Naturheilverfahren: 38 Prozent der Deutschen nutzen Akupunktur
27.06.2026 - 09:14:49 | boerse-global.de
Die private Krankenversicherung (PKV) macht daraus ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal gegenĂŒber der gesetzlichen Konkurrenz.
Erstattung: Was die PKV zahlt
Die Leistungen variieren je nach Tarif erheblich. WĂ€hrend die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Akupunktur nur bei chronischen Schmerzen der LendenwirbelsĂ€ule oder Kniegelenksarthrose ĂŒbernimmt, erstattet die PKV zwischen 50 und 100 Prozent der Kosten.
Die Abrechnung lĂ€uft ĂŒber verschiedene Verzeichnisse: die GebĂŒhrenordnung fĂŒr Ărzte (GOĂ), das Hufelandverzeichnis und das GebĂŒhrenverzeichnis fĂŒr Heilpraktiker (GebĂŒH). Ăblich sind jĂ€hrliche Pauschalen zwischen 300 und 1.000 Euro oder prozentuale Erstattungen.
Die Preisspanne ist enorm: Eine Beratung kostet laut GebĂŒH zwischen 8,20 und 20,50 Euro, eine Akupunktursitzung offiziell 7,70 bis 15,50 Euro. MarktĂŒbliche Preise liegen jedoch bei 30 bis 90 Euro pro Sitzung. Ein ErstgesprĂ€ch schlĂ€gt mit rund 130 Euro zu Buche.
Osteopathie: Streit um Regulierung und Wirksamkeit
Ein zentraler Konfliktpunkt: die berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie. Die Osteopathie-Allianz â bestehend aus dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) und dem Bundesverband Osteopathie (BVO) â drĂ€ngt auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags von 2025. Der sieht ein eigenes Berufsgesetz vor, das die Patientensicherheit durch einheitliche Standards verbessern soll.
Ăber 38 Prozent der Deutschen nutzen regelmĂ€Ăig Naturheilverfahren â doch viele zahlen unnötig drauf. Dabei erstattet die PKV Akupunktur oft zu 100 Prozent. Unser Report zeigt, welche Tarife sich lohnen und wie Sie die Abrechnung richtig einreichen. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Die VerbÀnde kritisieren die Bewertungen des IGeL-Monitors zur Wirksamkeit von Osteopathie bei Kreuzschmerzen. Fachleute bemÀngeln methodische SchwÀchen und eine unvollstÀndige Studienauswahl. Branchenvertreter verweisen dagegen auf die INIOST-Studie, die statistisch signifikante und klinisch relevante Effekte auf Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung belege. Eine Neubewertung der Evidenz wird gefordert.
Markt in Bewegung: Konsolidierung und Kostendruck
Die private Krankenversicherung konsolidiert sich. Die Ergo-Gruppe will die Marke DKV im dritten Quartal 2027 vollstĂ€ndig integrieren. Die DKV galt Ende 2025 mit rund 652.000 Vollversicherten und 3,7 Millionen ZusatzvertrĂ€gen als drittgröĂter privater Krankenversicherer â verzeichnete aber zuletzt BestandsrĂŒckgĂ€nge. Die Umbenennung soll Kosten sparen und die Auffindbarkeit in digitalen Umgebungen und KI-Suchsystemen verbessern.
FĂŒr Versicherte bieten sich steuerliche SpielrĂ€ume: Vorauszahlungen von bis zu drei JahresbeitrĂ€gen senken die Steuerlast, sofern sie bis zum 21. Dezember beim Versicherer eingehen. AbzugsfĂ€hig sind bis zu 2.800 Euro pro Person als sonstiger Vorsorgeaufwand.
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Die PKV investiert weiter in Innovationen â etwa ĂŒber den Verbandsfonds Heal Capital 2 in HealthTech-Start-ups fĂŒr digitale Patienten-Apps oder KI-gestĂŒtzte Chirurgie. Doch der Kostendruck wĂ€chst. Die AOK PLUS hob trotz eines Ăberschusses im Jahr 2025 ihren Zusatzbeitrag deutlich an und warnt vor steigenden Leistungsausgaben, besonders bei KrankenhĂ€usern und Arzneimitteln.
Parallel beschloss der Bundestag Ende Juni 2026 eine Absenkung der GKV-FestzuschĂŒsse beim Zahnersatz. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung privater Eigenvorsorge und Zusatzversicherungen.
