ModHeader-Skandal: 1,6 Millionen Nutzer von Spyware betroffen
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Grund: Version 7.0.18 enthielt versteckten Code zum Ausspähen des Browserverlaufs.
1,6 Millionen Installationen betroffen
Nach Analysen der Sicherheitsfirma Stripe OLT waren rund 900.000 Chrome-Nutzer und 700.000 Edge-Nutzer betroffen. Microsoft reagierte bereits am 3. Juli, Google zog am 10. Juli nach. Insgesamt summiert sich die Zahl der Installationen auf 1,6 Millionen.
Das Tool war ursprünglich als Hilfsmittel für Entwickler gedacht. Es sollte HTTP-Header modifizieren können. Stattdessen sammelte die Erweiterung sensible Daten.
Versteckte Funktionen zur Datenerfassung
Der bösartige Code erstellte einen digitalen Fingerabdruck des Endgeräts. Zudem erfasste er die Domänen von bis zu 1000 besuchten Webseiten. Die Daten wurden lokal mit AES-256-GCM verschlüsselt gespeichert.
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Die Sicherheitsforscher fanden heraus: Ein täglicher Transfer der Daten an die Adresse api.stanfordstudies.com war vorgesehen. Dieser scheiterte jedoch an einer leeren Freigabeliste. Parallel dazu wurden Telemetriedaten an extensions-hub.com übermittelt – immer dann, wenn die Erweiterung installiert, aktualisiert oder deinstalliert wurde.
Fehlende Belege für aktiven Datenabgriff
Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise für einen aktiven Datenabgriff in großem Stil. Die leere Freigabeliste verhinderte offenbar die geplante Übermittlung des Browserverlaufs. Dennoch bewerteten die Store-Betreiber das Vorhandensein solcher Funktionen als schwerwiegenden Sicherheitsverstoß.
Die Konsequenz: dauerhafte Sperrung der Erweiterung und Kündigung der zugehörigen Entwicklerkonten.
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Handlungsempfehlungen für betroffene Anwender
Sicherheitsexperten raten: Entfernen Sie die Erweiterung umgehend aus Ihrem Browser. Da das Tool primär von Web-Entwicklern genutzt wird, könnten auch sensible Zugangsdaten kompromittiert sein.
Tauschen Sie vorsorglich alle API-Schlüssel und Token aus, die während der Nutzung aktiv waren. In Unternehmensnetzwerken sollten Administratoren die Kommunikation zu den Domains stanfordstudies.com und extensions-hub.com technisch unterbinden. So verhindern Sie potenzielle Datenabflüsse durch verbleibende Reste der Software.
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