FSME-FĂ€lle, Jahr

FSME-FĂ€lle in diesem Jahr deutlich gestiegen

11.11.2024 - 04:00:36

Mit der kalten Jahreszeit nimmt die AktivitĂ€t der Zecken ab – dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Die Zahl der FSME-FĂ€lle liegt in diesem Jahr deutlich höher als im Vorjahr.

In der diesjĂ€hrigen Zeckensaison sind bislang deutlich mehr FĂ€lle der FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet worden als im Vorjahr. Bis Ende Oktober wurden bundesweit 582 Infektionen mit dem FSME-Virus registriert, wie das Robert Koch-Institut auf Anfrage mitteilte. Das sind 145 FĂ€lle mehr als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr. 

Relativ niedrige Impfquoten

FSME wird durch Viren verursacht, die durch Zeckenstiche ĂŒbertragen werden können. Die Krankheit kann EntzĂŒndungen der HirnhĂ€ute, des Gehirns und des RĂŒckenmarks auslösen. Bei 99 Prozent der Betroffenen fehlte den Angaben zufolge ein Impfschutz. Die Impfquoten in Risikogebieten sind laut RKI relativ niedrig und schwanken stark. Bundesweit lag die Impfquote demnach im Jahr 2020 bei etwa 19 Prozent.

Ein Risiko fĂŒr eine FSME-Infektion gibt es vor allem in Bayern und Baden-WĂŒrttemberg, in SĂŒdhessen, im sĂŒdöstlichen ThĂŒringen, in Sachsen und seit 2022 auch im sĂŒdöstlichen Brandenburg. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. 

Die jĂ€hrliche Zahl der gemeldeten FSME-FĂ€lle schwankt laut RKI stark und wird durch klimatische und ökologische Faktoren beeinflusst, die die AktivitĂ€t und den Lebenszyklus der Zecken sowie die Populationen der Wirtstiere bestimmen. Auch das Freizeitverhalten der Menschen kann das Infektionsrisiko erhöhen. Zecken sind ab Temperaturen von etwa sechs Grad aktiv. Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine FSME-Impfung fĂŒr Menschen in Risikogebieten, die Kontakt zu Zecken haben könnten.

Auch Anstieg der Borreliose-FĂ€lle

Neben FSME ĂŒbertragen Zecken auch die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose. Borreliose kommt in ganz Deutschland vor, es gibt aber keine bundesweite Meldepflicht. Auch bei Borreliose verzeichnete das RKI in diesem Jahr mehr FĂ€lle: Bislang wurden 9.730 FĂ€lle gemeldet, im Vorjahr waren es insgesamt 9601. Unbehandelt kann Borreliose zu EntzĂŒndungen der Gelenke, des Herzmuskels und des Nervensystems fĂŒhren. Bisher gibt es keine Schutzimpfung.

@ dpa.de