Multiple Sklerose: 70% bessern kognitiven Nebel durch tägliches Training
30.05.2026 - 21:18:33 | boerse-global.de
Neben der medikamentösen Therapie gewinnen ganzheitliche Ansätze an Bedeutung.
Neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung
Wissenschaftler der MedUni Wien haben einen Mechanismus identifiziert, der entzündliche Prozesse bei MS verstärkt. Immunzellen bauen im erkrankten Nervengewebe die Aminosäure Arginin ab. Das schwächt die körpereigenen Schutzmechanismen.
Die Erkenntnis zeigt: Stoffwechselprozesse spielen eine direkte Rolle im Krankheitsverlauf. Das eröffnet neue Ansätze für begleitende Therapien.
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Was Lebensstil wirklich bewirken kann
Klinische Beobachtungen untermauern den Trend. Eine Apothekerin lebt seit 2013 ohne spezifische Medikation stabil – dank konsequenter Ernährungsumstellung und Stressmanagement.
Ein entzündungshemmender Lebensstil fördert die Stabilität der Patienten. Fachleute diskutieren ihn zunehmend als Ergänzung zur klassischen Medizin.
Gewicht als Risikofaktor
Übergewicht und Adipositas gelten als belegte Risikofaktoren für MS. Ein hoher Körperfettanteil befeuert entzündliche Prozesse – und kann den Verlauf negativ beeinflussen. Auch Rauchen und Vitamin-D-Mangel sind kritische Faktoren.
Interdisziplinäre Ansätze kombinieren gezielte Ernährungsumstellung mit Bewegung. Yoga etwa hilft, das Gewicht zu regulieren und gleichzeitig die Mobilität zu fördern.
In Deutschland leben schätzungsweise 280.000 Menschen mit MS, in Österreich rund 13.500. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer.
Kognitiver Nebel: Training hilft
Etwa die Hälfte aller MS-Patienten entwickelt kognitive Störungen. Betroffen sind vor allem Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit – oft als „geistiger Nebel“ beschrieben.
Die gute Nachricht: Tägliches Training von 15 bis 20 Minuten verbessert die kognitiven Funktionen bei rund 70 Prozent der Betroffenen.
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Digitale Helfer unterstützen dabei. Die App „MS+“ – entwickelt von Roche, der türkischen MS-Gesellschaft und Albert Health – integriert kognitive Tests wie den SDMT. Patienten können ihre Funktionen so selbst überwachen.
Weltweit sind 2,8 bis 2,9 Millionen Menschen betroffen. Alle fĂĽnf Minuten gibt es eine Neudiagnose.
Medikamente bleiben die Basis
Trotz aller Fortschritte bei Lebensstilfaktoren: Die medikamentöse Therapie bleibt das Fundament. Rund 20 zugelassene Medikamente stehen zur Verfügung – von Immunmodulatoren bis zu Antikörpern.
Prof. Sven Meuth betont: Ein frĂĽher Therapiebeginn beeinflusst den Verlauf maĂźgeblich positiv. Besonders viel versprechen sich Forscher von BTK-Inhibitoren. Sie sollen gezielt das Fortschreiten der Erkrankung bremsen.
Telemedizin schlieĂźt VersorgungslĂĽcken
Die komplexe Abstimmung von Ernährung, Therapie und Rehabilitation erfordert fachärztliche Expertise. Doch nicht alle Patienten haben Zugang dazu.
Am Uniklinikum Dresden startete unter Leitung von Prof. Tjalf Ziemssen ein zweijähriges Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung. Ziel: Patienten in ländlichen Regionen erhalten Zugang zu Spezialisten – unabhängig von ihrem Wohnort.
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