Mobilfunk-Registrierung, LĂ€nder

Mobilfunk-Registrierung: LĂ€nder schĂ€rfen Regeln – Phishing-Welle rollt

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 13:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viele Nationen verschÀrfen die Registrierung von Mobiltelefonen mit biometrischen Daten und Strafen zur KriminalitÀtsbekÀmpfung.

Globale Handy-Registrierung: Biometrie und Haftstrafen geplant
Handy mit digitalen Schlosssymbolen in der Hand, symbolisiert Handy-Sperrverordnungen und IdentitĂ€tsprĂŒfung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Ziel: Terrorismus, EntfĂŒhrungen und Finanzbetrug bekĂ€mpfen. Die Maßnahmen reichen von biometrischen Daten bis zu GefĂ€ngnisstrafen.

USA: Strengere Regeln fĂŒr Prepaid-Karten

Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) treibt einen weitreichenden Vorschlag voran. KĂŒnftig sollen Anbieter von Telekommunikations- und VoIP-Diensten umfassende Daten ihrer Kunden erfassen – noch bevor der Dienst aktiviert wird. Dazu gehören vollstĂ€ndiger Name, Adresse, Ausweisnummer und eine alternative Kontaktnummer.

Doch der Vorstoß stĂ¶ĂŸt auf heftige Kritik. Rund 15 Millionen Erwachsene in den USA besitzen keinen FĂŒhrerschein, 2,6 Millionen haben gar keinen Ausweis. Kritiker warnen vor einer Diskriminierung Obdachloser und Opfer hĂ€uslicher Gewalt. Zudem verweisen DatenschĂŒtzer auf jĂŒngste Großlecks: Bei AT&T wurden 109 Millionen DatensĂ€tze gestohlen, bei Xfinity 36 Millionen. Die geplante vierjĂ€hrige Speicherfrist der Daten sorgt fĂŒr zusĂ€tzliche Bedenken. Die öffentliche Anhörung endete am 25. Juni, Stellungnahmen sind noch bis zum 27. Juli möglich.

Afrika: Massenweise SIM-Sperrungen

Nigeria geht mit drastischen Mitteln vor. Behörden blockieren alle MobilfunkanschlĂŒsse, die nicht mit einer nationalen Identifikationsnummer (NIN) verknĂŒpft sind. Von ĂŒber 190 Millionen aktiven Leitungen wurden bislang 125 Millionen erfolgreich registriert. Die großen Anbieter MTN, Airtel, Glo und 9mobile sind zur Umsetzung verpflichtet. Die wirtschaftlichen Folgen dĂŒrften enorm sein.

Ghana setzt auf Biometrie. Kommunikationsminister Samuel Nartey George kĂŒndigte ein neues System an, das die Registrierung von 2011 ablöst. Es umfasst eine Echtzeit-Biometrie-Erkennung und ein zentrales GerĂ€teregister. Die Neuerung gilt fĂŒr physische SIM-Karten und eSIMs gleichermaßen. Ziel ist es, SIM-Karten-Betrug, IdentitĂ€tsdiebstahl und Mobile-Money-Betrug einzudĂ€mmen.

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SĂŒdostasien: Strafen und Fristen

Vietnam setzt auf klare ZeitplĂ€ne. Seit dem 15. MĂ€rz verschicken Mobilfunkanbieter Benachrichtigungen. Wer seine Daten nicht innerhalb von 15 Tagen aktualisiert, verliert zunĂ€chst die Möglichkeit, Anrufe zu tĂ€tigen. Nach weiteren 15 Tagen wird der Anschluss komplett gesperrt – nach 30 Tagen folgt die VertragskĂŒndigung. Die Anbieter VNPT und MobiFone bieten Apps und Filialen fĂŒr die Aktualisierung an.

Auf den Philippinen wird der Handel mit bereits registrierten SIM-Karten zum Straftatbestand. Die Stadt Mandaue City hat eine entsprechende Verordnung in erster Lesung verabschiedet. VerkĂ€ufer und KĂ€ufer mĂŒssen mit Geldstrafen von umgerechnet rund 80 Euro und 30 Tagen bis sechs Monaten Haft rechnen. Unternehmen droht der Entzug der Lizenz.

Mexiko: Biometrischer Lebensnachweis

Mexiko fĂŒhrt eine verpflichtende Registrierung mit einem sogenannten "Proof-of-Life"-Verfahren ein. Die Frist endet am 31. Dezember 2026, die Umsetzung erfolgt gestaffelt nach der letzten Ziffer der Telefonnummer. Wer die Frist versĂ€umt, dem wird innerhalb von 72 Stunden der Dienst gesperrt.

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