Mobilfunk-Check, Bundesweit

Mobilfunk-Check: Bundesweit Funklöcher aufspüren bis 1. Juli

26.06.2026 - 05:53:23 | boerse-global.de

Bürger sammeln per App Daten zur Netzqualität. Die Aktion soll weiße Flecken identifizieren und den Netzausbau voranbringen.

Mobilfunk-Check 2026: Bürger helfen beim Aufspüren von Funklöchern
Mobilfunk-Check - Hand hält Smartphone mit Mobilfunkabdeckungskarte und roten Zonen, ländliche deutsche Landschaft im Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

App statt Messwagen: Bürger sammeln Daten für den Netzausbau

Vom 24. Juni bis zum 1. Juli 2026 sind Verbraucher aufgerufen, mit der kostenlosen App „Mobilfunk-Check" ihre Empfangsqualität zu dokumentieren. Das Ziel: Funklöcher und weiße Flecken identifizieren, in denen Mobilfunksignale schwach sind oder schnelle Datenstandards fehlen. Die gesammelten Daten fließen in das Gigabitgrundbuch, ein nationales Register, das als Grundlage für künftige Netzausbauplanungen dient.

Digitalminister Karsten Wildberger betont: „Die erhobenen Daten sollen den Netzbetreibern als Basis dienen, um ihre Infrastruktur zu optimieren." Er bezeichnet die Aktion als wichtigen bundesweiten Belastungstest für die Mobilfunkversorgung. Auch Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, ruft zur breiten Beteiligung auf – besonders aus ländlichen Regionen, um ein umfassendes Bild des aktuellen Netzzustands zu erhalten.

Erfolgsmodell mit steigender Beteiligung

Die diesjährige Kampagne knüpft an eine erfolgreiche Premiere im Jahr 2025 an. Damals beteiligten sich über 100.000 Teilnehmer und lieferten rund 200 Millionen Messpunkte. Das bemerkenswerte Ergebnis: Funklöcher wurden in weniger als einem Prozent der erfassten Standorte identifiziert.

Wo der Empfang noch hakt

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Trotz Verbesserungen zeigen offizielle Zahlen der Bundesnetzagentur vom Dezember 2025 weiterhin Lücken. Rund 0,22 Prozent der deutschen Landfläche haben von keinem Anbieter 2G-Empfang. Bei 4G fehlt die Versorgung auf 2,21 Prozent der Fläche. Die sogenannten „weißen Flecken" – Gebiete ohne 4G oder 5G – sind zuletzt auf 1,87 Prozent gesunken.

Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind beträchtlich. Die Telekom schnitt Ende 2025 am besten ab: Sie erreichte 1,2 Prozent der Fläche nicht mit 2G, 7,5 Prozent nicht mit 4G und 12,1 Prozent nicht mit 5G. Vodafone und O2 liegen mit höheren Werten dahinter. Vodafone-Technikchef Fabrizio Rocchio merkt an, dass Bürgermessungen wertvoll seien, die Betreiber aber auch eigene technische Messungen durchführen.

Die Bundesnetzagentur hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine nahezu flächendeckende Mobilfunkversorgung in Deutschland zu erreichen.

Nordrhein-Westfalen: Erfolgsgeschichte aus Detmold

In Nordrhein-Westfalen zeigen sich bereits konkrete Erfolge der Bürgerbeteiligung. Über 87.000 Teilnehmer haben in den letzten drei Jahren 53 Millionen Messpunkte beigesteuert. Diese Daten halfen, ein dokumentiertes Funkloch in Detmold-Brokhausen zu identifizieren – mit der Folge, dass dort ein neuer Mobilfunkmast errichtet wurde.

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Rund 0,22 Prozent der deutschen Landfläche haben noch keinen 2G-Empfang – und 1,87 Prozent sind weiße Flecken ohne 4G oder 5G. Mit der richtigen Vorbereitung können auch Sie dazu beitragen, diese Lücken zu schließen. Unser Leitfaden hilft Ihnen, Ihre Messungen gezielt durchzuführen und auszuwerten. Leitfaden für den Mobilfunk-Check jetzt sichern

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur unterstützt die aktuelle Messwoche. Die 4G-Versorgung im Land erreiche demnach 98,6 Prozent, die 5G-Versorgung 96,8 Prozent – jeweils über mindestens einen Anbieter. Allerdings gelten rund 10,7 Prozent der Landesfläche noch als „graue Flecken", in denen nur einige, aber nicht alle Anbieter verfügbar sind.

Lokale Spitzenvertreter wie der Lemgoer Bürgermeister Markus Baier rufen die Bürger zur Teilnahme auf. Nur so könnten lokale Versorgungsprobleme genau in den bundesweiten Ausbauprioritäten abgebildet werden.

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