NetNut-Botnetz, Google

NetNut-Botnetz zerschlagen: Google und FBI stoppen zwei Millionen GerÀte

03.07.2026 - 06:36:56 | boerse-global.de

Behörden und Google legen das NetNut-Proxy-Netzwerk lahm, das Millionen private GerÀte als versteckte Server nutzte.

Google und FBI zerschlagen riesiges NetNut-Proxy-Botnetz
NetNut-Botnetz - Eine Person im Hoodie, die vor einem Laptop sitzt, umgeben von einem leuchtenden, vernetzten Netz digitaler GerĂ€te, das ein zerschlagenes Botnetz darstellt. 03.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Infrastruktur, auch bekannt als Popa-Botnetz, umfasste mindestens zwei Millionen GerÀte weltweit.

FBI beschlagnahmt hunderte Domains

Im Rahmen der koordinierten Aktion sicherten die Behörden hunderte Domains. Diese dienten dem Betrieb von NetNut und der Steuerung des Botnetzes. Google griff parallel mit technischen Gegenmaßnahmen ein: Der Konzern deaktivierte betroffene Konten und teilte Bedrohungsinformationen mit Organisationen wie Shadowserver.

Zum Schutz der Nutzer warnt der Sicherheitsdienst Play Protect nun aktiv vor Apps, die SDKs von NetNut enthalten. Diese Softwarebausteine landeten oft ohne Wissen der Nutzer auf deren GerĂ€ten und machten sie zu Proxy-Knotenpunkten. Das Netzwerk stand bereits seit ĂŒber einem Jahr unter Beobachtung der US-Behörden.

Private GerÀte als versteckte Proxy-Server

NetNut betrieb sogenannte Residential Proxies. Dabei leitet der Dienst Internetverkehr ĂŒber private AnschlĂŒsse und IP-Adressen von Heimanwendern um. FĂŒr Sicherheitssysteme sieht das aus wie normale Nutzeranfragen – schwerer zu blockieren als Zugriffe aus Rechenzentren.

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Das Ausmaß des Missbrauchs ist enorm: In einer Woche im Juni 2026 nutzten 316 verschiedene Bedrohungscluster die Infrastruktur. Besonders anfĂ€llig waren gĂŒnstige Android-Streaming-Boxen, Smart-TVs und Apps zum Teilen von Bandbreite. Oft fehlte eine klare Zustimmung der Nutzer.

Mutterkonzern kĂŒndigt Kooperation an

NetNut startete 2017 als Tochter der NASDAQ-gelisteten Alarum Technologies. Das Mutterunternehmen bestÀtigte den Zugriff der Behörden und will vollumfÀnglich kooperieren.

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Die Zerschlagung ist bereits der zweite Schlag gegen die Proxy-Infrastruktur in diesem Jahr. Erst im Januar hatten Sicherheitsbehörden den Ă€hnlichen Dienst IPIDEA lahmgelegt. NetNut hatte danach deutlich an PopularitĂ€t gewonnen und Marktanteile ĂŒbernommen. Nutzer sollten ihre Smart-GerĂ€te jetzt auf verdĂ€chtige Apps prĂŒfen und nur zertifizierte Hardware verwenden.

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