Minisforum bringt KI-NAS-Serie mit Intel-Chips auf den Markt
09.05.2026 - 05:57:55 | boerse-global.deDer chinesische Hardware-Hersteller Minisforum hat gemeinsam mit Intel eine neue Reihe von KI-gestützten NAS-Geräten vorgestellt. Die Modelle S5 und S7 zielen auf den wachsenden Markt für lokale KI-Verarbeitung ab.
Die neuen Modelle: Agent NAS S5 und S7
Das Flaggschiff der Serie ist der Agent NAS S5 – ein lüfterloses Gerät mit Intels Core-Series-3-Architektur (Codename „Wildcat Lake"). Es arbeitet völlig geräuschlos und ist mit 16 GB LPDDR5X-7200 Arbeitsspeicher sowie Wi-Fi 7 ausgestattet. Die Speicherlösung basiert auf einem reinen Flash-Array mit fünf M.2-PCIe-4.0-Steckplätzen, die eine Gesamtdurchsatzrate von 10,8 GB/s ermöglichen.
Minisforum integrierte zudem die hauseigene MinisOpenClaw-KI-Software, die als Grundlage für lokale KI-Agenten und automatisierte Datenverarbeitung dient.
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Der Agent NAS S7 setzt noch einen drauf: Er nutzt Intels Core-Ultra-Series-3-Prozessoren und bietet sieben NVMe-Steckplätze für noch mehr Speicherkapazität. Besonders für professionelle Umgebungen interessant: Das Gerät verfügt über zwei 10G-SFP+-Anschlüsse und eine 10G-RJ45-Schnittstelle für Hochgeschwindigkeitsnetzwerke.
Konkrete Preise oder Liefertermine für den deutschen Markt nannte Minisforum noch nicht.
Dramatischer Wandel im Hardware-Markt
Die Markteinführung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der klassische PC-Markt seine schwerste Krise seit 2008 durchlebt. Die Preise für Arbeitsspeicher und SSDs sind explodiert: DRAM verteuerte sich im ersten Quartal 2026 um bis zu 95 Prozent, NAND-Flash um bis zu 60 Prozent. Speicher und Datenträger machen inzwischen über 30 Prozent der gesamten PC-Baukosten aus – historisch waren es etwa 15 Prozent.
Die Folgen sind dramatisch: Führende Mainboard-Hersteller wie ASUS, Gigabyte, MSI und ASRock haben ihre Auslieferungsziele für 2026 um 25 bis 30 Prozent gesenkt. ASUS wird voraussichtlich weniger als zehn Millionen Mainboards ausliefern – 2025 waren es noch 15 Millionen. ASRock kämpft mit einem Ziel von nur noch 2,7 Millionen Einheiten.
Viele Hersteller setzen daher auf margenstarke KI-Server und spezialisierte Edge-Geräte wie die neue Minisforum-Serie, um profitabel zu bleiben.
Europa setzt auf High-End-Hardware
Trotz des allgemeinen Abschwungs zeigt sich in bestimmten Regionen ein gegenteiliger Trend. Im ersten Quartal 2026 wuchsen die Desktop-Umsätze in den sechs größten europäischen Märkten um fast 19 Prozent im Jahresvergleich. Besonders stark fiel das Wachstum in Polen aus: plus 68 Prozent. Spanien legte um 36,5 Prozent zu, Deutschland um 32 Prozent.
Großbritannien hingegen verzeichnete Rückgänge: Notebook-Umsätze fielen um 17,2 Prozent, Desktop-Umsätze um 10,9 Prozent.
KI-Hardware wird zum entscheidenden Faktor
Im asiatisch-pazifischen Raum treibt die KI-Nachfrage die Hardware-Branche an. Eine IDC-Studie vom Frühjahr 2026 zeigt: 48 Prozent der Großunternehmen in der Region haben bereits KI-PCs im Einsatz. 89 Prozent dieser Firmen bewerten KI-Funktionen als entscheidend für ihre Hardware-Beschaffung – viele sind bereit, einen Aufpreis von zehn Prozent oder mehr zu zahlen.
In Australien liegt die KI-PC-Adoptionsrate bei 65 Prozent. Unternehmen berichten von Produktivitätssteigerungen um rund 30 Prozent – das entspricht etwa 2,17 Stunden pro Tag.
Wettbewerber rüsten ebenfalls auf
Der Trend zu KI-optimierter Hardware erfasst die gesamte Branche. Apple brachte Anfang des Jahres die M5-Chip-Familie auf den Markt, die eine vierfache KI-Leistung im Vergleich zur M4-Generation bieten soll. Die neuen MacBook-Pro- und iPad-Pro-Modelle liefern laut Apple bis zu achtmal schnellere Bildverarbeitung als ältere M-Serie-Geräte.
Auch AMD meldet Rekordzahlen: Der Datencenter-Umsatz erreichte im ersten Quartal 2026 5,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 57 Prozent im Jahresvergleich. Der Markt für Server-CPUs werde bis 2030 jährlich um über 35 Prozent wachsen, so die AMD-Führung.
Der strategische Schwenk zu Edge-KI
Die Zusammenarbeit zwischen Minisforum und Intel ist eine direkte Reaktion auf die Krise im klassischen Hardware-Markt. Mit dem Fokus auf „Agent NAS" bedienen die Unternehmen eine Nische zwischen traditionellem Speicher und Cloud-basierten KI-Diensten. Datenschutzbedenken und steigende Bandbreitenkosten machen die lokale KI-Verarbeitung – am „Rand" des Netzwerks – für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend attraktiv.
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ASUS zeigt, dass dieser Kurs profitabel sein kann: Der Server-Umsatz des Unternehmens soll 2026 auf 6,77 Milliarden Euro steigen – ein massiver Sprung von 2,71 Milliarden Euro im Vorjahr.
Ausblick: Zweigeteilter Markt erwartet
Für den Rest des Jahres 2026 zeichnet sich eine Spaltung des Hardware-Marktes ab. Während die Nachfrage nach Standard-PCs und -Komponenten aufgrund hoher RAM- und SSD-Preise gedämpft bleiben dürfte, erwarten Analysten zweistellige Wachstumsraten bei KI-PCs und KI-NAS-Geräten.
Minisforum und Intel werden mit ihrer neuen Serie vermutlich Nachahmer auf den Plan rufen. Samsung hat bereits für den 19. Mai eine Ankündigung neuer Monitore angekündigt. Der Erfolg der Modelle S5 und S7 wird zeigen, ob lokale KI-Agenten einen neuen Hardware-Upgrade-Zyklus auslösen können – selbst in Zeiten steigender Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit.
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