Multiple, Sklerose

Multiple Sklerose: Acht Blutproteine zeigen Krankheit 6 Jahre früh

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 06:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Acht spezifische Blutproteine können Multiple Sklerose bis zu sechs Jahre vor Symptomen anzeigen. Neue Therapien und Alzheimer-Biomarker erweitern die Diagnosemöglichkeiten.

Multiple Sklerose: Acht Blutproteine zeigen Krankheit 6 Jahre früh Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
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Das haben Wissenschaftler im Juni 2026 nachgewiesen. Besonders vielversprechend ist der Marker DKKL1, der mit milderen Krankheitsverläufen zusammenhängt. Die Forschungsergebnisse könnten die Grundlage für künftige Screening-Verfahren bilden.

Neue MS-Therapien zeigen hohe Wirksamkeit

Auf der CMSC-Konferenz 2026 präsentierten Forscher Daten zu neuen Behandlungsansätzen. Der Antikörper Frexalimab von Sanofi zeigte beeindruckende Ergebnisse: Rund 86 Prozent der Patienten waren im dritten Behandlungsjahr rückfallfrei. Die jährliche Rückfallrate lag bei 0,11.

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Anders sieht es bei hochdosiertem Ocrelizumab aus. Phase-3b-Studien ergaben: 1200 mg bis 1800 mg bringen keine signifikante Verbesserung gegenüber der Standarddosis von 600 mg.

Alzheimer im mittleren Alter erkennen

Auch bei der Alzheimer-Forschung rückt die Früherkennung in den Fokus. Zwei im Juni 2026 im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Studien belegen: Blut-Biomarker wie A?42, A?40 und p-tau217 sind bereits bei Menschen zwischen 50 und 70 Jahren nachweisbar.

Eine Untersuchung der University of California, San Francisco mit 1350 Teilnehmern zeigte: Sechs Prozent der Probanden wiesen hohe Werte von Amyloid- und Tau-Proteinen auf. Diese Gruppe hatte bereits zu Beginn messbare Einschränkungen bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit. Nach fünf Jahren war das Risiko für einen schnellen Abbau des verbalen Gedächtnisses 2,5- bis 4-fach erhöht.

Die Universität Leipzig liefert ergänzende Daten: Der LIBRA-Demenzrisiko-Index korreliert bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit der kognitiven Leistung. Bei Männern wurden tendenziell höhere Risikowerte festgestellt.

Killer-Zellen attackieren Amyloid-Plaques

Die Erforschung der zugrunde liegenden Mechanismen liefert neue Ansätze. Eine im Mai 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie der Universität Heidelberg und des DKFZ zeigt: Killer-T-Zellen sammeln sich gezielt in der Nähe von Amyloid-Plaques. Typ-I-Interferone steuern diesen Prozess.

Diabetes-Medikamente senken Demenzrisiko

GLP-1-Wirkstoffe wie Semaglutid und Dulaglutid zeigen Potenzial bei der Hemmung entzündlicher Marker wie TNF-? und IL-6. Eine dänische Untersuchung legt nahe: Bei Typ-2-Diabetes-Patienten könnte das Demenzrisiko um bis zu 53 Prozent sinken.

Für die orale Variante von Semaglutid zur Gewichtskontrolle hat der CHMP der EMA im Mai 2026 eine Genehmigung ausgesprochen. Die EU-weite Zulassung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

KI-App erkennt frühe Gedächtnisprobleme

Präventive Maßnahmen rücken zunehmend in den Vordergrund. Schätzungen zufolge könnten bis zu 40 Prozent der Demenzfälle durch die Beeinflussung von Risikofaktoren verzögert oder verhindert werden.

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Tschechische Wissenschaftler testen mit der App „DigiDiadem“ ein Screening-Tool, das Sprachmuster mittels KI analysiert. Ziel ist die Erkennung früher Gedächtnisprobleme.

Nasenspray und Mikroroboter

Die Texas A&M University entwickelte im Juni 2026 ein Nasenspray mit extrazellulären Vesikeln. In Tierversuchen reduzierte es altersbedingte Entzündungen im Gehirn und verbesserte die Gedächtnisleistung. Die ETH Zürich arbeitet zudem an biohybriden Mikrorobotern zur Heilung von Rückenmarksverletzungen.

Vorsicht bei Omega-3-Fettsäuren

Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2026 mit 800 Teilnehmern über fünf Jahre deutet an: Fischöl-Kapseln könnten bei älteren Menschen mit einem beschleunigten kognitiven Abbau assoziiert sein. Fachleute raten zu einer vorsichtigen Neubewertung der weitverbreiteten Anwendung.

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