrend das Bundeswehr-Automotive-Center an standardisierten Zertifizierungsprozessen arbeitet.

Vierbeinige Schwerarbeiter

Auch kommerzielle Anbieter mischen mit. Kepler Robotics enthĂŒllte Mitte Juni den „Qilin" – einen schweren Quadruped-Roboter. Das 300 Kilogramm schwere GerĂ€t nutzt Rollengewindetechnik und kann rund eine Tonne ziehen. In VorfĂŒhrungen zog der Roboter einen vollwertigen Pkw. Die Akkulaufzeit betrĂ€gt acht Stunden – genug fĂŒr EinsĂ€tze in unwegsamem GelĂ€nde.

Taktische Kleinroboter fĂŒr die Ukraine

Die Nachfrage nach kleineren, modularen Bodenrobotern steigt ebenfalls. Am 19. Juni 2026 wurde bekannt, dass Quantum Tencore Industries (QTI) den Zuschlag fĂŒr die Lieferung von 2.000 TerMIT-Kleinrobotern an die ukrainischen StreitkrĂ€fte erhalten hat. Die Produktion der modularen Kettenfahrzeuge erfolgt in Deutschland, finanziert vom Bundesverteidigungsministerium. Die TerMIT-Plattform ist seit 2023 im Einsatz.

Neuheiten von der Eurosatory

Auf der RĂŒstungsmesse Eurosatory 2026 zeigten weitere Hersteller ihre Entwicklungen:

  • IDV prĂ€sentierte eine verbesserte Version des Viking UGV mit leistungsfĂ€higeren Sensoren und Rechnern, dazu den neuen CL2X UGV
  • AeroVironment stellte den TOM 50 RE vor – einen rucksacktauglichen Roboter unter zehn Kilogramm. Er trĂ€gt fĂŒnf Kilo Nutzlast zur Kampfmittelbeseitigung und navigiert per SLAM-Technik auch ohne GPS
  • Milrem Robotics und CNIM SystĂšmes Industriels unterzeichneten eine AbsichtserklĂ€rung zur Entwicklung unbemannter PionieraufklĂ€rungslösungen auf Basis des THeMIS UGV

Sicherheitsroboter fĂŒr Japan

Auch bei der Bewachung militĂ€rischer Anlagen kommen Roboter zum Einsatz. Am 18. Juni 2026 erhielt die GMO Internet Group einen Auftrag der japanischen BodenselbstverteidigungsstreitkrĂ€fte. Ein Konsortium aus fĂŒnf Unternehmen testet vierbeinige Sicherheitsroboter auf mehreren Garnisonen. Ziel ist die rund um die Uhr mögliche, ferngesteuerte Überwachung in unebenem GelĂ€nde und bei Extremwetter.

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Winzige Rechner fĂŒr die Zukunft

Die US-Forschungsbehörde DARPA sucht unterdessen nach extrem stromsparenden Computerchips. In einer Ausschreibung vom 18. Juni 2026 geht es um „Low Resource Computing"-Konzepte. Die Systeme sollen mit Nanowatt-Leistung und minimalem Speicher auskommen. Interessenten können bis zum 17. Juli 2026 Angebote einreichen. Ein Workshop ist fĂŒr August 2026 in Hanover, New Hampshire, geplant.

Ebenfalls am 18. Juni veröffentlichte die US-Armee eine Ausschreibung fĂŒr den VEDDER-Biotech-Beschleuniger. Das 95 Millionen Euro schwere FĂŒnfjahresprogramm soll nicht-traditionelle RĂŒstungszulieferer in die CBRN-Abwehrforschung einbinden. Die ersten AuftrĂ€ge werden fĂŒr Anfang September 2026 erwartet.

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