MobilitĂ€t in Deutschland: Mehr als jeder vierte Weg wird zu FuĂ zurĂŒckgelegt
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der 6. Nationale FuĂverkehrskongress (âFukoâ) in Bielefeld rĂŒckt eine Fortbewegungsart in den Mittelpunkt, die selbst von Fachleuten lange Zeit unterschĂ€tzt worden ist: das ZufuĂgehen.
WĂ€hrend verkehrspolitische Debatten ĂŒber Jahrzehnte hinweg vor allem von der Infrastruktur fĂŒr den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Nahverkehr geprĂ€gt waren, gewinnt die alltĂ€gliche NahmobilitĂ€t zu FuĂ zunehmend an planerischer und verkehrswissenschaftlicher Aufmerksamkeit.
Zunehmende Resonanz seit der Premiere im Jahr 2014
Die Entwicklung des Fachforums spiegelt den Bedeutungsgewinn wider, den das Thema in den vergangenen Jahren erfahren hat. Der Nationale FuĂverkehrskongress wurde erstmals im Jahr 2014 veranstaltet.
Seit diesem Auftakttreffen sind die Teilnehmerzahlen deutlich gestiegen. Das gestiegene Interesse aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zeigt, dass das Gehen im StraĂenraum nicht mehr als vernachlĂ€ssigbare RestgröĂe, sondern als eigenstĂ€ndiges Handlungsfeld verstanden wird. Auf dem Programm der Fachtagung in Bielefeld steht unter anderem ein Vortrag von Monika Pentenrieder von der UniversitĂ€t Frankfurt.
Studiendaten belegen Trend zu lĂ€ngeren Wegen zu FuĂ
Dass das Gehen eine tragende Rolle im Alltagsverkehr spielt, belegen verkehrsstatistische Untersuchungen. Wie aus der Studie âMobilitĂ€t in Deutschlandâ hervorgeht, wurde im Jahr 2023 mehr als jeder vierte Weg komplett zu FuĂ zurĂŒckgelegt.
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Dieser Anteil lag spĂŒrbar ĂŒber den Werten frĂŒherer Erhebungen: Im Vergleich zum Jahr 2017 waren die Menschen 2023 deutlich hĂ€ufiger zu FuĂ unterwegs. DarĂŒber hinaus wurden dabei auch weitere Strecken zu FuĂ bewĂ€ltigt als noch sechs Jahre zuvor.
Politische Initiativen und ministerielle PrÀsenz
Auch auf politischer Ebene hatte die Thematik zuletzt einen formellen Rahmen erhalten. Beim Fuko im FrĂŒhjahr 2025 in Mainz prĂ€sentierte der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing die erste Nationale FuĂverkehrsstrategie des Bundes, um den FuĂverkehr bundesweit gezielter zu fördern und sicherer zu gestalten.
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FĂŒr den Kongress in Bielefeld zeichnete sich auf Regierungsebene jedoch eine verĂ€nderte PrioritĂ€tensetzung ab: Aus dem Bundesverkehrsministerium lag keine AnkĂŒndigung fĂŒr ein Erscheinen des neuen Bundesverkehrsministers vor.
Ungeachtet der ministeriellen Abwesenheit diskutieren Fachleute und kommunale Vertreter in Bielefeld weiter ĂŒber die notwendigen Rahmenbedingungen, um FuĂwege sicherer, attraktiver und verkehrsplanerisch gleichwertig zu gestalten.
