Multivitamine: Studie zeigt kognitives Altern um zwei Jahre verlangsamt
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
MultivitaminprĂ€parate können die Gesundheit Ă€lterer Menschen nachweislich fördern â doch Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme. Neue Studien liefern erstmals belastbare Daten zu Nutzen und Risiken.
Kognitive Vorteile wissenschaftlich belegt
Das COSMOS-Projekt untersuchte ĂŒber 16.000 Teilnehmer ab 60 Jahren. Ende Juli 2026 veröffentlichten die Forscher Ergebnisse, die einen signifikanten Vorteil tĂ€glicher Multivitamin-Einnahme gegenĂŒber Placebos zeigen. Nach drei Jahren verbesserte sich die funktionale Gesundheit der Probanden, die klinische Symptomlast sank spĂŒrbar.
ErgĂ€nzende Analysen deuten darauf hin, dass die PrĂ€parate das kognitive Altern verlangsamen. Die Effekte entsprechen einer Reduktion des kognitiven Alters um etwa zwei Jahre â besonders deutlich bei Personen mit Herzerkrankungen. Eine Teilstudie in âNature Medicineâ zeigte zudem: Die tĂ€gliche Gabe verlangsamte die biologische Alterung ĂŒber zwei Jahre um vier Monate. Bei Probanden mit beschleunigter Alterung fiel der Effekt doppelt so stark aus.
Die Risiken der Selbstmedikation
Trotz dieser Erfolge mahnt die Verbraucherzentrale NRW zur Vorsicht. Zwischen 65 und 80 Jahren nehmen 54 Prozent der Frauen und 34 Prozent der MĂ€nner regelmĂ€Ăig NahrungsergĂ€nzungsmittel â viele davon unnötig. Bei Ăberdosierung drohen ernste Gesundheitsgefahren.
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Besonders kritisch: unkontrolliertes Vitamin D. Dauerhafte Ăberdosierung kann Nierensteine, NierenschĂ€den und Herzrhythmusstörungen auslösen. Auch Brausetabletten sind tĂŒckisch â sie enthalten oft hohe Natriummengen, problematisch fĂŒr Bluthochdruckpatienten. Hinzu kommen Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, die im Alter hĂ€ufig zum Einsatz kommen.
Neue Richtlinien fĂŒr die Generation 65+
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) hat seine Empfehlungen aktualisiert. Vitamin B12 sollten demnach nur Veganer oder Menschen mit diagnostiziertem Mangel supplementieren. Bei Vitamin D liegt die Höchstmenge bei 20 Mikrogramm tĂ€glich â sofern die Sonnenlicht-Synthese nicht ausreicht.
Eine Metaanalyse von 35 Studien mit ĂŒber 114.000 Teilnehmern liefert klare Erkenntnisse zu Omega-3-FettsĂ€uren. Bis 1.500 Milligramm tĂ€glich bleibt das Risiko fĂŒr Vorhofflimmern unverĂ€ndert. DarĂŒber steigt es leicht an â besonders bei Herz-Kreislauf-Patienten. Die bessere Alternative: ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche.
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Trendsubstanzen statt Lebensstil?
Mediziner warnen vor teuren Mode-PrÀparaten wie Nicotinamid-Mononukleotid (NMN), deren Nutzen kaum belegt ist. Ein bekannter ErnÀhrungsmediziner rÀt zu nachhaltigen LebensstilÀnderungen statt teurer Pillen. Entscheidend sei die Optimierung der tÀglichen ErnÀhrung.
FĂŒr Senioren gilt: Etwa ein Gramm EiweiĂ pro Kilogramm Körpergewicht beugt Muskelabbau vor. RegelmĂ€Ăige Bewegung erhĂ€lt die UnabhĂ€ngigkeit im Alter. NahrungsergĂ€nzungsmittel können eine ausgewogene ErnĂ€hrung unterstĂŒtzen â ersetzen aber nie. Wer supplementieren möchte, sollte vorher Ă€rztlichen Rat einholen und einen tatsĂ€chlichen Mangel feststellen lassen.
