Müttergesundheit, Kinder

Müttergesundheit: 75% der Eltern behinderter Kinder brauchen Kur

29.05.2026 - 22:30:10 | boerse-global.de

Zwei Millionen Mütter in Deutschland gelten als kurbedürftig. Besonders belastet sind pflegende Angehörige und Eltern behinderter Kinder.

Müttergesundheit: 75% der Eltern behinderter Kinder brauchen Kur - Foto: über boerse-global.de
Müttergesundheit: 75% der Eltern behinderter Kinder brauchen Kur - Foto: über boerse-global.de

Das Müttergenesungswerk schlägt Alarm. Rund zwei Millionen Mütter gelten als kurbedürftig. Bei pflegenden Angehörigen sind es 33 Prozent. Noch dramatischer ist die Lage bei Eltern behinderter Kinder: Hier liegt der Anteil bei 75 Prozent.

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Doch die Versorgung hakt gewaltig. Nur 0,18 Euro von 100 Euro der gesetzlichen Krankenkassen fließen in stationäre Vorsorge. Die Wartezeiten für Kurplätze betragen bis zu einem Jahr. Kein Wunder also, dass niederschwellige Angebote vor Ort boomen.

Natur als Therapie

Immer mehr Programme setzen auf Naturerlebnisse zur Stressreduktion. Ein Beispiel: Am 13. Juni 2026 findet im Biosphärenreservat Rhön ein Workshop statt. Diplom-Psychologin Christine Kailing und Elisabeth Fries leiten ihn. Das Programm kombiniert Gesprächsrunden, Fachvorträge zur Selbstfürsorge und Achtsamkeitsspaziergänge.

Auch anderswo blüht der Trend:
- In Gelsenkirchen gibt es meditative Lamawanderungen als Achtsamkeitstraining
- Der Thüringer Wald lockt von 5. bis 28. Juni mit Kräuterwanderungen zur Bergwiesenblüte
- Bernau bei Berlin setzt Anfang Juni auf Bewegung und Entspannung für den Pflegealltag

Die Idee: Kurze Auszeiten in der Natur, um neue Kräfte zu tanken.

Neue Netzwerke entstehen

Neben einmaligen Events wachsen dauerhafte Strukturen. Im Wetteraukreis gründet sich Ende Mai eine neue Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Altenstadt. Hier geht es um emotionalen Austausch – und um praktische Hilfe bei bürokratischen Hürden wie Pflegegrad-Anträgen.

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Der Bedarf ist enorm. Im Landkreis Hildburghausen lag die Pflegequote 2024 bei 10,7 Prozent. Experten rechnen bis 2040 mit einer Verdopplung. Schon 2021 wurden dort rund 3.900 Pflegebedürftige zu Hause versorgt. Anfang Juni findet dort ein Pflegeinformationstag statt.

Mehr Geld und digitale Helfer

Seit Anfang 2026 gibt es eine wichtige Neuerung: Das Pflegegeld wird bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten bis zu 56 Tage weitergezahlt – doppelt so lang wie bisher. Auch die Rentenversicherungsbeiträge bleiben in dieser Zeit gesichert.

Gleichzeitig hält die Technik Einzug. In Hamburg-Eimsbüttel läuft ein digitales Aktivierungssystem mit großem Touchdisplay – speziell für Menschen mit Demenz. Solche Hilfsmittel entlasten nicht nur das Personal, sondern auch pflegende Angehörige im Alltag.

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