Mittelmeerdiät, Fastentage

Mittelmeerdiät: Fastentage senken Entzündungsmarker hsCRP um rund 25 Prozent

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie verbindet Gewichtsabnahme mit niedrigeren Entzündungsmarkern; Fachgesellschaften empfehlen die Mittelmeerdiät als Teil eines gesunden Lebensstils.
Eine Auswahl an frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln wie Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Walnüssen und Olivenöl auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Nach Einschätzung von Harvard Health Publishing stellt die Ernährung die wirksamste Option im Umgang mit chronischen Entzündungsprozessen dar. Insbesondere die Mittelmeerdiät erweise sich hierbei als besonders wirkungsvoll. Chronische, niedriggradige Entzündungen gelten in der Medizin als bedeutsamer Risikofaktor für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Leiden und Typ-2-Diabetes.

Systematischer Austausch statt isolierter Nahrungsmittel

Harvard Health Publishing hebt hervor, dass die bloße Ergänzung einzelner Nahrungsmittel wie Beeren, Nüsse oder Lachs eine Kost nicht automatisch antientzündlich mache. Maßgeblich sei vielmehr ein dauerhaftes, ganzheitliches Ernährungsmuster, das auf einem systematischen Austausch von Lebensmitteln beruht.

Zu den Produkten, die nach Empfehlung von Harvard gemieden werden sollten, zählen raffinierte Kohlenhydrate wie Weißbrot, Frittiertes, zuckerhaltige Getränke, Margarine, Schweineschmalz sowie rotes und verarbeitetes Fleisch wie Wurstwaren.

Als förderlich gelten stattdessen Vollkornprodukte wie Hafer, Bulgur und brauner Reis, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Blattgemüse, Mandeln, Walnüsse, Olivenöl sowie fetter Fisch wie Lachs und Sardinen, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist.

Harvard Health Publishing stellt jedoch klar, dass Ernährungsumstellungen keine eigenständige medikamentöse Wirkung entfalten und eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Zudem hänge die Wirksamkeit eng mit weiteren Lebensstilfaktoren wie ausreichender Bewegung und genügend Schlaf zusammen.

Nährstoffprofile und Empfehlungen der Fachgesellschaften

Das Gesundheitsportal GoodRx listet spezifische Nahrungsmittel auf, deren Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Dazu gehören Beeren mit Polyphenolen, Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl, Blumenkohl, Tomaten mit Lycopin, Grüntee mit EGCG, Avocados, Kaffee sowie Ananas mit Bromelain.

Anzeige

Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort steckt in diesem kostenlosen Ratgeber, den bereits tausende Menschen für eine gezielte Ernährungsumstellung nutzen. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung herunterladen

Für die Gelenkgesundheit rät GoodRx zu Antioxidantien, Sonnenblumenkernen und Blattgemüse, während Muskeln von Magnesium und Kalium aus Bananen, Mandeln und Vollkorn profitieren.

Auch rheumatologische Vereinigungen stützen diese Ausrichtung: Die Société Française de Rhumatologie (SFR), das American College of Rheumatology (ACR) und die EULAR empfehlen übereinstimmend die Mittelmeerdiät mit hohem Anteil an Ballaststoffen, Gemüse, Fisch und Nüssen bei gleichzeitiger Reduktion von Fleisch und Zucker.

Die SFR betont, dass eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht die Basis bilden müssen, zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber strengen Ausschlussdiäten. Beobachtungsstudien belegen laut SFR, dass eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht die Entzündungsaktivität bei rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis senkt.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der täglichen Kost auf chronische Beschwerden befasst, erkennt schnell die Bedeutung der richtigen Lebensmittelauswahl. Diese Experten-Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Gelenkschmerzen und Erschöpfung durch 12 natürliche Entzündungs-Killer aus dem Supermarkt lindern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung sichern

Eine französische Erhebung der Fachgesellschaft zeigt zudem, dass 40 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis und 30 Prozent der Spondyloarthritis-Betroffenen nach der Diagnose ihre Ernährung verändern – 69 Prozent davon allerdings ohne vorherige Fachberatung.

Gewichtsverlust als wesentlicher Wirkmechanismus

Welche Mechanismen hinter den Effekten stehen, untersuchte eine randomisierte kontrollierte Studie der Universität Sydney an 53 Erwachsenen mit Stoffwechselrisiko, die im Fachjournal Cell Metabolism erschien.

Ein achtwöchiger Vergleich zwischen Mittelmeerdiät und westlicher Kost zeigte in der reinen Diätphase zwar ein Absinken der Triglyceride um 22 Prozent sowie des Gesamt- und LDL-Cholesterins um 6 beziehungsweise 7 Prozent, jedoch keine signifikante Veränderung des Entzündungsmarkers hsCRP.

Erst in einer anschließenden achtwöchigen Phase mit zwei Fastentagen pro Woche sank der hsCRP-Wert um rund 25 Prozent gegenüber dem Ausgangswert, begleitet von einem Rückgang der Marker IL-1? und MCP-1 sowie einer Gewichtsreduktion von durchschnittlich 3,63 Kilogramm.

Die Studienautoren kamen zu dem Schluss, dass der mit der Ernährung verbundene Gewichtsverlust der wesentliche Treiber des antientzündlichen Nutzens ist und nicht allein die Diätqualität.

Fachleute unterstreichen daher, dass eine Ernährungsumstellung als langfristiger Lebensstil verstanden werden muss, der chronische Prozesse eindämmt, aber bestehende medizinische Therapien sinnvoll begleiten statt ersetzen soll.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70395746 |