Ölverschmutzung, Vereinigte Arabische Emirate

Ölverschmutzung: Emirate schließen Strände nach Tankerangriff

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 13:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach einem Angriff auf den Tanker Gem No. 2 hat ausgelaufenes Öl die Küste der Vereinigten Arabischen Emirate erreicht. Behörden lassen die betroffenen Gebiete reinigen und prüfen zugleich die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Betroffene Küstenabschnitte und Tankerdaten

  • Geschlossen wurden Strände in Schardscha, Umm al-Kuwain und Ras al-Chaima.
  • Der Tanker Gem No. 2 ist 330 Meter lang und fährt unter panamaischer Flagge.
  • Der Ölteppich erstreckt sich nach Angaben des Forschers über etwa 90 Kilometer.
Das Öl eines Tankers wurde bis an die emiratischen getragen. - Bild: UGC/AP/dpa

Öl erreicht Küste der Vereinigten Arabischen Emirate

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mehrere Strände wegen Ölverschmutzung geschlossen worden, die mutmaßlich durch einen Angriff auf einen Öltanker im Iran-Krieg verursacht wurde. Betroffen sind Küstenabschnitte in Schardscha, Umm al-Kuwain und Ras al-Chaima nahe Dubai.

Behörden starten Reinigungsarbeiten

Das Umweltministerium teilte mit, Öl sei aus einem Tanker ausgetreten und habe die emiratische Küste erreicht. Arbeiten zur Begrenzung der Verschmutzung und zur Reinigung der betroffenen Gegenden liefen.

In den vergangenen Tagen hatten Anwohner in Schardscha über mehrere Tage starke Gerüche gemeldet, die an Benzin oder Gas erinnerten. Das Ministerium prüfte die Gerüche und teilte mit, gesundheitliche Risiken gebe es nicht.

Ölteppich erstreckt sich über 90 Kilometer

Der Forscher Wim Zwijnenburg von der niederländischen Organisation PAX sagte der dpa, das Öl stamme vom Tanker „Gem No. 2“. Das Schiff gehört einem Unternehmen mit Sitz in Taiwan, fährt unter der Flagge Panamas und ist 330 Meter lang.

Nach einem Angriff vor zwei Wochen sei Öl aus dem Tanker ausgetreten, sagte Zwijnenburg. Der Ölteppich sei inzwischen etwa 90 Kilometer lang.

Strömung treibt Öl an die Küste

Auch der Datenanbieter Windward berichtete vor einigen Tagen, dass an einem Tanker etwa 25 Kilometer vor Umm al-Kuwain Öl austrete. Die Strömung trage das Öl in Richtung Küste.

Die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt hatte den Angriff vor zwei Wochen gemeldet. Ein Geschoss habe das Schiff getroffen und an Bord einen Brand ausgelöst.

Empfindliche Lebensräume betroffen

Die Küsten und Gewässer der Emirate bieten vielen Vögeln und Meerestieren Lebensraum. Korallenriffe, Mangroven und Seegraswiesen dienen unter anderem Dugongs, Delfinen und Meeresschildkröten als Schutz- und Nahrungsgebiete.

Forscher der University of South Florida kamen in einer im Juni veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass die Ölverschmutzung im Persischen Golf seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar deutlich zugenommen hat. Für die Untersuchung werteten sie Satellitendaten aus.

Die Sperrung mehrerer Strände markiert eine unmittelbare Folge des Krieges auf See für die Küstenregion der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Fall verbindet militärische Angriffe, den Schiffsverkehr im Persischen Golf und den Schutz empfindlicher Meeresökosysteme.

Besonders anfällig sind flache Küstenbereiche mit Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffen. Solche Lebensräume dienen unter anderem Dugongs, Meeresschildkröten, Delfinen und zahlreichen Vogelarten als Nahrungs- und Rückzugsgebiete. Öl kann sich an Ufern und im Sediment ablagern, Tiere verkleben oder vergiften und die Regeneration von Pflanzenbeständen erschweren.

Folgen für Küste und Schiffsverkehr

Die Ausbreitung hängt stark von Strömungen, Wind und Wellengang ab. Dadurch kann sich die Verschmutzung von der unmittelbaren Unfallstelle aus über weite Küstenabschnitte verteilen. Die gemeldete Länge des Ölteppichs macht zudem deutlich, dass die Auswirkungen nicht auf einen kleinen Bereich rund um den Tanker begrenzt sein müssen.

Für Anwohner stehen zunächst der Zugang zu den betroffenen Stränden und mögliche Geruchsbelastungen im Vordergrund. Das Umweltministerium teilte mit, gesundheitliche Risiken durch die gemeldeten Gerüche gebe es nicht. Für Behörden besteht die Aufgabe darin, die Verschmutzung einzudämmen, Öl aufzunehmen und besonders sensible Lebensräume zu schützen.

Ölverschmutzung als Kriegsfolge

Die aktuelle Verschmutzung fällt in eine Phase, in der der Schiffsverkehr im Golf durch den Konflikt und die weitgehend blockierte Straße von Hormus beeinträchtigt ist. Wenn Tanker ihre Routen nicht wie üblich fortsetzen können, verlängern sich Aufenthaltszeiten und Risiken für Besatzungen, Ladungen und Küstenstaaten.

Die Folgen reichen damit über die vorübergehende Strandsperrung hinaus. Sie betreffen den Tourismus, die Fischerei, die öffentliche Sicherheit und die langfristige Belastung mariner Ökosysteme.

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