Mitternachtssnacks: SpÀtes Essen kann Schlaf und Verdauung empfindlich stören
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Medizinische Fallberichte und Gesundheitsratgeber befassen sich zunehmend mit den Auswirkungen der abendlichen ErnĂ€hrung auf das körperliche Wohlbefinden. Was spĂ€t am Tag konsumiert wird, kann sich nicht nur auf das Verdauungssystem auswirken, sondern auch Symptome wie eine verstopfte Nase am Morgen begĂŒnstigen oder Stoffwechselprozesse und den Schlaf empfindlich stören.
NÀchtliche Atemprobleme und ErnÀhrungsmythen
Eine blockierte Nase nach dem Aufwachen beeintrĂ€chtigt die nĂ€chtliche Erholung oft erheblich. Welche Rolle die ErnĂ€hrung dabei spielen kann, illustriert unter anderem der Fall des Tennisspielers Novak Djokovic: Nach mehreren Spielaufgaben in jungen Jahren aufgrund von Atemproblemen, einem Eingriff an den Nasennebenhöhlen im Jahr 2007 sowie einem TurnierrĂŒckzug im FrĂŒhjahr 2010 infolge einer Pollenallergie entschied er sich fĂŒr eine grundlegende ErnĂ€hrungsumstellung.
Manche weitverbreitete Annahme hĂ€lt wissenschaftlichen ĂberprĂŒfungen jedoch nicht stand. So fand eine Ăbersichtsarbeit im Journal of the American College of Nutrition keinen Beleg dafĂŒr, dass der Konsum von Milchprodukten bei ErkĂ€lteten zu vermehrter Schleimbildung oder einer Verstopfung der Nase fĂŒhrt.
Zur Symptomlinderung bei chronischen NasennebenhöhlenentzĂŒndungen untersuchte eine Cochrane-Auswertung den Einsatz von NasenspĂŒlungen mit Kochsalzlösung. BezĂŒglich Vitamin C zeigte eine weitere Cochrane-Ăbersichtsarbeit, dass eine regelmĂ€Ăige Einnahme die ErkĂ€ltungsdauer leicht verkĂŒrzen kann.
Mediziner raten zu einer fachÀrztlichen AbklÀrung, wenn Schnupfen lÀnger als zwei Wochen anhÀlt, eine Verstopfung einseitig auftritt oder Symptome wie Gesichtsschmerzen und blutiger Ausfluss hinzukommen.
Belastungen fĂŒr Magen und Stoffwechsel
Neben SchĂ€rfe im Essen gelten auch spĂ€te Nickerchen als Störfaktoren fĂŒr die Nachtruhe. Vor allem spĂ€te und schwere Mahlzeiten stellen den Körper vor Herausforderungen: Laut der Krankenkasse AOK deuten Studien darauf hin, dass eine erhöhte Kalorienzufuhr spĂ€t am Abend das Risiko von Fettleibigkeit steigern kann, wenngleich letztlich die ĂŒber den gesamten Tag aufgenommene und verbrauchte Energiemenge den Ausschlag gibt.
Da spÀte Nahrung im Schlaf schlechter verdaut wird, leiden das Ein- und Durchschlafen. HÀufige Mitternachtssnacks gehen zudem mit BlÀhungen, Verstopfung, allgemeinen Magen-Darm-Störungen sowie Sodbrennen einher.
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Letzteres ist weit verbreitet: Nach Angaben des Instituts fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) leiden in westlichen LĂ€ndern bis zu 25 von 100 Menschen an wiederkehrenden Beschwerden, wĂ€hrend Deximed die Betroffenenquote unter Erwachsenen in Deutschland auf etwa jeden FĂŒnften beziffert.
Eine Fragebogenstudie der Uniklinik Köln aus dem Jahr 2007 verzeichnete HĂ€ufungsgipfel bei Menschen zwischen 40 und 50 Jahren â vorwiegend MĂ€nner â sowie zwischen 60 und 70 Jahren, bei denen vor allem Frauen betroffen waren, mit jeweils rund 45 Prozent.
Auf Hausmittel wie Natron sollte man laut einer Bewertung der Pharmazeutischen Zeitung aus dem Jahr 2008 verzichten, da das entstehende Kohlendioxid die Magenwand dehnt und die SĂ€ureproduktion erneut anregen kann; Backpulver hilft ebenfalls nicht.
Verschobene Essenszeiten und Rhythmusstörungen
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Die zeitliche Konsistenz der Nahrungsaufnahme spielt eine messbare Rolle fĂŒr die Gesundheit. In der französischen NutriNet-SantĂ©-Studie, die ĂŒber 100.000 Erwachsene ĂŒber acht Jahre hinweg beobachtete, war bei MĂ€nnern jede zusĂ€tzliche Stunde an zeitlicher Mahlzeitenverschiebung â sogenannter Eating Jetlag â mit einem um 14 Prozent höheren Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem um 21 Prozent höheren Risiko fĂŒr koronare Herzerkrankungen verbunden. Auch frĂŒhere Mahlzeiten an freien Tagen erhöhten dieses Risiko, wobei die Ursachen noch unklar sind und der Zusammenhang nur bei MĂ€nnern auftrat.
Um Störungen vorzubeugen, empfehlen Krankenkassenexperten, mehrere Stunden vor dem Zubettgehen eine leichte und zugleich sĂ€ttigende Mahlzeit zu sich zu nehmen. Geeignet sind Kombinationen aus GemĂŒse, Suppen, Pellkartoffeln, Vollkornnudeln, Reis, magerem Fleisch oder gedĂŒnstetem Fisch sowie Salate oder eine klassische Brotzeit. Tritt spĂ€ter dennoch HeiĂhunger auf, bieten sich ein Apfel oder NĂŒsse sowie ein kleiner Spaziergang an.
