Monday.com: 630 Entlassungen für KI-Plattform-Umbau
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der israelische Softwarekonzern Monday.com entlässt rund 630 Mitarbeiter – und setzt voll auf Künstliche Intelligenz.
Radikaler Umbau für die KI-Ära
Der Schritt ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Das Unternehmen will sich künftig als „KI-Work-Plattform“ positionieren und seine internen Strukturen verschlanken. In SEC-Unterlagen und internen Mitteilungen begründeten die Co-CEOs Roy Mann und Eran Zinman den Schritt als schwierig, aber notwendig. Ziel sei ein flacheres, autonomeres Organisationsmodell mit weniger Führungsebenen.
Die Führung betont: Es gehe nicht um Kosteneinsparungen oder den direkten Ersatz von Mitarbeitern durch KI. Vielmehr wolle man Ressourcen strategisch umschichten – hin zu einer KI-zentrierten Produktstrategie.
Besonders hart trifft es den Standort Tel Aviv. Rund 350 der gestrichenen Stellen entfallen auf das israelische Hauptquartier. Damit reiht sich Monday.com in eine Welle von Entlassungen in der israelischen Tech-Branche ein – auch Firmen wie Wix, Rapyd und Amdocs haben zuletzt Personal abgebaut.
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Finanzielle Folgen und Kursverfall
Die Restrukturierung wird das Unternehmen zwischen 45 und 55 Millionen Euro kosten. Dennoch hält Monday.com an seiner Umsatzprognose für 2026 fest: Ein Wachstum von 19 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist weiterhin das Ziel. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern 351 Millionen Euro Umsatz – ein Plus von 24 Prozent.
Doch an der Börse sieht die Lage düster aus. Die Aktie (Ticker: MNDY) ist seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Vom 52-Wochen-Hoch aus betrachtet beträgt der Verlust sogar rund 75 Prozent. Der Börsenwert liegt aktuell bei etwa 3,1 Milliarden Euro.
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Wettbewerb und Branchentrends
Der Umbau kommt zu einer Zeit, in der der Druck im Markt für Unternehmenssoftware wächst. Microsoft und Atlassian gelten als etablierte Schwergewichte, hinzu kommt eine Welle junger KI-Start-ups. Laut der Plattform Layoffs.fyi wurden 2026 bereits über 122.000 Stellen in der Tech-Branche gestrichen. 78 Prozent der Unternehmen geben dabei die Integration Künstlicher Intelligenz als Hauptgrund an.
Monday.com verspricht sich von der schlankeren Struktur schnellere Innovationen. Branchenbeobachter warnen jedoch: Der Verlust von fast 630 erfahrenen Mitarbeitern könne das institutionelle Wissen und die bestehenden Arbeitsabläufe gefährden. Ob die Wette auf die KI-Zukunft aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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