Needle Stealer: Kriminelle nutzen gefälschte KI-Assistenten für Krypto-Raub
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen das Interesse an künstlicher Intelligenz aus, um gezielt Besitzer von Kryptowährungen anzugreifen. Wie das Technologieunternehmen HP in seinem aktuellen Bedrohungsbericht vom 17. September 2026 darlegt, bewerben Angreifer gefälschte KI-Handelsassistenten, um Anwender zur Installation von Schadprogrammen zu verleiten. Die Malware manipuliert anschließend Browser-Erweiterungen für Krypto-Wallets und entwendet sensible Zugangsdaten.
Manipulation legitimer Wallet-Erweiterungen
Die Auswertung von HP basiert auf Daten aus dem Erhebungszeitraum von April bis Juni 2026. Eine vom Sicherheitsteam dokumentierte Kampagne lockte Nutzer auf die Website tradingclaw[.]pro, auf der vorgeblich ein automatisierter Handelsagent mit künstlicher Intelligenz bereitgestellt wurde. Stattdessen installierte der Download den sogenannten Needle Stealer auf den Endgeräten der Betroffenen.
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Bei der Infektion nutzte das Schadprogramm eine von Microsoft digital signierte Ausführungsdatei namens OLEView.exe. Mittels DLL-Sideloading über eine modifizierte iviewers.dll und der Technik des Process Hollowing gelang es den Angreifern, gängige Sicherheitsprüfungen zu umgehen.
Einmal aktiv, ersetzte der Needle Stealer sieben Browser-Wallet-Erweiterungen durch bösartige Kopien, um Passwörter und Schlüssel abzugreifen. Betroffen waren unter anderem MetaMask, Coinbase Wallet, Phantom und Trust Wallet.
Quishing und Ausweichmanöver bei E-Mail-Bedrohungen
Der Bericht dokumentiert zudem weitere Angriffsmethoden, darunter Phishing-Angriffe über QR-Codes, sogenanntes Quishing. Kriminelle verschickten gefälschte Rechnungen im PDF-Format, deren Inhalte unter dem Vorwand angeblicher Sicherheitsmechanismen unscharf dargestellt wurden.
Ein eingebetteter QR-Code leitete die Empfänger auf gefälschte Anmeldeseiten für Microsoft-Konten weiter, um Zugangsdaten direkt über Mobilgeräte zu stehlen. Daneben beobachtete HP das Auftauchen des neuen Laders Phantom Gate, der das Ökosystem rund um die Schadsoftware Phantom Stealer erweitert.
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Bei der Verteilung von Schadsoftware blieb die E-Mail mit 56 Prozent der erfassten Angriffe der dominierende Übertragungsweg, während Web-Downloads für 24 Prozent verantwortlich waren. Unter den Dateitypen für die Malware-Auslieferung machten ausführbare Dateien 40 Prozent aus, gefolgt von Archiven mit 38 Prozent und PDF-Dokumenten mit 7,5 Prozent.
Die Analyse ergab zudem, dass mindestens 10 Prozent der von der Schutzsoftware HP Sure Click identifizierten E-Mail-Gefahren zuvor mindestens einen vorgeschalteten Gateway-Scanner passiert hatten.
Über einen Zeitraum von 3 Monaten erfasste das Unternehmen überdies rund 400 Bilder mittels Perceptual-Hash auf VirusTotal, die mit Programmen wie XWorm, PureLogs Stealer und Formbook verknüpft waren. Bei Nutzern von HP Wolf Security wurden im selben Kontext ca. 60 Mrd. Interaktionen mit E-Mail-Anhängen, Webseiten und Downloads verzeichnet, ohne dass Sicherheitsverletzungen gemeldet wurden.
