Schwerlastrakete, Jeff

Schwerlastrakete von Jeff Bezos hebt erstmals ab

16.01.2025 - 08:05:14

MilliardÀr gegen MilliardÀr: Elon Musks Unternehmen SpaceX erobert seit lÀngerem den Weltraum, nun will Blue Origin von Jeff Bezos nachlegen - und testet erstmals eine neue, leistungsstarke Rakete.

  • Die Rakete «New Glenn» ist rund 100 Meter hoch. Sie ist nach John Glenn benannt, dem ersten US-amerikanischen Astronauten in einer Erdumlaufbahn. - Foto: -/Blue Origin/dpa

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  • Unter anderem sollte bei dem Flug die KommunikationsfĂ€higkeit von «Blue Ring» von Ingenieuren auf der Erde getestet werden.  - Foto: Jennifer Briggs/ZUMA Press Wire/dpa

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  • Amazon-GrĂŒnder Jeff Bezos grĂŒndete Blue Origin im Jahr 2000. - Foto: Paul Ellis/PA Wire/dpa

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Die Rakete «New Glenn» ist rund 100 Meter hoch. Sie ist nach John Glenn benannt, dem ersten US-amerikanischen Astronauten in einer Erdumlaufbahn. - Foto: -/Blue Origin/dpaUnter anderem sollte bei dem Flug die KommunikationsfĂ€higkeit von «Blue Ring» von Ingenieuren auf der Erde getestet werden.  - Foto: Jennifer Briggs/ZUMA Press Wire/dpaAmazon-GrĂŒnder Jeff Bezos grĂŒndete Blue Origin im Jahr 2000. - Foto: Paul Ellis/PA Wire/dpa

Das Weltraumunternehmen Blue Origin von Amazon-GrĂŒnder Jeff Bezos hat erstmals seine neue, leistungsstarke Rakete «New Glenn» getestet. Die rund 100 Meter hohe, nach dem US-Astronauten John Glenn (1921-2016) benannte Rakete hob vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab, wie Live-Aufnahmen des Unternehmens zeigten. Die TrĂ€gerrakete sollte im Verlauf des Testflugs im Atlantik auf einem Schiff landen.

«Dies ist unser erster Flug und wir haben uns grĂŒndlich darauf vorbereitet», teilte Blue Origin kurz vor dem Start auf der Plattform X mit. «Aber keine noch so große Anzahl von Bodentests oder Missionssimulationen kann einen Flug mit dieser Rakete ersetzen.» Wichtigstes Ziel des Teststarts sei, die Umlaufbahn sicher zu erreichen. «Alles, was darĂŒber hinausgeht, ist das SahnehĂ€ubchen auf dem Kuchen.» 

Die Rakete gleich beim ersten Versuch auf dem Atlantik landen zu wollen, sei ehrgeizig - «aber wir werden es versuchen», hieß es. «Ganz gleich, was passiert, wir werden daraus lernen, es verfeinern und die gewonnenen Erkenntnisse bei unserem nĂ€chsten Start anwenden.»

Wegen ungĂŒnstiger Bedingungen und eines technischen Problems war der Testflug zuvor mehrfach verschoben worden.

Kommunikation testen

An Bord hatte die zweistufige Schwerlastrakete einen Prototyp des Raumfahrzeugs «Blue Ring», das spÀter Satelliten ins All bringen soll. Unter anderem sollte bei dem Flug die KommunikationsfÀhigkeit von «Blue Ring» von Ingenieuren auf der Erde getestet werden. 

Nach eigenen Angaben arbeitet Blue Origin bereits seit mehr als einem Jahrzehnt an der Entwicklung der teilweise wiederverwendbaren Rakete, die etwa 45 Tonnen Material in die niedrige Erdumlaufbahn transportieren kann. Auch Astronauten sollen damit kĂŒnftig Missionen absolvieren.

Die erste Stufe von «New Glenn» ist nach Unternehmensangaben fĂŒr mindestens 25 FlĂŒge ausgelegt. Das werde zu deutlich weniger Abfall und Kosten fĂŒhren. Auch SpaceX setzt auf wiederverwendbare Raketenteile. Bei anderen Raketen wie der europĂ€ischen TrĂ€gerrakete Ariane 6 fallen die Antriebe einfach ins Meer.

Konkurrenz fĂŒr SpaceX

In Zukunft will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Raumfahrtfirma von Tech-MilliardĂ€r Elon Musk fliegt vor allem mit seiner «Falcon Heavy»-Rakete schon seit Jahren fĂŒr die US-Raumfahrtbehörde Nasa und andere Auftraggeber. Die «Falcon Heavy» kann etwa 64 Tonnen Material transportieren. 

SpaceX entwickelt derzeit auch das grĂ¶ĂŸte jemals gebaute Raketensystem der Raumfahrtgeschichte, das «Starship». Dessen siebter Testflug könnte im Verlauf der Woche starten. Blue Origin bietet bislang vor allem kurze All-AusflĂŒge fĂŒr Weltraum-Touristen mit der Rakete «New Shepard» an. Bei deren erstem Flug war 2021 auch Bezos selbst an Bord.

@ dpa.de