Nanopartikel mit Goldkern: Bakterien im Labor binnen 24 Stunden eliminiert
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Kampf gegen bakterielle Infektionserreger eröffnen Kombinationen aus anorganischen Trägerstrukturen und pflanzlichen Wirkstoffen neue Ansätze. Wissenschaftler der Universitäten Córdoba und Sevilla haben antibakterielle Nanopartikel entwickelt, die auf einem Goldkern basieren und mit Extrakten aus Ingwer (Zingiber officinale) sowie Galanga (Alpinia galanga) kombiniert sind.
Wie aus Berichten vom 1. November 2026 über die im Fachjournal Pharmaceutics veröffentlichte Studie hervorgeht, konnten diese Partikel im Labor erfolgreich in Erreger eindringen und deren Wachstum unterbinden.
Wirkmechanismus und Laborergebnisse im Detail
Die entwickelten Nanopartikel weisen einen Goldkern von rund 6 Nanometern auf und sind damit etwa 10.000-mal kleiner als ein menschliches Haar. Die Forscherin Rosa María Giráldez von der Universität Córdoba vergleicht die Funktionsweise mit dem Prinzip eines trojanischen Pferdes: Aufgrund ihrer geringen Dimensionen können die Partikel direkt in das Innere der bakteriellen Erreger vordringen und dort gezielt deren Biosynthese-Maschinerie zerstören.
In den Laborversuchen testete das Forschungsteam die Verbindungen an den Keimen Escherichia coli und Staphylococcus aureus. Dabei zeigte sich, dass die vollständige Eliminierung der Bakterien innerhalb von 24 Stunden erreicht wurde. Zudem erwiesen sich die hergestellten Formeln über einen Zeitraum von mindestens einem Monat als stabil.
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Hinsichtlich der spezifischen Wirkungsweise traten bei den getesteten Pflanzenextrakten deutliche Unterschiede zutage:
- Die Kombination aus Gold und Galanga erzielte die besten Gesamtergebnisse und zeigte sich insbesondere gegenüber Staphylococcus aureus als hochwirksam.
- Der Ingwer-Extrakt erwies sich vor allem gegen Escherichia coli als besonders effektiv.
- Auch Galanga allein entfaltete bereits ohne Goldträger eine starke antibakterielle Wirkung.
Ausblick auf Fertigung und weitere Testreihen
Ein zentrales Ziel des Projekts der Universitäten Córdoba und Sevilla besteht darin, ein einfaches und kostengünstiges Herstellungsverfahren zu etablieren. Dies soll vor allem Regionen und Ländern zugutekommen, die von einem Mangel an pharmazeutischen Produkten und Medikamenten betroffen sind.
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Finanziert wurde das wissenschaftliche Vorhaben von der Consejería de Universidad, Industria, Energía e Innovación der andalusischen Regionalregierung (Junta de Andalucía).
Für die Fortführung der Forschungsarbeit haben die beteiligten Wissenschaftler bereits nächste Schritte formuliert. Geplant sind weiterführende Untersuchungen an weiteren Bakterienstämmen sowie Tests an Tieren. Darüber hinaus beabsichtigen die Forscher, das Spektrum der eingesetzten Naturstoffe zu erweitern und weitere pflanzliche Wirkstoffe auf ihr antibakterielles Potenzial hin zu prüfen.
