mRNA-Impfstoff: Brustkrebs-Patientinnen bleiben sechs Jahre rückfallfrei
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während mRNA-Impfstoffe und KI-gestützte Diagnostik neue Wege eröffnen, warnen Mediziner vor gefährlichen Fehlannahmen.
Diese Krebsmythen halten sich hartnäckig
Zucker nährt Krebszellen? Unterdrückte Gefühle verursachen Tumore? Beides ist wissenschaftlich nicht haltbar. Primar Holger Rumpold vom Ordensklinikum Linz stellte im Juli 2026 klar: Ein radikaler Verzicht auf Kohlenhydrate kann Patienten durch Mangelernährung sogar schaden.
Auch die Angst vor Operationen ist oft unbegründet. Fachleute betonen: In 99 Prozent der Fälle führt ein chirurgischer Eingriff nicht zur Streuung des Tumors. Und: Krebs ist längst kein Todesurteil mehr. Viele Formen gelten heute als heilbar. Die Österreichische Krebshilfe und die Onkopedia-Leitlinien bieten verlässliche Informationen.
Joghurt schützt den Darm – Extrembelastung nicht
Eine aktuelle Analyse taiwanesischer Forscher, basierend auf US-Daten (NHANES 2001–2020), zeigt einen klaren Trend: Regelmäßiger Konsum von Joghurt sowie Prä- und Probiotika senkt das Risiko für Darmkrebs deutlich. Bei über 9.000 Probanden lag die Erkrankungsrate bei Konsumenten bei 1,2 Prozent – bei Nicht-Konsumenten bei 2,1 Prozent.
Ganz anders sieht es bei Extrembelastungen aus. Eine auf dem ASCO-Kongress 2025 vorgestellte US-Studie untersuchte Marathon- und Ultraläufer zwischen 35 und 50 Jahren. Ergebnis: Bei 41 Prozent der Teilnehmer fanden sich Darmpolypen. Gastroenterologe Dr. Holger Seidl rät daher zu Vorsorge-Koloskopien bereits ab 40 bis 45 Jahren. Der Grund: Extrembelastungen reduzieren temporär die Durchblutung des Darms.
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Internationale Studien bestätigen zudem: Alkohol und Rauchen erhöhen nicht nur das Krebsrisiko, sondern korrelieren auch mit Vorhofflimmern. Schätzungen zufolge ist Alkohol an rund 9 Prozent der Brustkrebsfälle weltweit beteiligt.
mRNA-Impfstoff zeigt Erfolge bei Brustkrebs
Die Universitätsmedizin Mainz hat in einer Phase-1-Studie einen mRNA-Impfstoff gegen triple-negativen Brustkrebs getestet. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Mehrzahl der 14 teilnehmenden Patientinnen blieb über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren rückfallfrei.
Auch bei Zelltherapien gibt es Fortschritte. Forscher des Max-Delbrück-Centers und der Charité Berlin arbeiten seit zwei Jahren an einer CAR-T-Zelltherapie gegen Blutkrebs, die auf dem CXCR5-Molekül basiert. Für die bevorstehende klinische Studie wurden 4,6 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt.
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Beim ESMO GI Congress 2026 präsentierten Wissenschaftler zudem Ergebnisse zur neoadjuvanten Immuntherapie bei spezifischen Formen von Dickdarmkrebs (dMMR-Kolonkarzinom). Die Kombination der Wirkstoffe Ipilimumab und Nivolumab führte bei 67 Prozent der Probanden zu einer Komplettremission. In bestimmten Fällen könnte das eine Operation überflüssig machen.
KI hilft bei der Diagnose – und erklärt sich selbst
Die Universität Marburg hat mit „FlowXAI“ ein KI-System entwickelt, das B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome klassifiziert. Die Besonderheit: Die KI bewertet die Sicherheit ihrer eigenen Entscheidung – von „sicher“ bis „schwierig“. Damit erreicht die Technologie eine Genauigkeit auf Expertenniveau, benötigt aber weniger Trainingsdaten als herkömmliche Modelle.
Trotz aller Fortschritte bleibt die Prävention zentral. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe, wies Mitte 2026 auf steigende Neuerkrankungszahlen hin. Gründe sind die alternde Gesellschaft sowie Faktoren wie Fettleibigkeit und Bewegungsmangel. Die gute Nachricht: Moderne Chemo- und Immuntherapien verbessern die Heilungschancen massiv. Bei Lymphomen liegen sie je nach Subtyp inzwischen zwischen 40 und 90 Prozent.
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