Zwei Menschen in Deutschland nach Ehec-Infektion gestorben
23.10.2025 - 16:39:25Mindestens zwei Menschen in Deutschland sind im Zuge eines aktuellen Ausbruchs infolge einer Ehec-Infektion gestorben. Es handelt sich um einen Jungen im Alter von 5 bis 10 Jahren und einer Frau im Alter von 70 bis 80 Jahren, wie es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts heiĂt. Aus GrĂŒnden des Persönlichkeitsschutzes machte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage keine genaueren Angaben zu genauem Alter, Todeszeitpunkt oder Wohnort.Â
Das Kind war am sogenannten hĂ€molytisch-urĂ€mische Syndrom (Hus) erkrankt, einer schweren Komplikation, die zu Nierenversagen fĂŒhren kann. Die Sterblichkeit des Hus liegt laut RKI bei ungefĂ€hr 2 Prozent.
DarĂŒber hinaus wurde ein weiterer Todesfall gemeldet, der wahrscheinlich ebenfalls im Zusammenhang mit dem Ausbruch steht - eine ĂŒber 90-JĂ€hrige Frau, die ebenfalls an Hus gestorben ist.
Ausbruch lÀuft seit Ende August
Der Ehec-Ausbruch lĂ€uft seit Ende August. Mit Stand 22. Oktober werden dem Ausbruch 183 FĂ€lle zugeordnet, davon 48 Hus-FĂ€lle. Bei 168 weiteren FĂ€llen ist noch unklar, ob sie dem Ausbruch zuzuordnen sind. Das RKI geht von einer gröĂeren Dunkelziffer aus, da nicht bei allen Menschen mit blutigem Durchfall oder Hus eine bakterielle Diagnostik durchgefĂŒhrt werde.
Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben aus dem Bericht das Bundesland mit den meisten bestÀtigten FÀllen. Ein weiterer Schwerpunkt des Ausbruchs liege im Westen, insbesondere im zentralen Teil von Nordrhein-
Westfalen.Â
Drei Hus-bedingte TodesfÀlle in 2024
Ehec-Ansteckungen gibt es regelmĂ€Ăig. Nach Daten des Robert Koch-Instituts zufolge wurden 2023 bundesweit mehr als 3.440 Erkrankungen erfasst, 2024 rund 4.570. Dieses Jahr wurden dem RKI bislang etwa 5.330 FĂ€lle ĂŒbermittelt. Im Jahr 2023 waren fĂŒnf, im Jahr darauf drei Hus-bedingte TodesfĂ€lle gemeldet worden.
Konkrete Ansteckungsquelle noch nicht bekannt
Wie haben sich die von dem aktuellen Ausbruch betroffenen Menschen mit Ehec infiziert? Laut RKI muss davon ausgegangen werden, dass die Erkrankungen ĂŒber ein oder mehrere kontaminierte Lebensmittel verursacht werden. «Die konkreten Ansteckungsquellen konnten bisher trotz umfangreicher BemĂŒhungen leider noch nicht identifiziert werden», heiĂt es in dem aktuellen Bericht.Â
Wahrscheinlich kĂ€men ein oder mehrere ĂŒberregional vertriebene und im Einzelhandel erworbene Lebensmittel infrage, zum Beispiel Fleisch- und Wurstprodukte. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten aber auch andere Lebensmittel, zum Beispiel pflanzlichen Ursprungs, nicht sicher ausgeschlossen werden.
Kein Hinweis auf Infektion durch Tierkontakt
Hinweise auf andere mögliche Infektionsquellen, zum Beispiel Tierkontakte oder Kontakt mit OberflÀchengewÀssern, hÀtten die Befragungen von erkrankten Personen nicht ergeben.
Einzelne Mensch-zu-Mensch-Infektionen könnten nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sicher bestÀtigt werden, sagte die RKI-Sprecherin. «Die Betroffenen könnten im Zweifel auch das gleiche kontaminierte Lebensmittel, vielleicht auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, verzehrt haben.»
Ausbruch dauert an
Vor allem Kinder unter 10 Jahren sind nach Angaben des RKI von dem aktuellen Ausbruch betroffen. Der Altersdurchschnitt liege bei 4 Jahren. Alle bestĂ€tigten Hus-FĂ€lle seien Kinder. Kinder sind besonders von Hus gefĂ€hrdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.Â
Auch wenn die Dynamik des Gesamtgeschehens leicht nachlĂ€sst, treten laut RKI weiter neue AusbruchsfĂ€lle auf. Mittlerweile gebe es in sieben BundeslĂ€ndern jeweils mindestens vier FĂ€lle.Â
Der aktuelle Ehec-Ausbruch ist laut RKI das gröĂte derartige Geschehen seit dem Ehec-Ausbruch im Jahr 2011.
Ehec-Ansteckungen gibt es regelmĂ€Ăig
Ehec steht fĂŒr enterohĂ€morrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krankmachende StĂ€mme des Darm-Bakteriums, die vor allem bei WiederkĂ€uern wie Rindern vorkommen. Die Mikroben können zum Beispiel durch kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen ĂŒbertragen werden.


