Frankfurt Flughafen-Malaria: Gesundheitsamt meldet keine neuen FĂ€lle
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 14:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem dritten tödlichen Malaria-Fall in Frankfurt sind dem stÀdtischen Gesundheitsamt derzeit keine weiteren Infektionen gemeldet worden.
Drei TodesfÀlle nach insgesamt acht Erkrankungen
In diesem Sommer wurden in Frankfurt insgesamt acht FĂ€lle der sogenannten Flughafen-Malaria registriert. Nach Angaben der Behörden wird dabei davon ausgegangen, dass infizierte MĂŒcken mit Flugzeugen aus Malaria-Gebieten nach Deutschland gelangen und vor Ort Menschen stechen.
Unter den Erkrankten befanden sich sechs Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Fraport sowie zwei Anwohner aus dem nahe am Flughafen gelegenen Stadtteil Schwanheim. Zwei der betroffenen Flughafen-BeschÀftigten und einer der Anwohner sind infolge der Krankheit gestorben.
Situation im Stadtteil Schwanheim
Die zweite erkrankte Person aus Schwanheim befand sich den jĂŒngsten Angaben zufolge in stationĂ€rer Behandlung. NĂ€here Details zu ihrem Gesundheitszustand wurden von den Behörden nicht veröffentlicht.
Der Stadtteil Schwanheim liegt in unmittelbarer NÀhe des Flughafens, was nach der EinschÀtzung der Fachleute den Zusammenhang mit der seltenen Form der Flughafen-Malaria erklÀrt.
Gesundheitsamt sieht kein erhöhtes Risiko
Trotz des erneuten Todesfalls sieht das Frankfurter Gesundheitsamt derzeit keinen Anlass fĂŒr zusĂ€tzliche SchutzmaĂnahmen ĂŒber die bereits empfohlenen Vorkehrungen hinaus. Die Behörde betont, dass sich ihre EinschĂ€tzung des Gesundheitsrisikos fĂŒr die Bevölkerung nicht geĂ€ndert habe.
Das Risiko fĂŒr die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung werde weiterhin als sehr gering eingestuft. Zur Vermeidung von MĂŒckenstichen empfiehlt das Amt insbesondere den Einsatz von MĂŒckenschutz sowie allgemein vorsorgliche MaĂnahmen gegen StechmĂŒcken im persönlichen Umfeld.
Seltene Form der Malaria mit lokalem Schwerpunkt
Die in Frankfurt aufgetretenen FĂ€lle gelten als sogenannte Flughafen-Malaria. Dabei handelt es sich um Infektionen, bei denen die Erreger sehr wahrscheinlich durch MĂŒcken ĂŒbertragen werden, die mit Flugzeugen aus Malaria-Gebieten eingeschleppt werden. Die Erkrankten hatten nach bisherigen Angaben keine Reisen in klassische Malaria-Regionen unternommen, was den Verdacht auf eine Einschleppung ĂŒber den Luftverkehr stĂŒtzt. Flughafen-Malaria ist in Deutschland Ă€uĂerst selten, fĂ€llt aber wegen der möglichen schweren VerlĂ€ufe und der rĂ€umlichen Konzentration der FĂ€lle besonders ins Gewicht.
Gesundheitliche Risiken und Bedeutung fĂŒr die Bevölkerung
Wesentlich fĂŒr die EinschĂ€tzung der Lage ist, dass das Frankfurter Gesundheitsamt trotz inzwischen drei TodesfĂ€llen weiterhin von einem sehr geringen Risiko fĂŒr die Allgemeinbevölkerung ausgeht. Grundlage ist, dass sich die FĂ€lle auf einen begrenzten Personenkreis rund um den Flughafen konzentrieren und keine fortlaufende Kette von Mensch-zu-Mensch-Ăbertragungen beobachtet wird. Malaria wird in der Regel nicht direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben, sondern ĂŒber MĂŒckenstiche ĂŒbertragen. FĂŒr Menschen ohne direkten Bezug zum Flughafen oder zu den betroffenen Arealen bedeutet dies, dass das individuelle Risiko nach derzeitiger EinschĂ€tzung niedrig bleibt, auch wenn die Tragik der TodesfĂ€lle die Aufmerksamkeit erhöht.
Vorsorge, Relevanz und mögliche Folgen
FĂŒr die Bewohner Frankfurts und insbesondere fĂŒr Menschen in unmittelbarer NĂ€he des Flughafens bleibt die Empfehlung des Gesundheitsamtes zentral, konsequent MĂŒckenschutz zu nutzen â etwa durch körperbedeckende Kleidung, Insektenschutzmittel und geeignete MaĂnahmen in WohnrĂ€umen. Die FĂ€lle können dazu fĂŒhren, dass Flughafenbetreiber und Behörden bestehende Monitoring- und BekĂ€mpfungsprogramme fĂŒr StechmĂŒcken ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls nachschĂ€rfen. Zugleich macht der Vorfall deutlich, dass globale MobilitĂ€t auch in LĂ€ndern mit hohem medizinischem Standard seltene importierte Infektionen möglich macht. Wichtig ist daher, dass medizinisches Personal bei ungeklĂ€rten Fiebererkrankungen im Umfeld groĂer Verkehrsknotenpunkte auch an Malaria denkt, um frĂŒhzeitig diagnostizieren und behandeln zu können.
