Nahrungsergänzung, Frauen

Nahrungsergänzung: 54% der Frauen über 65 nehmen unnötige Präparate

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Supplement-Werbung. Mediziner warnen vor unnötigen Präparaten, besonders bei älteren Menschen.

Nahrungsergänzungsmittel: Kritik an Werbung und Risiken für Senioren
Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel und eine Glas Wasser auf einem Labortisch als Symbol für Transparenz in der Branche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt seit Jahren. Doch mit der wachsenden Produktvielfalt steigt auch die Gefahr von Irreführung und gesundheitlichen Risiken. Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz und kritischeres Hinterfragen der Präparate.

Wenn medizinische Autorität käuflich wird

Besonders im digitalen Raum bleibt die Kennzeichnung von Werbung ein Problem. Ein Beispiel: Eine Medfluencerin warb für eine fiktive Krankheit – das Honorar: 3.800 Euro. Der Fall zeigt, wie sorglos Unternehmen im Gesundheitssektor ihre Werbepartner auswählen.

Auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit seinen rund 1,8 Millionen Mitgliedern bewarb Kreatin auf seiner Plattform, ohne die Partnerschaft klar als Werbung zu kennzeichnen. Verbraucherschützer kritisieren, dass solche Beiträge wie redaktionelle Inhalte wirken. Zudem: Kreatin ist für Kinder nicht empfohlen.

Warnungen aus der Medizin

Fachgesellschaften schlagen Alarm bei Präparaten, die gezielt Organfunktionen beeinflussen sollen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) stellte im August 2026 klar: Für Selen, Cholin oder Mariendistel gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis bei Schilddrüsenproblemen. Silychristin könnte sogar wichtige Transporter im Körper blockieren, Cholin wird mit erhöhten TSH-Werten in Verbindung gebracht. Ärztliche Abklärung ist daher unerlässlich.

Auf regulatorischer Ebene tut sich ebenfalls etwas: Eine EU-Expertenkommission mit Vertretern des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) plant, TCM-Produkte als Lebensmittel einzustufen. Die Novel-Food-Verordnung könnte dann Verbote nach sich ziehen. Stellungnahmen sind bis Anfang September 2026 möglich. International ziehen andere Länder nach: Thailands Arzneimittelbehörde konkretisierte Richtlinien zur Proteinkennzeichnung, nachdem der Markt für Proteingetränke 2025 ein Volumen von über 5 Milliarden Baht erreichte.

Ältere Menschen: Hauptzielgruppe mit Risiko

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Viele ältere Menschen nehmen täglich Nahrungsergänzungsmittel – doch nicht jedes Präparat ist wirklich nötig. Die KORA-Age-Studie zeigt: 54 Prozent der Frauen über 65 schlucken regelmäßig Supplemente, oft unnötig. Unser Ratgeber hilft Ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Die Generation 65 Plus greift besonders häufig zu Supplementen. Die KORA-Age-Studie zeigt: 54 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer zwischen 65 und 80 Jahren nehmen regelmäßig Präparate ein. Experten der Verbraucherzentrale NRW halten viele davon für unnötig – bei Überdosierung drohen gesundheitliche Schäden.

Die Risiken im Überblick:

  • Vitamin D: Zu hohe Dosen führen zu Übelkeit, Muskelschwäche und Nierensteinen.
  • Natrium: Brausetabletten enthalten oft verstecktes Natrium, das den Blutdruck erhöht.
  • Wechselwirkungen: Supplemente können mit verschreibungspflichtigen Medikamenten interagieren.

Ab 65 Jahren steigt der Eiweißbedarf auf etwa ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Fachleute empfehlen jedoch, den Bedarf durch ausgewogene Ernährung, Bewegung und Sonnenlicht zu decken – statt durch isolierte Präparate.

Innovationen treiben den Markt an

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Überdosierung von Vitamin D kann zu Nierensteinen führen, verstecktes Natrium erhöht den Blutdruck. Bevor Sie weiterhin Präparate einnehmen, sollten Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Werbung hinterfragen und Ihren Bedarf decken. Leitfaden jetzt kostenlos sichern

Trotz der Risiken wächst die Branche weiter. Die MAGNESIA GmbH startete bereits im Februar 2022 spezialisierte Bereiche für Private-Label-Angebote und unterstützt B2B-Kunden bei Formulierungen und Rohstoffqualifizierung.

Auch der Teemarkt zeigt den Trend zu höherwertigen Produkten: Der Tee Report 2026 weist für Bio-Produkte einen Marktanteil von 19,6 Prozent aus – deutlich über dem Durchschnitt des Lebensmittelmarktes. Besonders Früchtetee-Mischungen legten 2025 stark zu. Produktsicherheit bleibt jedoch ein kritisches Thema: Im Sommer 2026 musste eine Nuss-Nougat-Creme wegen Salmonellenfunden zurückgerufen werden. Verbraucher sollten daher auf Qualitätsmerkmale und transparente Deklarationen achten.

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