NahrungsergÀnzung: 50 Prozent der Deutschen verwechseln sie mit Arzneimitteln
06.06.2026 - 01:11:05 | boerse-global.de
Deutschland hat zwar nicht mit einer Opioid-Krise wie in den USA zu kÀmpfen. Dennoch identifizierten Experten spezifische Problembereiche in der nationalen Versorgungskette.
Bestandsaufnahme durch das Op-US-Projekt
Die Untersuchung vom 5. Juni 2026 betont: Deutschland verfĂŒgt ĂŒber ein stabileres regulatorisches Umfeld als die USA. Trotzdem gibt es Verbesserungsmöglichkeiten bei der langfristigen Anwendung starker Schmerzmittel. Im Fokus stehen eine engmaschige Ăberwachung der Indikationsstellung und die regelmĂ€Ăige ĂberprĂŒfung der Therapieziele. Eine dauerhafte Verschreibung darf nur unter strengen Kriterien erfolgen.
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Komplexe Wechselwirkungen machen die Schmerztherapie zusĂ€tzlich schwierig. So gilt die gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen und Cannabis als grundsĂ€tzlich möglich, aber riskant. Beide Substanzen werden in der Leber ĂŒber das Enzymsystem CYP450 verstoffwechselt. Die Folge: verstĂ€rkte MĂŒdigkeit oder ein erhöhtes Blutungsrisiko.
Sicherheit durch Apotheken
Die Sicherheit bei der Medikamentenabgabe ist ein zentraler Baustein der Patientenversorgung. Auf dem pharmacon-Kongress in Meran betonte der PrĂ€sident der Bundesapothekerkammer, Dr. Armin Hoffmann, am 4. Juni 2026 die Bedeutung der Apothekerschaft. Er forderte eine stĂ€rkere Einbindung der Apotheken in gesundheitspolitische Entscheidungen. Das geplante Apotheken-VergĂŒtungs- und -Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll die Sicherheit erhöhen.
Die fachliche Beratung gewinnt auch bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln an Bedeutung. Fachleute wie Prof. Dr. Mona Tawab wiesen Anfang Juni 2026 darauf hin: Etwa die HĂ€lfte der BundesbĂŒrger hĂ€lt diese fĂ€lschlicherweise fĂŒr geprĂŒfte Arzneimittel. Eine fundierte Einordnung durch Apothekenteams kann Fehlmedikationen und Wechselwirkungen mit Schmerzmitteln vermeiden.
Weitere Impulse zur Arzneimittelsicherheit erwartet die Fachwelt auf dem 51. Wissenschaftlichen Jahreskongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA). Dieser findet vom 11. bis 13. Juni 2026 in DĂŒsseldorf statt. Themen sind Digitalisierung und Krisenresilienz.
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Digitale Vernetzung und PrÀvention
Die Digitalisierung gilt als wesentliches Instrument zur Verbesserung der Therapiesicherheit. Seit Mitte Januar 2025 ermöglicht die elektronische Patientenakte (ePA) eine zentralisierte Speicherung von Medikationsinformationen. Dr. Nicolas Kahl sieht einen 90-tĂ€gigen Zugriff per Versichertenkarte als sinnvoll an. Das verschafft Ărzten und Apothekern einen Ăberblick ĂŒber die aktuelle Medikation und kann kritische Wechselwirkungen verhindern.
Parallel dazu rĂŒcken prĂ€ventive AnsĂ€tze in den Fokus. Eine am 4. Juni 2026 veröffentlichte Publikationssammlung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) zeigt das Potenzial von LebensstilĂ€nderungen. Durch die Adressierung von 23 modifizierbaren Risikofaktoren lieĂen sich bis zu 80 Prozent aller SchlaganfĂ€lle vermeiden. Experten bemĂ€ngeln jedoch: Derzeit flieĂt nur ein Bruchteil des Gesundheitsbudgets in die PrĂ€vention. FĂŒr die Schmerztherapie bedeutet das: Neben der pharmakologischen Behandlung mĂŒssen nicht-medikamentöse MaĂnahmen stĂ€rker integriert werden. Nur so lĂ€sst sich die AbhĂ€ngigkeit von langfristigen Opioid-Gaben reduzieren.
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