Myelom-Durchbruch: Teclistamab senkt Todesrisiko um 71 Prozent
29.05.2026 - 20:48:39 | boerse-global.deGleich mehrere bahnbrechende Entwicklungen Ende Mai 2026 versprechen bessere Überlebenschancen – besonders für ältere Patienten, die bislang oft von aggressiven Therapien ausgeschlossen waren.
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Italien ebnet den Weg für die Vierfach-Therapie
Die italienische Arzneimittelbehörde AIFA hat eine neue Quadrupel-Therapie für frisch diagnostizierte Patienten zugelassen. Die Kombination aus Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason und dem Antikörper Daratumumab steht nun sowohl für transplantationsgeeignete als auch für nicht-transplantationsfähige Patienten zur Verfügung.
Das ist eine entscheidende Neuerung: Bislang erhielten vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen oft nur abgeschwächte Behandlungen. Die Zulassung schließt diese Lücke und könnte als Vorbild für Zulassungsverfahren in der EU dienen.
Durchbruch bei Rückfällen: Bispezifische Antikörper zeigen Wirkung
Johnson & Johnson veröffentlichte Phase-3-Daten der MajesTEC-9-Studie zum bispezifischen Antikörper Teclistamab. Die Ergebnisse, zeitgleich im New England Journal of Medicine erschienen, sind beeindruckend: Das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod sank um 71 Prozent im Vergleich zur Standardtherapie. Die vollständige Remissionsrate lag bei 65,9 Prozent – gegenüber nur 16,8 Prozent in der Kontrollgruppe. Auch die Sterblichkeit reduzierte sich um 40 Prozent.
Der Hersteller hat bereits Zulassungsanträge bei der US-Gesundheitsbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht. Ein Schritt, der für deutsche Patienten direkte Auswirkungen haben könnte.
Bristol Myers Squibb: Dreifach-Kombination überzeugt
Am 29. Mai präsentierte Bristol Myers Squibb die SUCCESSOR-2-Studie. Die Dreifach-Kombination aus Mezigdomid, Carfilzomib und Dexamethason verlängerte das progressionsfreie Überleben auf 18 Monate – gegenüber 8,3 Monaten im Kontrollarm. Das entspricht einer Risikoreduktion von 52 Prozent. Die Gesamtansprechrate erreichte beeindruckende 80,2 Prozent.
Pfizer meldet positive Signale
Auch Pfizer vermeldete am selben Tag Erfolge: Die MagnetisMM-5-Studie zu Elranatamab als Monotherapie erreichte ihren primären Endpunkt. Bei Patienten mit mindestens einer vorherigen Therapielinie verbesserte der Wirkstoff das progressionsfreie Überleben gegenüber der Standardbehandlung. Die Gesamtüberlebensdaten werden noch ausgewertet.
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Früherkennung und Präzisionsmedizin
Myriad Genetics präsentierte am 27. Mai neue Daten zu ultrasensitiven MRD-Tests (molekulare Resterkrankung). Diese Verfahren weisen zirkulierende Tumor-DNA bereits in kleinsten Mengen nach – mit einer Basis-Erkennungsrate von 97 Prozent über verschiedene Krebsarten hinweg. Für Myelom-Patienten könnte das bedeuten: Rückfälle werden früher erkannt, Therapien rechtzeitig angepasst.
Noch einen Schritt weiter geht eine Phase-2-Studie zu Linvoseltamab bei Hochrisiko-Smoldering-Myelom. Das Ergebnis nach nur einem Behandlungszyklus: 100 Prozent Ansprechrate. Ein Hinweis darauf, dass frühes Eingreifen den Krankheitsausbruch bei Risikopatienten verhindern könnte.
Alter ist keine Grenze mehr
Ein Fallbericht aus der Türkei unterstreicht den medizinischen Wandel: Ärzte führten erfolgreich eine autologe Stammzelltransplantation bei einem 84-jährigen Lymphom-Patienten durch. Zwar handelte es sich nicht um ein Myelom, doch das Signal ist klar: Das biologische Alter allein entscheidet nicht mehr über den Zugang zu intensiven Therapien.
Die Entwicklungen der letzten Mai-Tage 2026 zeichnen ein klares Bild: Die Behandlung des Multiplen Myeloms wird präziser, wirksamer und vor allem – gerechter für ältere Patienten.
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