Banking-Trojaner, Kaspersky

Mobile Banking-Trojaner: Kaspersky blockiert 2 Millionen Angriffe

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky verzeichnet weniger mobile Attacken, doch Banking-Trojaner werden gezielter. Neue Verbreitungswege über offizielle App-Stores erhöhen das Risiko.

Kaspersky-Report: Gezielte Mobile-Banking-Angriffe trotz Rückgang der Gesamtzahl
Ein Smartphone mit einer abstrakten Banking-App auf einem dunklen Schreibtisch, beleuchtet durch atmosphärisches Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky hat seinen aktuellen Mobile Threat Report für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Aus den Daten geht hervor, dass das Unternehmen in diesem Zeitraum insgesamt 1.996.823 mobile Angriffe blockiert hat. Damit verzeichnete die Statistik einen Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2026, in dem noch 2.676.328 Angriffe abgewehrt wurden. Trotz der sinkenden Gesamtzahl weisen Experten auf eine gezieltere Bedrohungslage hin, insbesondere im Bereich des mobilen Online-Bankings.

Fokus auf Finanz-Malware und Banking-Trojaner

Die Analyse der Bedrohungslandschaft verdeutlicht, dass Banking-Trojaner einen signifikanten Anteil an der mobilen Schadsoftware einnehmen. Laut dem Bericht machten diese Programme 30,77 % aller mobilen Malware-Detektionen aus. Insgesamt wurden im zweiten Quartal 93.574 neue Pakete von Banking-Trojanern sowie 570 neue Ransomware-Pakete identifiziert. Über alle Kategorien hinweg erfasste Kaspersky im Berichtszeitraum 304.128 verschiedene Malware-Samples.

Besonders auffällig war der Anstieg spezifischer Schadsoftware-Stämme. Der Anteil der Nutzer, die von dem Trojan-Dropper.AndroidOS.Banker.dd angegriffen wurden, stieg von zuvor 0,01 % auf nun 2,16 %. Ein weiterer prominenter Akteur war die Schadsoftware Mamont.hl, die bei 2,48 % der angegriffenen Nutzer registriert wurde.

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Manipulation offizieller App-Plattformen

Ein zentraler Aspekt des Berichts betrifft die Verbreitungswege über offizielle Kanäle wie den Google Play Store. Die Angreifer passen ihre Taktiken kontinuierlich an, um die Sicherheitsmechanismen der Plattform zu umgehen. Ein häufig genutztes Mittel ist die Veränderung der Software-Verpackung, um Entdeckungen zu vermeiden. Die Kategorie der Werkzeug-Apps (Tools) erwies sich dabei als besonders riskant; rund 40 % der im Google Play Store identifizierten Malware entfielen auf diesen Bereich.

Konkret benannte das Sicherheitsunternehmen den Anatsa-Banking-Trojaner, der auf mehr als 650 verschiedene Finanz-Apps zielt. In einem dokumentierten Fall wurde dieser Trojaner über einen scheinbar harmlosen PDF-Reader verbreitet, der über den offiziellen Store zum Download bereitstand. Zudem wurde die Cleanova-App beobachtet, welche sogenannte C2-Telemetrie nutzte, um gezielt Opferquellen für weitere Angriffe auszuwählen.

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Aktuelle Phishing-Kampagnen rund um Medienereignisse

Zusätzlich zur technischen Schadsoftware warnt Kaspersky vor betrügerischen Aktivitäten, die aktuelle gesellschaftliche Trends ausnutzen. In den vergangenen Monaten beobachteten die Analysten vermehrt Scam-Websites, die sich die Popularität des Films „Odyssey“ zunutze machen. Dabei werden Nutzer unter Vorwänden dazu verleitet, persönliche Informationen sowie sensible Bankdaten auf gefälschten Internetseiten preiszugeben.

Sicherheitsexperten raten angesichts der raffinierten Verpackungstaktiken zur Vorsicht, auch wenn Apps aus offiziellen Quellen bezogen werden, und empfehlen die Überprüfung von Berechtigungen sowie den Einsatz aktueller Sicherheitslösungen auf mobilen Endgeräten.

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