PHP-SicherheitslĂŒcke hĂ€lt Berlin.de und Kliniken offline
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 07:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegionale Online-Dienste kehren zurĂŒck
- Berlin.de, KrankenhÀuser und UniversitÀten waren zuletzt nur eingeschrÀnkt erreichbar.
- Die Webseiten der S-Bahn Berlin standen in der Nacht wieder uneingeschrĂ€nkt zur VerfĂŒgung.
- In ThĂŒringen gingen unter anderem Staatskanzlei, Landespolizei und Innenministerium wieder online.
PHP-LĂŒcke hĂ€lt deutsche Webseiten teilweise offline
Infolge einer weltweiten SicherheitslĂŒcke sind weiterhin zahlreiche Internetseiten in Deutschland betroffen. Beim Hauptstadt-Portal berlin.de sowie bei einigen KrankenhĂ€usern und UniversitĂ€ten gibt es EinschrĂ€nkungen, wĂ€hrend die S-Bahn Berlin ihre Seiten wieder vollstĂ€ndig freigeschaltet hat.
Erste Angebote wieder erreichbar
Wegen einer kritischen SicherheitslĂŒcke in der verbreiteten Programmiersprache PHP hatten viele Einrichtungen in Deutschland ihre Webseiten vorsorglich vom Netz genommen. Am Morgen waren unter anderem zahlreiche Angebote in Rheinland-Pfalz und im Saarland wieder frei geschaltet.
Auch in ThĂŒringen gingen seit dem spĂ€ten Mittwochabend viele Seiten wieder online, darunter die Staatskanzlei, die Landespolizei und das Innenministerium. Mehrere Online-Services der Polizei in Nordrhein-Westfalen waren nach Behördenangaben ebenfalls wieder erreichbar.
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Warnung vor Angriffen auf Server
Hintergrund ist eine neu entdeckte, schwerwiegende SicherheitslĂŒcke, die weltweit zahlreiche Webseiten und Onlinedienste gefĂ€hrdet. Kriminelle könnten die Schwachstellen ausnutzen, um betroffene Server anzugreifen.
PHP wird fĂŒr einen groĂen Teil des Internets eingesetzt â von einfachen Blogs ĂŒber Nachrichtenportale bis hin zu Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik gab deshalb eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus und forderte die rasche Installation von Sicherheitsupdates.
Kein direkter Handlungsbedarf fĂŒr Nutzer
Die SicherheitslĂŒcke liegt nicht auf den EndgerĂ€ten der Anwender, sondern auf den Servern im Hintergrund. FĂŒr das alltĂ€gliche Surfen auf Smartphone oder PC besteht daher zunĂ€chst kein unmittelbarer Handlungsbedarf.
Verbraucher können dennoch indirekt betroffen sein, wenn wichtige Onlinedienste ausfallen oder nicht rechtzeitig geschĂŒtzte Webseiten Daten abflieĂen lassen. Betreiber mĂŒssen ihre Systeme aktualisieren oder die betroffenen Angebote bis zur Absicherung offline lassen.
Polizei nimmt Online-Services wieder in Betrieb
Das Landesamt fĂŒr Zentrale Polizeiliche Dienste in Nordrhein-Westfalen teilte mit: âNach intensiven Arbeiten konnten die Seiten wieder in Betrieb genommen werden.â Andere prominente Webseiten in Nordrhein-Westfalen waren am Donnerstag allerdings weiterhin nicht erreichbar.
Die PHP-SicherheitslĂŒcke trifft eine zentrale Schicht des Internets: Die Programmiersprache lĂ€uft auf vielen Webservern und bildet die technische Grundlage zahlreicher Webseiten, Portale und Online-Dienste. Deshalb reagieren Behörden, Kliniken, Hochschulen und Kommunen teilweise mit einer vorsorglichen Abschaltung, wenn ein Sicherheitsupdate nicht sofort eingespielt werden kann.
Schutz durch Abschalten und Aktualisieren
Die am Mittwoch veröffentlichte Warnung des Bundesamts fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik richtet sich vor allem an Betreiber. Sie sollen die bereitgestellten Aktualisierungen unverzĂŒglich installieren oder ihre Anwendungen vorĂŒbergehend vom Netz nehmen. Der aktuelle Betrieb einzelner Seiten zeigt, dass die technische Bereinigung regional unterschiedlich schnell vorankommt.
FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger liegt das unmittelbare Risiko nicht auf dem eigenen Smartphone oder Computer, sondern bei den Servern besuchter Angebote. EinschrĂ€nkungen können daher vor allem durch nicht erreichbare Online-Dienste entstehen. Bei ungeschĂŒtzten Webseiten besteht zudem das Risiko, dass Angreifer Daten abgreifen oder die Infrastruktur missbrauchen.
AusfÀlle bleiben möglich
Die RĂŒckkehr erster Seiten bedeutet nicht automatisch, dass alle Betreiber ihre Systeme bereits vollstĂ€ndig abgesichert haben. Entscheidend sind eingespielte Updates, anschlieĂende PrĂŒfungen und die Wiederfreigabe durch die jeweils zustĂ€ndigen IT-Stellen. Bis dahin können öffentliche Informationen, Terminbuchungen oder digitale Verwaltungsangebote regional weiter fehlen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: âGravierende SicherheitslĂŒcke bedroht weltweit Webseitenâ (21.10.2026)
Der Beitrag habe die weltweiten Auswirkungen und die vorsorgliche Abschaltung deutscher Webseiten herausgestellt. Als Schwerpunkt nenne er die hohe technische Gefahr fĂŒr betroffene Server sowie den Zeitdruck bei der Installation des Sicherheitsupdates.
WDR: âPolizei, Kommunen, KrankenhĂ€user : Webseiten teilweise wegen IT-LĂŒcke offlineâ (21.10.2026)
Der WDR habe den Blick auf Nordrhein-Westfalen und die dort betroffenen Kliniken, Hochschulen, Kommunen und Polizeidienste gerichtet. Zugleich habe der Beitrag berichtet, dass einzelne Online-Angebote bereits wieder erreichbar gewesen seien; offen bleibe der Zeitpunkt der vollstÀndigen Wiederfreischaltung.
Beide BeitrÀge hÀtten die vorsorglichen Abschaltungen und die zentrale Rolle des PHP-Updates bestÀtigt. Unterschiede ergÀben sich vor allem beim regionalen Schwerpunkt: WÀhrend FOCUS online die globale Bedrohung und technische Folgen betont habe, habe der WDR konkrete Auswirkungen in NRW beschrieben.

