Mobile Klimageräte: Todesfall durch CO-Gefahr bei Gasthermen
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Markt für mobile Klimageräte boomt: 387.100 Einheiten gingen im ersten Halbjahr 2026 über die Ladentische – ein Plus von 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch während die Nachfrage explodiert, warnen Verbraucherschützer vor Sicherheitsrisiken, Kostenfallen und betrügerischen Angeboten.
Rekordabsatz: Mai und Juni liefern Spitzenwerte
Besonders extrem war der Anstieg im Mai mit einem Plus von 238 Prozent (79.700 Geräte) und im Juni mit einer Steigerung um 121 Prozent (290.200 Geräte). Der durchschnittliche Verkaufspreis lag im Juni bei 354 Euro.
Während klassische Monoblock-Geräte den Markt dominieren, gewinnen mobile Split-Geräte zunehmend an Bedeutung – ihr Absatzanteil liegt inzwischen bei 16,5 Prozent. Umfragen zufolge besitzen bereits 23 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage, ein weiteres Viertel plant die Anschaffung.
Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid: Gasthermen im Fokus
Ein zentrales Sicherheitsrisiko betrifft die Wechselwirkung mit bestehenden Gasthermen. Mobile Klimageräte führen warme Abluft über einen Schlauch nach außen – das kann in geschlossenen Räumen einen Unterdruck erzeugen. Die Folge: Gefährliche Abgase aus der Gastherme ziehen nicht mehr durch den Schornstein ab, sondern werden in die Wohnräume gesogen.
Dass diese Gefahr real ist, zeigen Vorfälle mit lebensgefährlichen CO-Konzentrationen. Anfang August kam es in Zeitz zu einem Todesfall, bei dem eine hohe Gaskonzentration das Gebäude unbewohnbar machte. Fachleute raten deshalb dringend zur Installation von CO-Meldern – besonders dort, wo gasbetriebene Geräte oder Flüssiggasanlagen im Einsatz sind.
Effizienzvergleich: Split-Geräte schlagen Monoblock deutlich
Die Betriebskosten unterscheiden sich massiv zwischen den Systemen. Eine Modellrechnung fĂĽr 2026 zeigt bei 560 Betriebsstunden pro Jahr eine klare Rechnung:
Der Verkauf mobiler Klimageräte explodiert – doch die Kombination mit Gasthermen kann lebensgefährliche CO-Konzentrationen erzeugen. Dieser kostenlose Guide zeigt, wie Sie mit CO-Meldern und einfachen Regeln Ihre Familie schützen. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Guide anfordern
- Split-Klimaanlagen: 213 kWh Jahresverbrauch – Stromkosten von rund 78,74 Euro
- Monoblock-Geräte: 750 kWh für die gleiche Kühlleistung – rund 277,65 Euro pro Jahr
Der Grund: Beim Monoblock strömt durch den Abluftschlauch kontinuierlich warme Außenluft nach. Eine E.ON-Studie beziffert die saisonalen Kosten eines 1000-Watt-Monoblock-Geräts auf etwa 174 Euro – ein Ventilator schlägt im selben Zeitraum mit nur 8 Euro zu Buche. Photovoltaik-Anlagen können die Kosten allerdings drastisch senken.
Vorsicht vor Fake-Angeboten im Netz
Die Verbraucherzentrale warnt Ende Juli vor irreführender Werbung für „Mini-Klimaanlagen“. In sozialen Medien und KI-generierten Werbevideos werden Produkte für 60 bis 130 Euro angepriesen – angeblich mit NASA-Technologie oder 90 Prozent Stromersparnis.
In der Praxis entpuppen sich die Geräte meist als kleine Ventilatoren oder simple Verdunstungsapparate ohne echte Kühlleistung. Warnsignale: fehlende Impressen, frisch registrierte Domains und Produktbilder von chinesischen Großhandelsplattformen. Experten raten, auf Käuferschutzprogramme und Chargeback-Optionen zu achten.
Kältemittel-Verbot: R32-Geräte ab 2027 nicht mehr importierbar
Vorsicht vor Fake-Mini-Klimaanlagen: Viele Angebote im Netz kĂĽhlen nicht, sondern sind nur Ventilatoren. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, betrĂĽgerische Shops zu erkennen und beim Kauf bares Geld zu sparen. Kostenlosen Ratgeber jetzt sichern
Die EU-F-Gase-Verordnung setzt der Branche ein klares Enddatum: Mobile Klimageräte mit dem Kältemittel R32 dürfen ab dem 26. Juni 2027 nicht mehr in die EU importiert werden. Auch Marktbestseller wie der Midea PortaSplit sind betroffen.
Die Hersteller reagieren bereits: Nachfolgemodelle mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290) sollen 2027 auf den Markt kommen. Fachleute weisen zudem darauf hin, dass Arbeiten am Kältemittelkreislauf – auch bei smarten Nachrüstlösungen – ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden dürfen.
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