FĂ€lle, Mpox-Variante

Weitere FĂ€lle neuer Mpox-Variante in Deutschland

16.12.2024 - 11:48:42

Nach einem ersten Nachweis im Oktober wurden in den letzten Tagen weitere FĂ€lle von Infektionen mit der neuen Mpox-Variante 1b in Deutschland erfasst. Betroffen ist eine Familie mit Schulkindern.

In Deutschland sind weitere FÀlle der neuen Variante des Mpox-Virus unter anderem bei zwei Kindern nachgewiesen worden. ZunÀchst sei eine Infektion mit der sogenannten Klade 1b bestÀtigt worden, teilte der Rheinisch-Bergische Kreis in Bergisch Gladbach bei Köln mit. Dann sei das Virus auch bei drei weiteren Familienmitgliedern, darunter zwei Kinder im Schulalter, nachgewiesen worden. Die Familie befinde sich in QuarantÀne. Bislang sei der Krankheitsverlauf mild. 

Das Gesundheitsamt habe Kontaktpersonen unter anderem aus dem schulischen und beruflichen Umfeld ermittelt und informiert. Sie seien ĂŒber mögliche Symptome und Schutzmaßnahmen aufgeklĂ€rt worden. Nach aktuellem Kenntnisstand gebe es bisher keine weiteren Ansteckungen, sagte eine Sprecherin. 

Zu den Mpox-Symptomen zÀhlen ein typischer Hautausschlag sowie hÀufig auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Tödliche VerlÀufe sind selten.

Bei Reise nach Afrika angesteckt

Der östlich von Köln gelegene Rheinisch-Bergische Kreis erklĂ€rte, die Infektion gehe vermutlich auf die Reise eines Familienmitgliedes mit engen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung in Afrika zurĂŒck. 

Ein erster Fall von Mpox war Mitte Oktober in Köln nachgewiesen worden. Der Patient sei 33 Jahre alt und habe die Infektion wahrscheinlich in einem ostafrikanischen Land erworben, hieß es. 

Mpox - frĂŒher Affenpocken genannt - sind nicht sehr ansteckend. «FĂŒr eine Übertragung von Mpox ist ein enger körperlicher Kontakt erforderlich», heißt es beim Robert Koch-Institut (RKI). Das Virus wird vorwiegend bei engem Haut-zu-Haut-Kontakt ĂŒbertragen, etwa beim Sex oder beim engen Umarmen, Massieren und KĂŒssen. 

Höchste Alarmstufe fĂŒr erhöhte Aufmerksamkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im August wegen der neuen Virusvariante und der zunehmenden Mpox-Verbreitung in Afrika eine «Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite» erklÀrt. Das ist die höchste Alarmstufe, die Behörden in aller Welt zu erhöhter Aufmerksamkeit bringen soll. 

Das Mpox-Virus hat verschiedene Nagetiere in West- und Zentralafrika als natĂŒrliche Wirte. Affen und auch Menschen sind sogenannte Fehlwirte, an die die Erreger weniger gut angepasst sind. Das Virus weist zwei genetische Kladen (1 und 2) auf. Das internationale Mpox-Geschehen seit Mai 2022 ging vorwiegend auf Klade 2b zurĂŒck. SpĂ€ter kamen in Afrika vermehrt Ansteckungen mit dem Virus der Klade 1b hinzu, inzwischen sind auch international erste solche FĂ€lle erfasst.

Von der Klade 2b wurden vom RKI bereits rund 3.800 FĂ€lle bundesweit erfasst, der Großteil davon (rund 3.700) von FrĂŒhsommer bis Herbst 2022. Seit Sommer 2023 wĂŒrden kontinuierlich Fallzahlen auf niedrigem Niveau - im ein- bis niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat - gemeldet. TodesfĂ€lle wurden demnach in Deutschland noch nicht registriert.

@ dpa.de