Nachhaltigkeit, Stuttgart

Nachhaltigkeit: Stuttgart kÀmpft um 1960er-GebÀude statt Abriss

28.05.2026 - 01:03:04 | boerse-global.de

Upcycling-Kurse sind ausgebucht, wÀhrend in Stuttgart ein Abriss-Streit um ein 60er-Jahre-GebÀude tobt. Beides zeigt den wachsenden Nachhaltigkeitstrend.

Nachhaltigkeit: Stuttgart kĂ€mpft um 1960er-GebĂ€ude statt Abriss - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Nachhaltigkeit: Stuttgart kĂ€mpft um 1960er-GebĂ€ude statt Abriss - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die kreative Wiederverwendung von Materialien und der Erhalt bestehender Bausubstanz gewinnen in Deutschland rasant an Bedeutung. WÀhrend in Hagen ein Upcycling-Workshop ausgebucht ist, tobt in Stuttgart ein erbitterter Streit um den Abriss eines GebÀudes aus den 1960er Jahren. Beide Entwicklungen zeigen: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern eine gesellschaftliche Bewegung.

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Kreatives Upcycling: Aus Tetrapak wird Kunst

Am heutigen Donnerstag demonstrierte ein Workshop in Hagen eindrucksvoll, wie groß das Interesse an kreativen Upcycling-Techniken ist. Das AllerWeltHaus veranstaltete gemeinsam mit der VHS Hagen einen Kurs, der sich der Verwandlung von Tetrapak-Verpackungen in kĂŒnstlerische Drucke widmete.

Unter der Leitung von Waldtraud Schroll setzten die Teilnehmer auf die Tiefdruck-Technik, um aus gebrauchten GetrĂ€nkekartons Kunstwerke zu schaffen. Die Besonderheit: Eine Nudelmaschine diente als provisorische Druckpresse. Der Kurs war restlos ausgebucht – ein klares Zeichen fĂŒr die hohe Nachfrage nach Bildungsangeboten, die ökologische Nachhaltigkeit mit kĂŒnstlerischem Ausdruck verbinden.

Stuttgarter Architekturstreit: Abriss oder Erhalt?

WĂ€hrend im Kleinen das kreative Recycling boomt, bahnt sich in Stuttgart ein handfester Konflikt um nachhaltige Stadtentwicklung an. Der geplante Abriss des Wittwer-Hauses an der Königstraße sorgt fĂŒr massive Kritik. Das GebĂ€ude soll 2028 weichen – doch Architekten und Politiker laufen Sturm.

Das zwischen 1968 und 1970 von den Architekten Kammerer, Belz und BĂ€cher errichtete GebĂ€ude gehört der Dinkelacker AG. Zwar steht es nicht unter Denkmalschutz, doch namhafte Architekten wie Behnisch, Kaiser und Haas sprechen sich entschieden gegen den Abriss aus. Ihrer Ansicht nach reprĂ€sentiert das Wittwer-Haus eine bedeutende Ära der Stadtplanung, die es zu bewahren gilt.

BĂŒrger wehren sich gegen AbrissplĂ€ne

Die Debatte hat lĂ€ngst die Politik erreicht. Die Fraktion Linke SÖS Plus brachte einen Antrag im Gemeinderat ein, der sich mit der Zukunft des GebĂ€udes befasst. Parallel dazu sammelt die BĂŒrgerinitiative „Wittwer ist nicht fertig" Proteste gegen die geplanten Abrissarbeiten.

WĂ€hrend sich der BuchhĂ€ndler Thalia auf den Umzug in einen Neubau vorbereitet, bleibt die Zukunft des ursprĂŒnglichen Baus aus den 1960er Jahren offen. Die Gegner des Abrisses argumentieren mit der sogenannten „grauen Energie" – der Energie, die bereits in der bestehenden Bausubstanz steckt. Der Fall zeigt einen wachsenden Trend: Die Nachhaltigkeit der Bauwirtschaft wird zunehmend daran gemessen, ob sie bestehende Strukturen anpassen und weiternutzen kann, anstatt sie komplett zu ersetzen.

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