MMS-Abschaltung: Deutsche Telcos schalten Dienst bis Juli ab
31.05.2026 - 14:15:06 | boerse-global.deDer Wechsel zur digitalen SIM-Karte gewinnt an Fahrt – doch viele Organisationen und Verbraucher tun sich noch schwer mit der Umstellung. Aktuelle Daten vom Mai 2026 zeigen: Während die eSIM-Technologie vor allem beim internationalen Roaming und bei Kosteneinsparungen punktet, bremsen technische Hürden und mangelndes Wissen die flächendeckende Einführung.
Unternehmen entdecken die Vorteile – zögerlich
Der „eSIM Survey Report 2026" zeichnet ein gemischtes Bild: Erst 22 Prozent der Organisationen haben die digitale SIM vollständig eingeführt. Immerhin planen weitere 30 Prozent, innerhalb der nächsten zwölf Monate nachzuziehen. Die Kostenvorteile sind für viele ein starkes Argument: 60 Prozent der Befragten sehen eSIMs als günstigere Alternative zu herkömmlichen Plastikkarten.
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Doch das größte Hindernis ist schlicht Unwissenheit. 55 Prozent der Studienteilnehmer nennen mangelnde Aufklärung als Haupthindernis. Die Folge: Bei 45 Prozent der Organisationen nutzen weniger als fünf Prozent der Kunden oder Mitarbeiter überhaupt eSIM-fähige Geräte. Ein Teufelskreis, den die Branche dringend durchbrechen muss.
Technische Fallstricke: Wenn der Wechsel zum Hindernis wird
Je mehr Anbieter auf eSIM-only oder eSIM-first setzen, desto deutlicher zeigen sich die Schwachstellen. Das Problem: Fehlende Standardisierung bei der Übertragung zwischen Geräten. Der VPN-Dienst ExpressVPN etwa stellt klar: Seine eSIM-Dienste in den höheren Tarifen sind nach der Installation fest an ein Gerät gebunden – ein Wechsel aufs neue Smartphone ist nicht möglich. Immerhin haben Nutzer 365 Tage Zeit, den Dienst nach Code-Einlösung zu installieren.
Noch kurioser wird es beim Mobilfunker giffgaff: Dort sind eSIM-Aktivierungen nur zwischen 4:30 und 21:30 Uhr möglich. Ein digitaler Dienst mit Schalteröffnungszeiten. Der Wechsel von einer physischen zur digitalen SIM dauert zwar meist eine Stunde, kann in Spitzenzeiten aber bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen. Und während internationale Anbieter oft auf QR-Codes setzen, verlangt giffgaff die Aktivierung exklusiv über die eigene App.
Familienurlaub wird zur Geduldsprobe
Wer mit der ganzen Familie verreist und mehrere Leitungen verwalten will, steht vor komplexeren Anforderungen als beim einfachen SIM-Karten-Tausch. Die Experten sind sich einig: FĂĽr die Familienreise 2026 braucht jedes Mitglied ein eigenes eSIM-Profil.
Die technischen Voraussetzungen sind streng:
- Gerätestatus: Alle Geräte müssen netzunabhängig sein, um fremde eSIM-Profile zu akzeptieren
- Kompatibilitätscheck: Per Code #06## lässt sich die EID-Nummer (Embedded Identity Document) abrufen
- Hotspot-Funktion:* Vor dem Kauf prüfen, ob der Tarif Datenweitergabe unterstützt – nicht alle Regional- oder Globalpläne erlauben das Teilen
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Neue Hardware und Finanzbranche entdecken den Markt
Die Gerätehersteller reagieren auf die steigende Nachfrage. Xiaomi brachte Ende Mai 2026 seine 17T-Serie auf den Markt, die flexible Dual-SIM-Konfigurationen ermöglicht. Ob zwei Nano-SIMs, eine Kombination aus Nano und eSIM oder gleich zwei eSIM-Profile – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Auch die Finanzbranche mischt mit: Die britische Digitalbank Monzo launchte einen eSIM-only-Tarif im Netz von Virgin Media O2. Das Angebot umfasst gestaffelte Datenpakete und inkludiert EU-Roaming bei den größeren Tarifen. Kein Zufall: 55 Prozent der Nutzer nennen Roaming als Hauptgrund für die eSIM-Nutzung.
Das Ende einer Ära: MMS wird abgeschaltet
Der digitale Wandel hat auch Schattenseiten für Traditionsdienste. Die großen deutschen Telekommunikationsanbieter – Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 – haben den endgültigen MMS-Ausstieg bestätigt. Bis Ende Juni 2026 beziehungsweise zum 1. Juli 2026 wird der Multimedia-Messaging-Dienst abgeschaltet. Die Nutzer sollen auf RCS (Rich Communication Services) oder andere digitale Alternativen umsteigen. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in die vollständig digitale Kommunikation.
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