Netflix, trittbrettfahrer

Netflix startet Vorgehen gegen Account-Trittbrettfahrer

23.05.2023 - 21:01:03

Netflix glaubt, dass rund 100 Millionen Haushalte fremde Login-Daten nutzen. Dagegen will der Streaming-Riese jetzt auch in Deutschland verstÀrkt vorgehen. Wie genau, bleibt ein Geheimnis.

FĂŒr Netflix-Nutzer in Deutschland, die einen Account ĂŒber einen Haushalt hinaus teilen, wird es ernst. Der Streaming-Riese wies seine Kunden am Dienstag darauf hin, dass er dafĂŒr bald zusĂ€tzliches Geld verlangen wird. FĂŒr jede Person, die nicht mit dem zahlenden Account-Inhaber unter einem Dach wohnt, sollen 4,99 Euro im Monat fĂ€llig werden. Netflix erhofft sich davon höhere Einnahmen.

Netflix verspricht, dass Nutzer aus einem Haushalt auf dem gemeinsamen Account weiter problemlos unterwegs oder auf Reisen zugreifen können. Nach welchen Merkmalen genau die Systeme des Dienstes erkennen, dass ein Nutzer nicht zum selben Haushalt gehört, hĂ€lt Netflix geheim. Damit soll verhindert werden, dass die Maßnahmen umgangen werden.

100 Millionen Haushalte nutzen fremde Login-Daten

Das US-Unternehmen geht davon aus, dass in rund 100 Millionen Haushalten der Service mit Login-Daten anderer genutzt wird. Das ist gemessen an den 232,5 Millionen zahlenden Kunden im vergangenen Quartal ein hoher Anteil. Netflix hatte lange das Teilen von Zugangsdaten toleriert. Inzwischen gibt es im Videostreaming-GeschÀft aber generell einen verstÀrkten Fokus auf ProfitabilitÀt, nachdem die vielen Anbieter jahrelang auf der Jagd nach höheren Nutzerzahlen waren.

Das Vorgehen gegen das Teilen von Accounts war schon lĂ€nger angekĂŒndigt, und Netflix testete es vor dem nun bekanntgegebenen breiten Start in mehreren LĂ€ndern. In Europa waren es Portugal und Spanien.

VerstÀrkter Fokus auf ProfitabilitÀt

Netflix rechnet damit, dass die Nutzerzahl mit dem Vorgehen gegen Trittbrettfahrer zunĂ€chst sinkt. In Kanada etwa gebe es inzwischen aber mehr zahlende Nutzer und höhere Einnahmen als vorher, betonte der Dienst jĂŒngst. Dadurch habe man sich bestĂ€tigt gefĂŒhlt. Zur Entwicklung in anderen LĂ€ndern Ă€ußerte sich Netflix bisher nicht. Am Dienstag wurde auch der Start des Vorgehens im wichtigen US-Markt angekĂŒndigt.

Mit 4,99 Euro ist die Erweiterung in Deutschland genauso teuer wie das gĂŒnstigste Netflix-Abo, bei dem der Dienst mit Werbeanzeigen genutzt werden kann. Das teuerste Abo mit besserer Bild- und TonqualitĂ€t kostet 17,99 Euro im Monat.

@ dpa.de