Naturbesuche, Gehirnaktivität

Naturbesuche: Gehirnaktivität steigt um 20 Prozent messbar

22.06.2026 - 04:10:31 | boerse-global.de

Studien belegen positive Effekte von Grünflächen auf die Konzentration, während exzessive Social-Media-Nutzung und KI-Assistenz kognitive Fähigkeiten beeinträchtigen können.

Naturspaziergänge steigern Hirnleistung, Social Media schadet
Naturbesuche - Ein stilisiertes Gehirn, umgeben von natürlichen Elementen wie Blättern und Wasser auf der einen Seite und digitalen Mustern auf der anderen. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Naturbesuche machen das Gehirn effizienter, während Social Media und KI das Denkvermögen beeinträchtigen können.

Forschende der University of Utah haben nachgewiesen, dass Spaziergänge im Grünen die Gehirnaktivität messbar verändern. EEG-Daten zeigen nach einem Naturaufenthalt eine Erholungsphase, gefolgt von stärkeren Aktivitätsspitzen bei Konzentrationstests. Das deutet auf ein effizienter arbeitendes Gehirn hin.

Die Ergebnisse stützen die bereits 2008 formulierte „Attention Restoration Theory“ der University of Michigan. Demnach steigt die kognitive Leistungsfähigkeit nach einem Parkspaziergang um bis zu 20 Prozent.

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Kochen senkt Demenzrisiko deutlich

Auch Alltagsaktivitäten wie Kochen haben eine präventive Wirkung. Eine japanische Langzeitstudie mit rund 11.000 Teilnehmenden zeigt: Wer mindestens einmal pro Woche kocht, senkt sein Demenzrisiko signifikant – bei Männern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent.

Social Media: Fünf Stunden täglich schaden dem Gedächtnis

Doch nicht alle Gewohnheiten tun dem Gehirn gut. Eine im Juni 2026 in „Frontiers in Psychiatry“ veröffentlichte Studie mit 943 jungen Erwachsenen zeigt einen klaren Zusammenhang: Wer täglich mehr als fünf Stunden in sozialen Netzwerken scrollt, berichtet am häufigsten über Gedächtnislücken. Betroffen sind sowohl das prospektive als auch das retrospektive Gedächtnis.

Als Ursache vermuten Forscher ständige Unterbrechungen, die Aufmerksamkeit und Informationsspeicherung beeinträchtigen.

KI-Nutzung: Anfangs besser, später schlechter

Auch Künstliche Intelligenz birgt Risiken. Eine Untersuchung an 27.000 chinesischen Schülern ergab: KI-gestützte Hausaufgaben führten zunächst zu besseren Noten. In späteren, KI-freien Prüfungen fiel die Leistung jedoch um 20 bis 24 Prozent ab.

Experten warnen vor „kognitivem Outsourcing“ – dem Abgeben wichtiger Denkprozesse an externe Systeme.

Bluttest fĂĽr Alzheimer-Diagnose

In der medizinischen Forschung zeichnen sich neue Wege zur FrĂĽherkennung ab. Im Mai 2026 erhielt Roche die CE-Kennzeichnung fĂĽr einen Bluttest, der auf dem Marker pTau217 basiert und die Alzheimer-Diagnose vereinfachen soll.

GĂĽrtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko

Eine Analyse in den „Annals of Internal Medicine“ mit Daten von über 500.000 Personen ab 66 Jahren liefert einen überraschenden Befund: Die Impfung gegen Gürtelrose mit Shingrix korreliert mit einem um 24 Prozent geringeren Demenzrisiko.

Blutdruck: Zu niedrig ist schlimmer als zu hoch

Eine Studie im „Journal of the American Heart Association“ vom Juni 2026 zeigt einen starken Zusammenhang zwischen Blutdruck und Alzheimer. Niedriger Blutdruck (Hypotonie) erhöht das Risiko um das 2,74-Fache. Bluthochdruck immerhin um das 1,57-Fache.

Fischöl: Wirkungslos als Tablette

Bei Supplementen sieht es schlecht aus. Eine Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Erwachsenen über zwei Jahre zeigt: Die tägliche Einnahme von Fischöl verbesserte die Gedächtnisleistung nicht – obwohl der DHA-Spiegel im Gehirn anstieg.

Forscher vermuten: Omega-3-Fettsäuren entfalten ihre Schutzwirkung nur im Verbund einer mediterranen Ernährung.

Pilz-Wirkstoff gegen Altersdemenz?

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Die PLASTICITY-Studie der UC Berkeley untersucht seit Juni 2026 erstmals an gesunden Erwachsenen zwischen 60 und 85 Jahren, ob Psilocybin – ein Wirkstoff aus Pilzen – die neuronale Plastizität fördern kann. Ziel: kognitive Einbußen im Alter abmildern.

Kopfbälle: Belastung fürs Hirn

Eine niederländische Studie mit über 300 Fußballern belegte: Nach Kopfbällen steigen Blutmarker, die auf eine kurzzeitige Belastung des Hirngewebes hindeuten. Eine Pilotstudie von 2025 hatte bereits per MRT Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz festgestellt – noch sechs Monate nach einer Serie von Kopfbällen nachweisbar.

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