Mind, Motion

Mind & Motion an der TH Brandenburg: Gesundheitstag mit VR-Tai-Chi am 20. Oktober

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Aktionstag verbindet persönliche Beratung mit VR-Übungen; bundesweite Daten zeigen, dass psychische Erkrankungen viele Studierende betreffen.
Eine sonnige Wiese auf einem Universitätscampus mit einem modernen Gebäude im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Prüfungsphasen, Leistungsdruck und der Studienalltag stellen für viele Lernende an deutschen Hochschulen eine erhebliche Belastung dar. Um das Bewusstsein für die eigene körperliche und mentale Verfassung zu schärfen, organisiert die Technische Hochschule Brandenburg am 20. Oktober 2026 den studentischen Gesundheitstag unter dem Titel „Mind & Motion“.

Die Veranstaltung findet von 9 bis 16 Uhr auf der Wiese hinter dem Audimax statt und wird in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse durchgeführt, die unter anderem mit einem Gesundheitsmobil vor Ort ist.

Gezielte Impulse durch Coaching und Virtual Reality

Das Programm an der TH Brandenburg kombiniert klassische Beratungsansätze mit modernen Technologien zur Entspannung. Studierende können vorab individuelle Termine buchen, darunter zwanzigminütige Einzelgespräche für ein persönliches Mindset-Coaching. Parallel dazu steht ein zwanzigminütiges Training in virtuellem Tai-Chi zur Verfügung, bei dem Teilnehmende mithilfe von Virtual-Reality-Brillen durch Bewegungsabläufe geleitet werden.

Der Einsatz von virtueller Realität in der Gesundheitsförderung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie Fachleute der IFBG GmbH betonen, erzeugt die Immersion digitaler Umgebungen ein ausgeprägtes Präsenzgefühl, das messbare körperliche Reaktionen wie Veränderungen von Herzfrequenz und Atmung hervorrufen kann.

Im betrieblichen und studentischen Gesundheitsmanagement wird diese Technologie bereits in Feldern wie Stressregulation, Schlafverbesserung, Konzentrationsförderung sowie Bewegung und Koordination erprobt.

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Als Herausforderung gilt das Risiko von Übelkeit oder Schwindel, dem sogenannten Phänomen der Motion Sickness, welches vor allem bei technisch oder konzeptionell unausgereiften Programmen auftritt.

Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Experten eine schrittweise Heranführung und gezielte Aufklärung. Zudem kann das Übertragen der virtuellen Bilder auf externe Bildschirme das Geschehen für umstehende Personen sichtbar machen und als motivierender Faktor dienen.

Hoher Anteil psychischer Beeinträchtigungen im Studienalltag

Initiativen wie der Aktionstag in Brandenburg reagieren auf eine spürbare Zunahme gesundheitlicher Herausforderungen unter Studierenden. Daten der bundesweiten DZHW-Erhebung „best3“, die an der Hochschule Wismar anlässlich des dortigen Aktionstags für nicht sichtbare Beeinträchtigungen ausgewertet wurden, verdeutlichen das Ausmaß: Fast 16 Prozent aller Studierenden leben demnach mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Bezogen auf die 7.315 Studierenden der Hochschule Wismar im Wintersemester entspricht dies hochgerechnet 1.163 Betroffenen.

Unter den erfassten Beeinträchtigungen dominieren psychische Erkrankungen deutlich mit einem Anteil von 65,2 Prozent, was 758 Personen entspricht. Chronische Erkrankungen machen 13,2 Prozent aus (154 Betroffene), während Hörbeeinträchtigungen bei 1,1 Prozent beziehungsweise 13 Personen liegen.

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Eine besondere Hürde im Hochschulalltag stellt die Unsichtbarkeit dieser Probleme dar: Lediglich drei Prozent der Beeinträchtigungen sind bei einem Erstkontakt auf den ersten Blick erkennbar. Dies führt dazu, dass fast sechs von zehn Betroffenen keinen formalen Nachteilsausgleich beantragen.

Ausbau langfristiger Präventionsstrukturen

Neben punktuellen Aktionstagen setzen Hochschulen vermehrt auf dauerhafte Beratungs- und Unterstützungsangebote. An der Universität Magdeburg baut eine Koordinatorin derzeit ein Netzwerk aus Ersthelfenden für mentale Gesundheit auf, um Beschäftigte gezielt darin zu schulen, psychische Belastungen im Universitätsbetrieb frühzeitig wahrzunehmen.

Parallel dazu befindet sich dort ein studentisches Gesundheitsmanagement im Aufbau, das perspektivisch in ein ganzheitliches Konzept übergehen soll. Auch die Gestaltung des Campusumfelds spielt eine Rolle: Eine Arbeitsgruppe plant dort mehr Grünflächen, weniger Autoverkehr und zusätzliche Bewegungszonen rund um das Studierendenhaus.

Die Initiativen zeigen, dass die Förderung psychischer und körperlicher Ressourcen im tertiären Bildungsbereich schrittweise zu einer festen institutionellen Aufgabe wird.

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