Nachbarschaftshilfe, Dorfkümmerer

Nachbarschaftshilfe: 15 Dorfkümmerer im Landkreis Altenburger Land

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 17:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kommunen und Vereine entwickeln innovative Modelle für die Unterstützung älterer Menschen, von Quartiershäusern bis zu digitalen Plattformen.

Demografischer Wandel: Neue Konzepte für die Nachbarschaftshilfe
Nachbarschaftshilfe - Eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die in einem modernen Gemeinschaftszentrum interagieren und sich gegenseitig unterstützen. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Vereine entwickeln neue Konzepte – von klassischer Ehrenamtsarbeit bis zu digitalen Vermittlungsplattformen.

Quartiershäuser und Dorfkümmerer

In Wiesbaden-Klarenthal Nord öffnete Anfang Juli 2026 das dritte Quartiershaus der Stadt. Das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt bündelt Beratung, Begegnung und Pflege unter einem Dach. Die Johanniter, das Volksbildungswerk und der VdK arbeiten zusammen. Ein vierter Standort am Gräselberg ist bereits in Planung.

Im ländlichen Raum setzt man auf Dorfkümmerer. Der Landkreis Altenburger Land beschäftigt derzeit 15 solcher Kräfte, betreut durch die Diakoniestiftung Thüringen. Das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ finanziert ihre Arbeit. Sie organisieren Spielenachmittage, Frauenfrühstücke und helfen beim Ausfüllen von Formularen. In Bad Schönborn übernimmt eine Quartierslotsin ähnliche Aufgaben – sie koordiniert Alltagsbegleitungen und initiiert Treffpunkte.

Qualifizierung als Schlüssel zum Erfolg

Der BRK-Kreisverband Ostallgäu schloss Anfang Juli 2026 eine Qualifizierungsreihe für 15 Ehrenamtliche ab. Die Ausbildung umfasste Erste Hilfe, Kommunikation, Umgang mit Demenz und Selbstfürsorge.

Die rechtliche Basis für die Abrechnung liefern § 45a und § 45b SGB XI. In Perleberg und Petershagen/Eggersdorf nutzen Pflegebedürftige den Entlastungsbetrag von monatlich 125 Euro (teils mit 131 Euro beziffert) für Nachbarschaftshilfe. Voraussetzung: Die Helfer müssen registriert oder qualifiziert sein. In Brandenburg unterstützt eine Diplom-Sozialarbeiterin Interessierte bei der Abwicklung.

Studierende wohnen bei Senioren

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In München-Milbertshofen verfolgt der Verein „Beieinander“ ein ungewöhnliches Modell. Beim Projekt „Wohnen für Hilfe“ leben Studierende bei Senioren und zahlen nur geringe Nebenkosten. Im Gegenzug helfen sie im Haushalt.

Digital läuft die Vermittlung in Baiersbronn über die App „hilver“. Bürger können dort Einkaufshilfen direkt anfordern oder anbieten. Das Projekt „Nette Kieler“ setzt auf digitale Patenschaften: Jüngere schulen ältere Menschen im Umgang mit Technik.

In Ladenburg untersucht man systematisch die Altersfreundlichkeit der Stadt. Bis Ende Juli 2026 sind alle 3.332 Bürger über 65 Jahre aufgerufen, an einer WHO-Befragung zur sozialen Teilhabe teilzunehmen.

Mitgliedsbeiträge und Kilometerpauschalen

Die Finanzierung der Nachbarschaftshilfe variiert stark. Der Verein „Bürger aktiv e.V.“ in Königsfeld kalkuliert mit Mitgliedsbeiträgen und Stundensätzen. Einzelpersonen zahlen 18 Euro jährlich, Familien 24 Euro. Mitglieder bezahlen 13,50 Euro pro Stunde für Hilfeleistungen, Nichtmitglieder 15,50 Euro. Fahrdienste kosten zusätzlich 0,50 Euro pro Kilometer.

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In Rosbach vor der Höhe bieten Ehrenamtliche Buchungspaten und Fahrten zu Arztterminen an. Hier liegt die Kilometerentschädigung bei 0,35 Euro.

Die Nachbarschaftshilfe Lichtblicke Hardt bestätigte auf ihrer Mitgliederversammlung Anfang Juli 2026 den Vorstand: Angelika Marte bleibt erste Vorsitzende, Erika Roming ihre Stellvertreterin. In Rockenberg startete unter dem Namen „LebensWert“ eine Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe Bad Nauheim e.V. – für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen.

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