Muttermilch-Studie: BPA bei über der Hälfte aller Neugeborenen
26.06.2026 - 12:09:34 | boerse-global.de
In Israel ermittelt der Inlandsgeheimdienst Schin Bet: In Fruchtpüree-Gläsern der Marke Prinok wurden Beruhigungsmittel nachgewiesen. Proben aus zwei Jerusalemer Filialen enthielten Rückstände von Clonazepam und Lorazepam. Die betroffenen Verkaufsstellen wurden am 17. Juni geschlossen. Vier Kleinkinder mussten medizinisch behandelt werden, konnten das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen. Einen landesweiten Rückruf gibt es bislang nicht.
Giftstoffe in Säuglingsmilch: Schweiz zögert mit Rückruf
Auch in der Schweiz gibt es Sicherheitsbedenken. In Genfer Verkaufsstellen wiesen Tests bei 10 Prozent der Säuglingsmilchprodukte Spuren des Giftstoffs Cereulid nach – das war im März 2026. Seit November 2025 laufen internationale Rückrufe wegen eines chinesischen Lieferanten. Die Schweizer Behörden verzichten jedoch auf einen lokalen Rückruf. Ihre Begründung: Die gemessenen Konzentrationen liegen unter den von der EFSA am 2. Februar festgelegten Höchstwerten.
Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA veröffentlichte derweil Ergebnisse einer Untersuchung zu Kontaminanten in Säuglingsnahrung. Ihr offizielles Urteil: Die Produkte seien sicher. Kritiker sehen das anders – sie bemängeln fehlende Transparenz. Die Behörde verweigerte die Herausgabe von Rohdaten zu bestimmten Marken. Die Analysen zeigten: Phthalate fanden sich in fast der Hälfte aller Proben, PFAS in etwa 50 Prozent. In Kalifornien und New York wird nun über gesetzliche Offenlegungspflichten diskutiert.
Schadstoffe in Muttermilch: Jedes zweite Baby betroffen
Neue Forschungsdaten belegen die Belastung durch hormonstörende Chemikalien. Das LIFE-MILCH-Projekt der Universität Parma untersuchte 336 Mutter-Kind-Paare. Die Ergebnisse wurden auf der Konferenz ENDO 2026 in Chicago vorgestellt.
Die Bilanz: Bisphenol A (BPA) war einen Monat nach der Geburt in 51 Prozent der Muttermilchproben nachweisbar. Im Urin der Säuglinge stieg die Nachweisrate von 30 auf 67,6 Prozent bis zum sechsten Lebensmonat. In über 90 Prozent der Proben fanden sich zudem Phthalate sowie Spuren von Parabenen und Pestiziden.
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Jedes zweite Kind leidet unter Verdauungsproblemen
Abseits chemischer Rückstände rücken funktionelle Aspekte der Kinderernährung in den Fokus. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Marketagent zeigt: Mehr als 60 Prozent der Kinder in Deutschland und Österreich leiden unter wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden. Die Daten deuten auf einen Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten hin. Nur rund 49 Prozent der Kinder essen täglich Obst, der tägliche Gemüsekonsum liegt bei lediglich 32 Prozent. Spezialisierte Produkte wie „Caricol-Kids“ auf Basis von Bio-Papaya und Apfel sollen Abhilfe schaffen.
Nutri-Score: Experten fordern mehr Verbindlichkeit
Die Transparenz bei verarbeiteten Lebensmitteln bleibt ein zentrales Thema. Die VERBRAUCHER INITIATIVE betonte auf einer Fachveranstaltung am 24. Juni die Notwendigkeit eines verstärkten Dialogs über den Nutri-Score. Aktuell sind 1.040 Anwender und über 1.550 Marken für die Kennzeichnung registriert. Fachleute kritisieren: Die Wirkung des Systems bleibe hinter ihrem Potenzial zurück – wegen der Freiwilligkeit und bestehender Missverständnisse über die Aussagekraft.
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Positive Beispiele gibt es dennoch. Die Kita Burgkinder in Kaiserslautern kocht seit dem 1. Juni täglich frisch für rund 100 Kinder – statt externem Catering. Unterstützt wird das Projekt durch das Landesprogramm „Rheinland-Pfalz isst besser“.
Rohstoffengpässe setzen Hersteller unter Druck
Die Lebensmittelindustrie kämpft mit steigenden Kosten. Wegen eines Mangels an Molkenprotein und den damit verbundenen Preissteigerungen prüfen Hersteller von Proteinpulvern derzeit die Umstellung auf alternative Rezepturen. Der Transformationsdruck auf die Branche wächst – von Sicherheitsfragen über regulatorische Anforderungen bis hin zu Rohstoffknappheit.
