Nahrungsergänzung, Vitamin

Nahrungsergänzung: Vitamin D und Kalzium schützen nicht vor Stürzen

30.06.2026 - 18:03:03 | boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Viele Supplemente wie Vitamin D und Omega-3 halten ihre Versprechen nicht. Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz.

Nahrungsergänzungsmittel: Studien enttäuschen bei Vitamin D und Omega-3
Nahrungsergänzung - Nahaufnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln und Tabletten auf einer weißen Oberfläche. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch aktuelle Studien zeichnen ein ernüchterndes Bild: Viele Präparate halten nicht, was Hersteller versprechen.

Vitamin D und Kalzium: Schutz vor Stürzen? Fehlanzeige

Eine kanadische Studie im Fachmagazin BMJ hat die Wirkung von Kalzium und Vitamin D bei Senioren untersucht. Das Ergebnis: Die Supplementierung bietet kaum klinisch bedeutsamen Schutz vor Stürzen oder Knochenbrüchen – weder einzeln noch in Kombination. Dabei stürzt jährlich etwa jeder dritte Über-65-Jährige.

Auch bei Kindern zeigt Vitamin D weniger Effekt als gedacht. Eine Übersichtsarbeit der Universität Auckland wertete 107 Studien mit über 31.500 Kindern unter fünf Jahren aus. Vitamin-D-Präparate reduzierten Arztbesuche wegen Atemwegsinfekten nur minimal. Selbst höhere Dosierungen brachten keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo.

Omega-3: Kein Schutz für das Gehirn

Besonders ernüchternd fielen die Ergebnisse zur Alzheimer-Prävention aus. Forscher der Keck Medicine USC untersuchten 365 Teilnehmer zwischen 55 und 80 Jahren mit erhöhtem Risiko für die Erkrankung. Zwei Jahre lang erhielten sie täglich 2.000 Milligramm Docosahexaensäure (DHA).

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Die DHA-Konzentration im Liquor stieg um 17 Prozent. Doch weder Gedächtnisleistung noch Hippocampus-Volumen profitierten davon. Die kognitiven Werte blieben unverändert. Die Hoffnung auf eine präventive Wirkung hochdosierter Omega-3-Präparate bekommt damit einen Dämpfer.

Wann Nahrungsergänzung doch Sinn macht

Ganz nutzlos sind die Präparate nicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt bestimmte gesundheitsbezogene Aussagen – allerdings nur bei nachgewiesenem Mangel. B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium und Eisen können dann Müdigkeit verringern.

In Deutschland besteht etwa bei Folsäure Nachholbedarf: Schätzungsweise 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung sind unzureichend versorgt. Mediziner raten bei anhaltender Müdigkeit zu einer Blutuntersuchung, bevor man eigenständig zu Präparaten greift.

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Der Ernährungsmediziner Andreas Pfeiffer von der Charité empfiehlt rund 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt einen Referenzwert von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht an.

Gefahren im Regal: Babynahrung und Slush-Eis

Neben der Wirksamkeit bereitet auch die Sicherheit Sorgen. Die sächsische Lebensmittelüberwachung untersuchte 2024/2025 rund 20.000 Proben. Dabei fiel Babynahrung negativ auf, die mit Cereulid belastet war – einem Gift aus Arachidonsäure-Öl aus China.

Auch Slush-Eis-Produkte sind problematisch: 6 von 19 Proben galten wegen hoher Glycerin-Werte als nicht sicher. Bei Kleinkindern kann das zu Kopfschmerzen oder Bewusstlosigkeit führen.

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 44 Frucht-Müslis offenbarte: Beworbene Früchte sind oft nur in geringen Mengen enthalten. Rosinen machen stattdessen den Hauptanteil aus. Auch bei Nusscremes kritisieren die Tester niedrige Nussanteile bei gleichzeitig hohem Zuckergehalt.

Die Verbraucherschützer fordern daher klarere Mengenangaben auf Verpackungen. Denn was draufsteht, ist nicht immer drin.

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