Mythos-Verzögerung: Britische Banken warten auf KI-Sicherheitstool
30.05.2026 - 06:20:54 | boerse-global.deNotenbankchef Bailey bestätigt Verzögerung – US-Institute sind bereits am Start.
Der Zugang zu Anthropics fortschrittlichem KI-Modell Mythos bleibt britischen Finanzinstituten weiterhin verwehrt. Das bestätigte Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey am Freitag. Das Tool, das speziell für die Erkennung von Cyber-Bedrohungen entwickelt wurde, sollte eigentlich im Frühjahr an den Start gehen. Daraus wurde nichts.
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Lieferstau in Washington
Bereits vor rund sechs Wochen waren erste Zweifel an der rechtzeitigen Auslieferung laut geworden. Zwar zeigte sich Anthropic grundsätzlich bereit, das Modell britischen Banken auf Testbasis zur Verfügung zu stellen. Doch der Prozess scheint – so Bailey – innerhalb der US-Administration festzustecken.
Die britischen Geldhäuser hatten ursprünglich für April mit der Freigabe gerechnet. Jetzt müssen sie auf alternative KI-Lösungen zurückgreifen, um ihre Cybersicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und Schwachstellen aufzuspüren. Ein unbefriedigender Zustand für die Branche.
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Ungleicher Zugang – globale Risiken
Besonders ärgerlich aus britischer Sicht: In den USA haben ausgewählte Institute wie die Investmentbank Goldman Sachs bereits frühzeitigen Zugang zu Mythos erhalten.
Bailey mahnte deshalb zu einer koordinierten internationalen Strategie. Die mit hochentwickelten KI-Modellen verbundenen Risiken ließen sich nicht im Alleingang bewältigen. „Cyber-Gefahren haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der größten Risiken für die globale Finanzstabilität entwickelt", so der Notenbankchef. Grund sei die tiefe Vernetzung des internationalen Bankensystems.
Die Bank of England steht bereits im Austausch mit verschiedenen Finanzinstituten, um deren spezifische Verwundbarkeiten zu analysieren. Baileys Botschaft ist klar: „Diese Bedrohungen machen an keiner Grenze halt." Ein internationaler Rahmen zur Überwachung und Eindämmung der Risiken neuer Technologien sei daher unverzichtbar.
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