Mykotoxin-Urintest: US-CDC warnt vor Diagnosen allein anhand der Werte
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Mediziner Li Sixian, in Berichten teils auch als Lee Sih-Hsien geführt, hat die Ergebnisse eines Urintests auf Mykotoxine öffentlich gemacht. Die Untersuchung wies geringe Konzentrationen von Schimmelpilzgiften nach, die jedoch innerhalb der jeweiligen Referenzbereiche blieben. Der Fall liefert Anlass zur fachlichen Einordnung verschiedener Mykotoxine in Lebensmitteln und deren Nachweisbarkeit im menschlichen Körper.
Befunde des Mykotoxin-Screenings im Urin
Wie taiwanesische Medien wie udn.com und chinatimes.com im Oktober 2026 berichteten, zeigte der von Li Sixian vorgelegte Test für das Schimmelpilzgift Enniatin B einen Wert von 16,6. Damit lag das Ergebnis unter der Referenzschwelle von 25,0 beziehungsweise dem Grenzwert von unter 25 und damit im zulässigen Bereich. Für Zearalenon wurde ein Wert von 2,69 festgestellt, wobei hier eine Referenzschwelle von 100 gilt. Weitere getestete Stoffe waren nicht nachweisbar.
Hinsichtlich der Interpretation solcher Befunde verweisen die US-Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (US-CDC) darauf, dass auch bei gesunden Menschen geringe Mengen von Mykotoxinen nachweisbar sein können. Zudem existiert nach Angaben der US-CDC kein etablierter Standard, um Krankheiten allein anhand von Urinkonzentrationen dieser Gifte zu diagnostizieren.
Vorkommen und Verbreitung von Enniatin B
Li Sixian ordnete das Auftreten von Enniatin B fachlich ein. Das Mykotoxin wird vor allem über Getreide und verarbeitete Getreideprodukte wie Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Mehl und Pasta aufgenommen. Entgegen verbreiteter Vermutungen stellen Kaffee oder Nüsse nicht die primäre Kontaminationsquelle dar.
Diese Einordnung stützt sich unter anderem auf eine im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety veröffentlichte Untersuchung. In dieser Studie wurden mehr als 6900 globale Lebensmittelproben analysiert, wobei sich Enniatin B als ein weit verbreiteter Stoff in getreidebasierten Lebensmitteln erwies.
Ein Urintest auf Mykotoxine zeigt geringe Spuren — und viele fragen sich sofort, ob das gefährlich ist. Die US-CDC stellt klar: Auch gesunde Menschen weisen geringe Mengen auf, und es gibt keinen etablierten Standard, Krankheiten allein anhand dieser Urinwerte zu diagnostizieren. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie Enniatin B, Zearalenon und weitere Werte sachlich einordnen und wo die tatsächlichen Aufnahmequellen liegen. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Risiken durch Aflatoxine und Ochratoxin A
Neben den im Test gemessenen Werten thematisierte Li Sixian weitere gesundheitlich relevante Mykotoxine, die regelmäßig in der Nahrungsmittelkette auftreten.
Zu diesen zählt Aflatoxin B1, das nach der Verstoffwechselung in der Leber sogenannte DNA-Addukte bildet und das Risiko für Leberkrebs erhöht. Der Stoff ist durch die Internationale Agentur für Krebsforschung in die IARC-Gruppe 1 als krebserregend für den Menschen eingestuft.
Ein im Jahr 2012 im Fachjournal Hepatitis Monthly veröffentlichter Übersichtsartikel belegt zudem, dass eine langfristige Exposition gegenüber Aflatoxinen insbesondere bei Trägern des Hepatitis-B-Virus das Leberkrebsrisiko signifikant steigert. Aflatoxine treten vor allem in unsachgemäß gelagerten Erdnüssen, Mais und anderen Nüssen auf.
Nicht Kaffee und Nüsse sind die Hauptquelle für Enniatin B, sondern Getreide und Getreideprodukte wie Weizen, Hafer, Mehl und Pasta — das belegt eine 2025 veröffentlichte Auswertung von über 6900 globalen Lebensmittelproben. Wer seine Ernährung gezielt prüfen will, findet in unserem kostenlosen Leitfaden eine Checkliste der relevanten Kontaminationsquellen sowie eine Einordnung der Risiken von Aflatoxin B1 und Ochratoxin A. Checkliste Getreide- und Kaffee-Quellen sichern
Ein weiteres relevantes Gift ist Ochratoxin A. Nach Angaben von Li Sixian schädigt dieser Stoff die Nierenzellen durch oxidativen Stress und Funktionsstörungen der Mitochondrien. Ein Review aus dem Jahr 2021 im International Journal of Molecular Sciences beschreibt detailliert die Schädigung der Nierentubuluszellen über ebendiese Mechanismen.
Ochratoxin A findet sich häufig in Kaffeebohnen, Getreide, Trockenfrüchten sowie Wein. Der Befund von Li Sixian verdeutlicht, dass Mykotoxine zwar ubiquitär über alltägliche Nahrungsmittel aufgenommen werden können, die reine Nachweisbarkeit geringer Spuren im Urin jedoch differenziert bewertet werden muss.
